Aktuelles

Wir möchten Sie auf das Diskussionsforum Rehabilitation und Teilhaberecht hinweisen. Hier finden Sie interessante Beiträge zu gleichnamigen Themen.

Auch Frau Prof. Julia Zinsmeister, die als Referentin zu unserem Fachtag geladen war, hat hier einen interessanten Beitrag zum Thema Elternassistenz verfasst. (Wir freuen uns über die freundliche Genehmigung zur Verlinkung.)

Beachten Sie auch die Powerpointpräsentation von Frau Prof. Barbara Wedler, die ebenfalls auf unserem Fachtag zum Thema "Sexuelle Selbstbestimmung" referierte.

Bei Interesse schauen Sie weiter unten, in die Informationsfelder und klicken Sie den entsprechenden Link an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beitrag von Frau Prof. Julia Zinsmeister zum Thema "Elternassistenz"

www.reha-recht.de/fileadmin/download/foren/a/2012/A29-2012_Elternassistenz.pdf

Powerpointpräsentation von Frau Prof. Barbara Wedler

    Wir möchten auf folgendes Angebot hinweisen:

    http://www.diakoniewerk-oberlausitz.de/fileadmin/images/beitraege/Freizeit__Sex/Info_Darueber_spricht_man_doch.pdf

     

    Ein Angebot für Menschen mit kognitiven Einschränkungen zum Thema Liebe, Freundschaft und Sexualität bietet das Diankoniewerk Oberlausitz im November 2013 an!

    Näher Informationen finden Sie auf den folgenden Seiten oder Sie fragen uns direkt:

    Telefon:  0351 - 210 93 862 oder 0351 - 261 77 000

    oder dresden@profamilia.de 

    Vernetzung:

    • Organisation u. Durchführung von Fachveranstaltungen und Treffen für Menschen mit Behinderungen, weitere Betroffene, Angehörige, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Selbsthilfegruppen und (weitere) Fachstellen
    • ReferentInnen - Pool

    Beratung:

    • Fachberatung bei der Planung und Umsetzung sexualpädagogischer Veranstaltungen (Angebote für Betroffene/Menschen mit Behinderungen, Multiplikatorenschulungen)
    • Unterstützung bei der Entwicklung eines sexualpädaogischen Einrichtungskonzepts
    • Informationsveranstaltungen für Eltern

    Schulung:

    • Vorträge, Seminare und Weiterbildungen für UnterstützerInnen und Fachkräfte

    Information:

    • Medienpool für Menschen mit Behinderung, Eltern, Fachkräfte und Interessierte
    • Bereitstellung von Broschüren, Infoheften, Plakaten etc. zum Thema

     

     http://www.profamilia.de/publikation-forum-onlineberatung/publikationen/publikationen/pro-familia/thema-behinderung.html

    http://www.profamilia.de/publikation-forum-onlineberatung/publikationen/publikationen/fachpersonal/paedagogik.html

       

      Begriffsklärung und begriffliche Abgrenzungen von Sexualassistenz, Sexualbegleitung und Prostitution


      Im Zusammenhang mit dem Themenkomplex Sexualität und Behinderung kommt man unweigerlich mit den Begrifflichkeiten der Sexualassistenz, Sexualbegleitung und Prostitution in Berührung. Die Unterscheidung dieser Begriffe ist jedoch nicht ganz einfach und führt oft zu Verwirrungen. Auch Fachleute können sich im Hinblick auf die Unterscheidung von aktiver Sexualassistenz und Sexualbegleitung nicht immer einigen. Es soll jedoch versucht werden, die Unterschiede im folgenden bestmöglich darzustellen:


      Zunächst einmal wird der Begriff der passiven Sexualassistenz erklärt. Hierunter versteht man die Beschaffung von Sexspielzeug und sexuellen Hilfsmitteln, die bspw. MitarbeiterInnen oder AssistentInnen für ihre Kunden (Menschen mit Behinderungen) übernehmen. Auch die Kontaktvermittlung zu PartnerInnen, SexualbegleiterInnen und Prostituierten oder die Übernahme des Transportes zu ihnen gehört dazu. Auch der Schutz vor Fremdbestimmung, struktureller (z. B. reglementierende Hausordnungen) und sexueller Gewalt gehören zu diesem Aufgabenbereich, den die passive Sexualassistenz umfasst. Nicht zuletzt zählt natürlich auch die Sexualberatung zu den Aufgabenfeldern der passiven Sexualassistenz.

