Besuch von Dr. Günter Krings bei der pro familia Mönchengladbach

von rechts:Janina Horn-Tilke; Dr. Günter Krings: Rebecca Höhnel: Bernadette Nopper

Für die Eltern eines Kindes bedeuten Schwangerschaft und sein erstes Lebensjahr eine existentielle Weichenstellung. Gerade die ersten Lebensmonate stellen manche Eltern vor Probleme, mit denen sie alleine nicht zurechtkommen. Seit Dezember 2012 gibt es in Mönchengladbach ein von pro familia getragenes Angebot, mit dem junge Familien in dieser wichtigen Phase unterstützt werden. Im Rahmen der Sommertour informierte sich Dr. Günter Krings im Paritätischen Zentrum an der Friedhofstraße über das von der Bundesinitiative Frühe Hilfen geförderte Projekt. Neben der Leiterin der pro familia Beratungsstelle, Janina Horn-Tilke, empfingen auch die beiden Familienhebammen Rebecca Höhnel und Bernadette Nopper den Mönchengladbacher Bundestagsabgeordneten.

Janina Horn-Tilke skizzierte eingangs die Zielrichtung des Projektes, welches in Mönchengladbach zwei Familienhebammen und einen Beschäftigungsumfang von insgesamt 35 Wochenstunden umfasst. Neben der Gesprächsmöglichkeit im Paritätischen Zentrum ist die aufsuchende Beratung bereits ab der Schwangerschaft bis zum ersten Lebensjahr Kernstück des Ansatzes. Damit sollen Mütter und Väter erreicht werden, welche die bisherigen Beratungsangebote erfahrungsgemäß nicht wahrnehmen. Zentrale Aufgabe der Familienhebammen ist es, die Entwicklung einer tragfähigen Eltern-Kind-Beziehung zu gewährleisten und der Angst vor Überforderung zu begegnen. Das Spektrum reicht dabei von der konkreten Unterstützung bei der Pflege des Kindes bis zur Vermittlung bedarfsgerechter Hilfs- und Beratungsangebote. Horn-Tilke lobte die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Frühen Hilfen der Stadt Mönchengladbach, welche gemeinsam mit den Familienhebammen über Art und Umfang der Betreuung entscheiden. Gleichwohl wies die Leiterin der pro familia Beratungsstelle Mönchengladbach mit Blick auf die Umsetzung des Projektes in anderen Städten darauf hin, dass organisatorisch und beim Thema Planungssicherheit durchaus noch Verbesserungen denkbar seien.

Dr. Günter Krings zeigte sich angetan von der Arbeit der Familienhebammen in Mönchengladbach: „Zum einen gefällt mir, dass eine solche Begleitung auf der freien Entscheidung der Eltern beruht. Niemand wird zu einer Zusammenarbeit gezwungen, sondern es ist ein echtes Angebot zur Hilfe. Zum anderen halte ich den dahinter stehenden Präventionsgedanken zum Wohle der Kinder für sehr wichtig. Es ist allemal besser früh zu helfen, als nach Jahren im leider gar nicht so seltenen Extremfall die Entscheidung treffen zu müssen, ein Kind von seinen Eltern zu trennen. Ich freue mich sehr, dass ein innovatives Konzept mit der Unterstützung des Bundesfamilienministeriums in unserer Stadt verwirklicht werden konnte.“ Der 44jährige Abgeordnete des Deutschen Bundestages stellt die Lotsenfunktion der Familienhebammen heraus: „Durch die Vernetzung mit den im Paritätischen Zentrum untergebrachten Einrichtungen besteht ein direkter Zugriff auf zahlreiche Hilfs- und Beratungsangebote. In der Familie selbst erkennen Fachleute rasch, wie den Betroffenen bestmöglich geholfen werden kann.“ Dr. Günter Krings ist von der Perspektive des Projektes überzeugt: „Rebecca Höhnel und Bernadette Nopper haben in wenigen Monaten bereits 15 Frauen und ihren Familien helfen können. Ich hoffe, dass in Zukunft noch mehr junge Eltern in Mönchengladbach von der wertvollen Arbeit der Familienhebammen profitieren können.“

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