"SexLustLiebe"

Aufklärungsfilm für Jugendliche

Mit „SexLustLiebe“ präsentiert pro familia Hessen einen Aufklärungsfilm für Jugendliche ab der achten Klasse. In dem 20-minütigen Trickfilm geht es um Beziehungen und Gefühle, um Körperlichkeit, sexuelle Erfahrung, Aufklärung, Verhütung und Fruchtbarkeit. Die Themen werden jugendgerecht, ganz ohne pädagogischen Zeigefinger, dafür witzig und lustvoll vorgestellt

Der Film eignet sich als Baustein zur Sexualaufklärung, der sich gut in eine Unterrichtsstunde oder einen Gesprächskreis einfügt. Wir empfehlen eine sexualpädagogische Begleitung.

SexLustLiebe bietet beim Zuschauen viele Identifikationsmöglichkeiten und präsentiert vielfältige Formen, Sexualität zu leben, ohne eine Wertung vorzunehmen. Die wesentliche Botschaft des Films –„Du bestimmst selbst“- setzt auch Wissen voraus. In speziellen Infoteilen, die in den Film eingebettet sind, werden körperliche Vorgänge deutlich dargestellt und benannt. Gleichzeitig sorgt der stilistisch hervorgehobene „Infostil“ für dezente Bilder und bemüht sich so um Respekt vor den Schamgrenzen der Zuschauerinnen und Zuschauer.

„SexLustLiebe“ ist in fünf Kapitel unterteilt, die jeweils einzeln anwählbar sind. Zusätzliche Materialien wie pdf-Infoteile zum Ausdrucken und ein Begleitheft unterstützen Pädagoginnen und Pädagogen bei der Nutzung des Films.

In seiner klaren Bildsprache eignet sich der Film auch für Menschen mit geistigen Einschränkungen. Ergänzend befindet sich eine Version mit Untertiteln für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit auf der DVD.

Bestellung:

Der Kaufpreis beträgt 35,- Euro +MwSt + Versandkostenpauschale von 2,50 Euro pro Exemplar.

Die DVD inklusive pädagogischem Begleitheft können Sie hier bestellen:

lv.hessen[at]profamilia.de

pro familia Landesverband Hessen

Palmengartenstraße 14

60325 Frankfurt/M.

Tel. 069/447061

Fax:069/ 493612.

Trailer zum Film "SexLustLiebe"

„SexLustLiebe“ – der pro familia Landesverband Hessen präsentiert einen neuen Aufklärungsfilm für Jugendliche

 

Bedeutung von Filmen in der Sexualpädagogik

Die Welt von heute ist von Bildern geprägt, die über Laptop und Handy überall und stets präsent sind. Jugendliche partizipieren intensiv an dieser Bildwelt. Sie sind daran gewöhnt, visuelle Informationen aufzunehmen. Häufig sind sie dafür offener als für andere Medien und können sich besser und länger beispielsweise auf einen Film konzentrieren als auf ein Gespräch. Deswegen ist es so wichtig, innerhalb von pädagogischen Konzepten das Medium Film zu nutzen. Einerseits lassen sich innerhalb von recht kurzer Zeit gezielt Informationen vermitteln, andererseits weckt ein Film auch Emotionen, ermöglicht die Identifikation mit bestimmten Personen und Handlungsweisen oder provoziert Abwehr gegenüber dem Dargestellten. In der Sexualpädagogik sind gerade diese beiden Funktionen von (guten) Aufklärungsfilmen besonders wichtig, da häufig innerhalb von kurzer Zeit viele und möglichst konkret aufbereitete sachliche Informationen über Sexualität weiterzugeben sind, gleichzeitig aber auch die Gefühlsebene angesprochen und die Vielfalt des Beziehungsgeschehens vermittelt werden soll. Im anschließenden Gruppengespräch können die Filmfiguren Statthalterfunktion übernehmen und ein offenes, nicht individualisiertes Gespräch kommt leichter zustande.

 

Warum ein neuer Film

Um diese pädagogischen Aufgaben im Sinne von pro familia erfüllen zu können, muss ein Aufklärungsfilm der Lebenswelt der Jugendlichen entsprechen und außerdem – darin besteht der pädagogische Mehrwert – das selbstbestimmte und lustbetonte Sexualitätskonzept, das Grundlage der Arbeit von pro familia ist, widerspiegeln. Der dänische Aufklärungsfilm „Sex, eine Gebrauchsanweisung“, mit dem Sexualpädagoginnen und Sexualpädagogen von pro familia über viele Jahre hinweg gut gearbeitet haben, erfüllte diese Kriterien nicht mehr ganz. Über 20 Jahre alt, konnte er die Lebenswelt der Jugendlichen von heute nicht mehr adäquat spiegeln und vertrat die eine oder andere inzwischen überholte Sichtweise. Andere Produktionen neueren Datums wiederum zeigen eine Sicht auf Sexualität, die häufig stark problemorientiert ist und dadurch insbesondere in emotionaler Hinsicht nicht immer zu einer Entlastung der Jugendlichen beitragen kann. Aus diesen Gründen hat sich pro familia Hessen dazu entschlossen, einen neuen Film zu produzieren.

 

Entstehung des Film-Projekts

Dem Projekt liegt eine Themensammlung zugrunde, an der sich alle hessischen Sexualpädagoginnen und -pädagogen von pro familia intensiv beteiligt haben. Das Projekt wurde von einem fünfköpfigen Team (bestehend aus zwei Frauen und drei Männern) über gut zwei Jahre hinweg, von der ersten Idee bis zur Ausarbeitung der Charaktere und der Drehbuchtexte sowie der grafischen Umsetzung, begleitet. Realisiert wurde das Drehbuch von vier Design-Profis, zwei Männern und zwei Frauen, die selbst noch sehr jung sind und schon insofern den ästhetischen Vorstellungen der jugendlichen Zielgruppen nahe stehen.

 

Zentrale Botschaft des Films

Entstanden ist ein Animationsfilm, der entspannt und locker und ohne Anspruch auf Vollständigkeit in das Themenfeld Sexualität einführt, die Vielfalt sexueller Beziehungen darstellt und dabei als zentrale Botschaft vermittelt: „Du bestimmst selbst!“ Angesprochen werden Fragen zur Sexualität, die Jungen und Mädchen gleichermaßen betreffen. Dabei bemüht sich der Film, keine wertenden Aussagen zu treffen, zum Beispiel nicht Pornokonsum generell zu verurteilen, solange die sexuelle Selbstbestimmung anderer nicht gefährdet ist. Der Film soll den Jugendlichen eine Haltung der Akzeptanz gegenüber Differenzen, wie z.B. Hautfarbe, Kultur, Religion und sexuelle Orientierung, vermitteln und zugleich auch Freude und Spaß an Sexualität nahebringen. Wo Probleme angesprochen werden, werden diese nicht dramatisiert, sondern unaufgeregt geschildert und lösungsorientiert bearbeitet (Zitat aus dem Film zum Thema „Verhütungspanne“: „Wenn versehentlich Samen in die Scheide gekommen ist, geht nicht gleich die Welt unter. Man kann sicherheitshalber zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen. Da gibt es das Rezept für die Pille danach.“). Der Film zeichnet sich durch eine zurückhaltende Bildsprache aus – die Zeichnungen sind modern, aber nicht zu „hip“ und es wurde bewusst auf aktuelle Ausstattungselemente wie I-Pods oder Laptops sowie stark modische Kleidung verzichtet – was natürlich auch die hoffentlich langjährige Rezeption des Films gewährleisten soll. So kann der neue Aufklärungsfilm sowohl Einstieg ins Thema als auch Impulsgeber für sexualpädagogische Programme sein.

 

Formaler Aufbau des Films

Zu Beginn des Films gleitet die Kamera über ein Buch mit dem Titel „SexLustLiebe – Ein Aufklärungsfilm für Jugendliche“, das sich öffnet und den Blick auf das erste Szenenbild freigibt. Das Umblättern der Buchseiten rhythmisiert die weitere Kapitelfolge. Dadurch entsteht immer wieder zwischen den Episoden, die zur Identifikation mit dem Dargestellten und den Darstellern und Darstellerinnen einladen, ein Moment der Distanz. So verweist der Film rein strukturell auf seine Funktion als Aufklärungsfilm und gewährt den Jugendlichen damit auch einen Augenblick der Reflexion und der Wahrnehmung der eigenen Situation. Auch die recht langsame Schnittfolge und die ruhige Musik tragen zu dieser distanzierenden Wirkung bei sowie die Tatsache, dass die Personen nicht selber reden, sondern ein Sprecher und eine Sprecherin die Texte lesen. Die Sprache ist dabei einfach gehalten und gut verständlich. Somit eignet sich der Film für unterschiedliche Kontexte und könnte auch leicht übersetzt werden – deutsche Untertitel für Gehörlose liegen bereits auf der DVD vor.

 

Der Film im Detail

Wird eine Seite umgeblättert, ein neues Kapitel aufgeschlagen, so klappt wie in einem Pop-up-Buch vor den Augen des Zuschauers eine neue Szenerie auf. Zuerst ist es ein Schulhof, auf dem sich unterschiedliche Paare treffen und verlieben – different in Hautfarbe und sexueller Orientierung. So wird gleich in der ersten Szene der Grundtenor des Films angeschlagen: Jeder ist anders und hat auch in seiner Sexualität individuelle Bedürfnisse, die sich auch verändern können. Neugier spielt hier eine Rolle und Spaß an Sexualität und Verliebtsein. Der Film spielt anschließend bei den Protagonisten zu Hause, in ihren Zimmern, in der Dusche, aber auch beim Frauenarzt und in der Beratungsstelle. An diesen Handlungsorten wird eine große Bandbreite an sexualpädagogischen Themen angesprochen: von der Selbstbefriedigung bei Mädchen und Jungen, über Ratschläge zur Hygiene, die Aufklärung über den weiblichen Zyklus und Möglichkeiten der Beratung bis hin zum „ersten Mal“ und den unterschiedlichen Verhütungsmitteln. Innerhalb der einzelnen Szenen werden dabei immer wieder detaillierte Informationen insbesondere über biologische Fakten gegeben. Diese Zusatzinformationen sind formal aus der Handlung herausgehoben, indem sich ein Blatt vor der Szenerie wie von Zauberhand entfaltet, auf dem in abstrahierten Zeichnungen die Details lehrbuchartig und informativ vor Augen geführt werden (Themen dieser Faltblätter sind: die Vulva, das Jungfernhäutchen, der Penis, der Samenerguss, die Beschneidung, der weibliche Zyklus, unterschiedliche Verhütungsmittel, die Anwendung von Kondomen, die männliche und weibliche Selbstbefriedigung und der Orgasmus). Alle diese Zusatzinformationen sind auf der DVD einzeln abrufbar (als JPEG und PDF). So kann dieses Material auch für die weitere sexualpädagogische Arbeit genutzt werden. Denn der Film soll die Sexualaufklärung keineswegs ersetzen, sondern kann diese immer nur ergänzen. So sind die unterschiedlichen Verhütungsmittel zwar dargestellt, ausführlicher wird aber nur das Kondom behandelt.

Im Laufe des Films folgt der Zuschauer den unterschiedlichen Paaren auf ihrem Weg in die Welt von (erster) Liebe und Sexualität. Die Geschichten sind sehr unaufgeregt geschildert, scheinen aber dennoch auch in ihrer Emotionalität realistisch wiedergegeben. Der Film versucht, den Jugendlichen den Druck zu nehmen, dass erste sexuelle Erfahrungen immer der Himmel auf Erden sein müssen (Zitat aus dem Film: „Und vor dem ersten Mal am besten: keinen Druck aufbauen, keine Riesen Erwartungen und viel Zeit lassen.“). Die Jugendlichen werden dazu ermuntert, ihre eigenen Bedürfnisse besser kennenzulernen und sie auch dem Partner oder der Partnerin zu vermitteln.

Der Film endet mit einer expliziten Aufzählung der relevanten sexuellen und reproduktiven Rechte, die implizit die Handlung des Films tragen.

 

Facts

Der neue Aufklärungsfilm dauert ca. 20 Minuten. Er ist mit einem pädagogischen Begleitheft ausgestattet, das in die Thematik einführt und bietet auf der DVD zusätzliches Lehrmaterial für vertiefende Gespräche. Der Film ist von der FSK ab 12 Jahren freigegeben, eignet sich aber insbesondere für den sexualpädagogischen Unterricht ab ca. 14 Jahren (achte Klasse). Die primäre Zielgruppe sind Jugendliche, aber der Film kann auch in anderen Settings, wie zum Beispiel bei Fortbildungen, sinnvoll eingesetzt werden. Es gibt bereits deutsche Untertitel für Gehörlose.

Der Film wurde im Auftrag des pro familia Landesverbands Hessen mit Unterstützung der Hessischen Fördervereinigung der pro familia produziert.

Bestelladresse: pro familia Landesverband Hessen e.V., Palmengartenstraße 14, 60325 Frankfurt am Main, Tel.: 069/447061, Fax: 069/493612, E-Mail: lv.hessen[at]profamilia.de