      Während passive Sexualassistenz auch von aufgeschlossenen und vertrauenswürdigen MitarbeiterInnen und AssistentInnen der Behindertenhilfe übernommen wird, ist aktive Sexualassistenz, Sexualbegleitung und Prostitution in Form eines Abhängigkeitsverhältnisses verboten. In einem Abhängigkeitsverhältnis stehen PflegerInnen, BetreuerInnen, TherapeutInnen und Aufsichtspersonal. Freie SexualassistentInnen, SexualbegleiterInnen und Prostituierte sind dies nicht und können darum ihre Dienstleistung anbieten.


      Nimmt man sich nun der begrifflichen Unterscheidung von aktiver Sexualassistenz und Sexualbegleitung an, so stellt man fest, dass bestimmte Tätigkeiten/Dienstleistungen auf beide Begriffsinhalte zutreffen. Die wichtigste Erkenntnis liegt hier darin, dass das Ziel dieser Angebote Hilfe zur Selbsthilfe beinhaltet.

       

      Während wir bei der Unterstützung zur Selbstbefriedigung eher von aktiver Sexualassistenz ausgehen würden und auch die Schulung darin, eigene Bedürfnisse und Wünsche kennen und äußern zu lernen, besser in diesen Bereich passen, kann man die sexuelle Massage und die Handentspannung beiden Begrifflichkeiten zuordnen. Der Geschlechtsverkehr an sich würde jedoch eher in den Tätigkeitsbereiche einer/s Sexualbegleiter(s)In passen.

      Diese werden übrigens auch BerührerInnen genannt und lehnen Geschlechtsverkehr nicht grundsätzlich ab, stellen jedoch fest, dass bei der Sexualbegleitung die Hilfe zur Selbsthilfe, das Erwerben von sexuellen und partnerschaftlichen Kompetenzen und die Entwicklung von Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl in diesem Bereich am bedeutendsten ist. Das Fernziel soll sein, für eine spätere Beziehung Kompetenzen zu erwerben. Somit kann Sexualbegleitung auch als eine Art Übergangslösung interpretiert werden.

       

      Zur/m SexualbegleiterIn bildet das ISBB Trebel aus. Hier werden den BerührerInnen psychologische, physiologische und pflegerische Kompetenzen vermittelt, die sie deutlich von der Prostitution unterscheiden. Auch Menschen mit Behinderungen können in diesem Institut Sexualbegleitung kennen lernen und Workshops im Bereich der Körpererfahrung und Körperkompetenz wahrnehmen.

       

      Bei der Prostitution geht es nur um die Erfüllung sexueller Dienstleistungen und die Befriedigung eines sexuellen Bedürfnisses. Natürlich ist es nicht ausgeschlossen, auch hier sexuelle Kompetenzen zu erwerben, es steht allerdings nicht im Vordergrund der Dienstleistung und wird auch nicht als eine solche angeboten.

      Damit soll jedoch nicht in Abrede gestellt werden, dass es SexarbeiterInnen gibt, die auch über umfassende Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Behinderungen verfügen und sich ebenfalls auf diesem Gebiet zu kompetenten DienstleisterInnen entwickelt haben.

      Welche Form der sexuellen Dienstleistung nun gewählt werden soll, liegt natürlich in der Entscheidung der KundInnen und ist von den persönlichen Bedürfnissen und Erwartungen der/s einzelnen abhängig.

      Alina Mertens

       

      Wir empfehlen:

      SexualbegleiterInnen/SexualassistentInnen, die über das ISBB (Institut zur Selbstbestimmung Behinderter) Trebel ausgebildet wurden: