Bericht zum Fachtag "Herausforderungen (in) der Liebe"

Die Oldenburger Beratungsstelle feiert in diesem Jahr ihr 40jähriges Jubiläum und das feiern begann bei uns mit der Ausrichtung des Fachtags, der sich neben unseren bekannten Themenschwerpunkten der Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatung mit Inhalten der Paar- und Sexualberatung beschäftigte.

Die Veränderungen partnerschaftlicher Sexualität über den Lebenszyklus sind immer auch Anlass für Klient_innen zu uns zu kommen und stellen auch Herausforderungen für uns Berater_innen dar.

Da uns dieses Thema besonders am Herzen lag, waren wir froh, dass wir vier in der Fachwelt bekannte Referenten_innen gewinnen konnten.

Zu unserer großen Freude kamen Kolleg_innen aus der Region, niedergelassene Psychotherapeuten_innen und Ärzt_innen, sowie pro familia Kolleg_innen aus der gesamten (!) Bundesrepublik zu diesem Fachtag am 04.04.2014 in das Kulturzentrum PFL nach Oldenburg, so dass insgesamt 160 Teilnehmende unter der souveränen Moderation unseres ehemaligen Kollegen Josef Rieforth den Vorträgen lauschen konnten und danach ins Gespräch kamen.

Hans Jellouschek eröffnete den Fachtag im Vortrag „Jahreszeiten der Liebe“ mit der Darstellung bestimmter Phasen, die Paare in ihrer Entwicklung durchlaufen und den ihr eigenen Herausforderungen und stellte Fragen, was Paare tun können, um diese zuweilen kritischen Übergänge gut bewältigen zu können.

Ruth Gnirss aus Kassel beschäftigte sich in „Keine Zeit zu zweit – Keine Lust auf Lust?“ mit Partnerschaft und Sexualität nach der Geburt und regte zum konstruktiven Umgang mit den damit für Paare einhergehenden Veränderungen an.

Bernd Böttger aus Frankfurt widmete sich in „Verhängnisvolle Affären“ der Untreue in Paarbeziehungen und stellte Außenbeziehungen und deren Aufdeckung sowohl als Trauma als auch als Chance zur vorher nicht vorgenommenen Überprüfung der Partner_innenbeziehung dar.

Kirsten von Sydow aus Hamburg/Berlin näherte sich in ihren Ausführungen der Sexualität, Zärtlichkeit und Erotik in Partnerschaften älterer Menschen, indem sie subjektives Erleben Betroffener mit der Darstellung empirischer Studien unterlegt und Implikationen für Medizin, Beratung und Psychotherapie daraus ableitet.

Auch wenn die Dichte der Vorträge zeitweise nicht genügend Zeit für „Freispiel“ ließ, glauben wir doch, dass dieser Tag der fachlichen Anregung diente. So waren wir – die Organisator_innen – doch alle sehr zufrieden mit diesem gelungenen Fachtag und bekamen sogar Lust auf eine Wiederholung.