Tätigkeitsbericht Arbeitskreis Sozialberatung 2006

In diesem Jahr fanden bisher drei Arbeitskreistreffen statt – zwei davon als Treffen des Gesamtarbeitskreises und eins in Regionalgruppen. Das noch anstehende Treffen im Dezember wird als Gesamt-AK stattfinden.

 

Mit folgenden Themen haben wir uns schwerpunktmäßig in 2006 befasst:

 

Hartz IV

Im AKS fand ein reger Austausch über die Anwendung und Auslegung des Arbeitslosen II Gesetz (ALG II) durch die Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) statt. Ein Schwerpunkt war, dass von allen Mitgliedern des AKS vor Ort recherchiert wurde, was und in welcher Höhe für eine Babyerstausstattung in den einzelnen Städten und Kreisen bewilligt wird. Es stellte sich heraus, dass es erhebliche Unterschiede gibt, eine Frau in Gütersloh deutlich weniger erhielt als eine Schwangere in Köln. Es wurde eine Vergleichstabelle über die einmaligen Hilfen für Schwangere von allen profamilia Städten in NRW erstellt und kurz vor Weihnachten eine Presseerklärung herausgegeben.

Am 1.8.06 kamen verschiedene gesetzliche Änderungen des ALG II dazu, die teilweise auch negative Auswirkungen auf unsere schwangeren Ratsuchenden hatten. Z.B. die Verschärfung, dass unter 25-Jährige nicht ohne besonderen Grund aus dem Elternhaus ausziehen dürfen und ALG II beantragen können. Dieses kann insbesondere für schwangere Frauen, die einen eigenen Hausstand gründen und nicht länger im Kinderzimmer des Elternhauses mit Kind leben wollen, einiges an Kampf und Durchsetzungsvermögen kosten.

 

Modul für Jahresbericht

Es wurde ein Modul für den Jahresbericht 2005 zum Thema Hartz IV erstellt, das von fast allen Beratungsstellen genutzt wurde.

 

Elterngeld

Im Berichtszeitraum fand eine Auseinandersetzung mit der neuen Familienpolitik der großen Koalition statt und hier ging es insbesondere um den Gesetzentwurf zum Elterngeld. Obwohl das Gesetz noch nicht verabschiedet war, mussten wir unsere KlientInnen hierzu beraten, wenn sie ihr Kind in 2007 erwarten.

Es wurde beim Bundesverband eine Stellungnahme zum Elterngeld initiiert.

Zum nächsten Gesamt AK wird ein Referent des Versorgungsamtes zu diesem Thema eingeladen.

 

Teilnahme am AK Frauen in Not

Am Arbeitskreis „Frauen in Not in NRW“ unter der Leitung von Frau Hürten hat Frau Kersting-Otte als Vertreterin des AKS teilgenommen. Es fanden 4 Arbeitskreistreffen statt. Schwerpunktthema war die Situation von Frauen im Bezug von Arbeitslosengeld II (SGB II). Es gab einen Austausch mit dem MAGS zu besonderen Problemlagen und unbürokratischer Unterstützung durch die ARGEn. Offen geblieben ist die Frage der Finanzierung von Verhütungsmitteln für ALG II-Bezieherinnen.

Die vom Arbeitskreis mit organisierte Veranstaltung „X Tage nach Hartz - Wir fordern das Fördern von Frauen“ am 8.6.2006 im Landtag zeigte den gesetzlichen Rahmen und die Möglichkeiten der Hartz-Reformen in Bezug auf die Förderung von Frauen auf.

 

Problematik der Finanzierung von Verhütungsmitteln

Zu diesem Thema wurden vielfältige Aktivitäten unternommen: Petition an den Petitionsausschuss des Landes, der ihn an den Bund weiterleitete; Schreiben an Herrn Müntefering; AK Frauen in Not-Resolution, Kontaktaufnahme zu örtlichen Politikern; Suche nach Sponsoren für unbürokratische Hilfe. Eine Aufnahme der Finanzierung von Verhütungsmitteln in den Leistungskatalog des ALG II ist aber bislang noch nicht gelungen.

Es wird überlegt eine landesweite Erhebung zu machen, um festzustellen, wie viele Frauen aufgrund fehlender finanzieller Mittel für sichere Verhütungsmittel, ungeplant schwanger wurden.

 

Fortbildung

Ende des letzten Jahres fand eine zweitägige Fortbildung statt. Das Thema war „Schwangerschaftskonfliktberatung mit ambivalenten Frauen und Paaren“.

Im November fand eine eintägige Fortbildung zum Thema „Vaterschaftstest“ statt. Vormittags haben wir uns mit den faktischen Hintergründen beschäftigt, wie arbeitet des Jugendamtes in Bezug auf Vaterschaftsanerkennung im Rahmen der Beistandschaft, als auch die rechtliche Seite bei einer gerichtlichen Vaterschaftsanfechtung und die Arbeit der humangenetischen Institute bei der Vaterschaftstestung. Im Nachmittag wurde der beraterische Umgang mit dieser Fragestellung in den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen bearbeitet.

 

Sonstiges

Die Literaturliste für das Qualitätshandbuch wurde aktualisiert.

Die Seiten unserer AKS-homepage wurden gestaltet.

 

30.10.2006

Margrit Schaefer-Klocke und Maria Böhnert als AKS-Sprecherinnen