Präventionskonzept Sexualpädagogik

Die Tatsache unseres Frau- oder Mannseins ist in allen Phasen des menschlichen Lebens, von Geburt bis ins Alter, körperlich, seelisch und sozial wirksam. Sexualität ist Bestandteil der Identität des Menschen und wird wie diese kontinuierlich durch individuelle, gesellschaftliche, soziale, und weltanschauliche Bedingungen beeinflusst und geprägt. Sexualität steht dabei im Spannungsfeld von individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Konventionen.

Aus den Grundrechten der freien Entfaltung der Persönlichkeit und der Menschenwürde folgt das Recht jedes Menschen, entsprechend der eigenen sexuellen Orientierung zu leben, seine sexuellen Beziehungen selbst zu wählen und sein Leben danach einzurichten, soweit nicht andere dadurch in ihren Persönlichkeitsrechten eingeschränkt oder verletzt werden.

Sexualerziehung heißt für uns, Menschen aller Altersgruppen einfühlsam und fachkundig Informationen, Begleitung und Unterstützung in sexuellen und partnerschaftsbezogenen Lernprozessen anzubieten. Dabei passen wir die Rahmenbedingungen sowie die Methoden der jeweiligen Zielgruppe an und arbeiten z.B. altersangemessen teilweise in einer Mädchen- und einer Jungengruppe.

Wir legen unserer Arbeit ein Verständnis von emanzipatorischer Sexualpädagogik zugrunde, die sexualfreundlich ist und die selbstbestimmte Sexualität des Menschen fördert. Die Unterschiedlichkeit eines jeden Menschen wird wahrgenommen und geachtet.

Die Leitbilder unserer Sexualpädagogik sind:

  • Respekt, Gleichberechtigung, Toleranz und Verantwortung

       Ziele und Inhalte unserer sexualpädagogischen Arbeit

  • Wissensvermittlung über psychosexuelle und körperliche Entwicklung.
  • Informationen über körperliche Vorgänge im Zusammenhang mit Sexualität.
  • Unterstützende Begleitung und Kompetenzförderung bei der Entwicklung von Einstellungen und Verhaltensweisen in der Sexualität.
  • Informationen über individuelle Sexualentwicklung, Identitätsfindung und Geschlechtsrollen.
  • Förderung der Kommunikation, Abbau von Kommunikationshindernissen und Sprachlosigkeit.
  • Wahrnehmung und Wertschätzung unterschiedlicher sexueller Lebensstile und Lebensentwürfe.
  • Auseinandersetzung mit bestehenden Normen und Werten.
  • Wissensvermittlung über Schwangerschaft und vorgeburtliches Leben.
  • Informationsvermittlung über sachgerechte Anwendung von Verhütungsmitteln.
  • Wahrnehmung und Förderung der Verhütungsverantwortung bei Männern und Frauen.
  • Erweiterung der Konflikt- und Handlungsfähigkeit in der Auseinandersetzung mit dem Thema Schwangerschaftskonflikt.
  • Weitergabe gesicherter wissenschaftlicher Daten hinsichtlich sexuell übertragbarer Krankheiten, Risiken, Übertragungswege und Schutzmöglichkeiten.
  • Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Kulturen sowie deren interkulturellen Aspekte zu Sexualität und Partnerschaft.
  • Wahrnehmen und wertschätzen der Sexualität von Menschen mit Behinderungen.
  • Förderung bei der Selbstwahrnehmung und bei der Entwicklung von Selbstsicherheit.
  • Hilfen zur Entwicklung von Konfliktfähigkeit als Grundlage zur Prävention von sexueller Belästigung, sexualisierter Gewalt und sexuellem Missbrauch.

Unsere sexualpädagogischen Angebote richten sich an:

  1. SchülerInnen und Schüler von Grund-, Haupt-, Real-, Gesamt- und Förder-schulen sowie von Gymnasien;
  2. Jugendliche und junge Erwachsene, in berufsvorbereitenden Maßnahmen oder der Berufsausbildung;
  3. Kinder und Jugendliche aus dem außerschulischen Bereich, in Einrichtungen der öffentlichen Erziehungshilfe, der Kinder- und Jugendhilfe und der offenen, verbandlichen und kommunalen Jugendarbeit;
  4. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einer geistigen und/oder körperlichen Behinderung in Werkstätten und Wohneinrichtungen;
  5. Eltern, die Rat und Unterstützung im Umgang mit ihren jugendlichen Töchtern und Söhnen suchen;
  6. Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, zum Beispiel Angehörige sozialer und pädagogischer Berufe, Angehörige medizinischer und pflegerischer Berufe, Vertreterinnen und Vertreter von Behörden (Jugend- und Gesundheitsämter, Justiz, Polizei u. a.);
  7. Personalverantwortliche in Unternehmen und staatlichen Institutionen, das sind Leiterinnen und Leiter sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für personelleAngelegenheiten des Unternehmens bzw. der Institution zuständig sind.