pro familia logo
HOME | INHALTSVERZEICHNIS | KONTAKT | IMPRESSUM | ENGLISH | EXTRANET | HILFE ZUR WEBSITE | pro-Logo
Hier sind Sie: Home / Themen / Familienplanung / Schwangerschaft / Schwangerschafts- konflikt / Schwangerschafts- abbruch / Medizinische Kurzinfo / 

 

Medizinische Kurzinformation zum Schwangerschaftsabbruch



Die Methoden des Schwangerschaftsabbruchs



Medikamentöser Abbruch (Mifegyne ®)



Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch ist nur bis zum Ende der 9. Schwangerschaftswoche (dies entspricht dem 63. Tag gerechnet vom ersten Tag der letzten Periodenblutung) möglich. Sie haben bis zu drei Arzttermine. Nach einem Aufklärungsgespräch und einer Voruntersuchung erhalten Sie drei Tabletten, die die Schwangerschaft beenden. Dies kann zu einer Blutung führen. Zwei Tage später bekommen Sie ein weiteres Medikament , das eine Blutung auslöst, mit der das Schwangerschaftsgewebe abgeht. In den meisten Praxen bleiben Sie 3-4 Stunden nach der Einnahme des zweiten Medikamentes zur Beobachtung, in der Mehrzahl der Fälle kommt es während dieser Zeit zur Ausstoßung. Dies kann krampfartige Bauchschmerzen verursachen, ähnlich einer schmerzhaften Regelblutung, wogegen Sie Schmerztabletten bekommen können. Die Blutung dauert ca. sieben bis zwölf Tage und ist in der Regel stärker als eine Periodenblutung. Nach etwa 14 Tagen findet eine Nachuntersuchung statt, um sicherzustellen, dass der Schwangerschaftsabbruch vollständig war. In einem kleinen Teil der Fälle (1-4%) besteht die Schwangerschaft trotz Medikamenteneinnahme weiter. In diesen Fällen kann eine zweite Medikamenteneinnahme oder eine Absaugung notwendig werden. Komplikationen wie sehr starke Blutungen, Kreislaufprobleme und Infektionen sind sehr selten.

Ausführlichere Informationen finden Sie auch unter Mifegyne ®

Instrumenteller (chirurgischer) Abbruch



Die gebräuchlichste und schonendste Methode des instrumentellen Abbruchs ist die Absaugmethode (auch Vakuumaspiration genannt). Sie kann in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt werden. Zur örtlichen Betäubung bekommen Sie eine Spritze rechts und links vom Muttermund, dies ist wenig oder gar nicht schmerzhaft. In einigen Praxen wird vor dem Eingriff ein Beruhigungsmittel gegeben, wodurch Sie ein wenig schläfrig werden. Bei der Vollnarkose wird das Betäubungsmittel von einer NarkoseärztIn in die Armvene gespritzt und Sie schlafen während des Eingriffs. Vor einer Vollnarkose sollten Sie 6 Stunden vorher nichts Essen, Trinken oder Rauchen.
Der Gebärmutterhalskanal wird mit Metallstäbchen erweitert. Anschließend wird ein dünnes Röhrchen, das mit einem Absauggerät verbunden ist, durch den Muttermund in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Damit werden die Schleimhaut und die Fruchtblase abgesaugt. Der Eingriff dauert fünf bis zehn Minuten. Blutungen und Bauchschmerzen nach der Behandlung sind normal, treten jedoch nicht bei allen Frauen auf.
In manchen Fällen kann es notwendig sein, eine Ausschabung (Curretage) vorzunehmen. Dabei werden die Schleimhaut und die Fruchtblase mit Instrumenten abgetragen.

In der Regel wird ein Schwangerschaftsabbruch ambulant vorgenommen, d.h. Sie können 1-2 Stunden nach dem Eingriff wieder nach Hause gehen. Sie können dann jedoch nicht alleine Auto fahren. Eine Begleitperson kann in den meisten Einrichtungen nach dem Abbruch bei Ihnen sein. Auch bei dieser Methode ist eine ärztliche Nachuntersuchung nach ca. zehn Tagen erforderlich.

Nur bei wenigen Frauen gibt es nach dem instrumentellen Abbruch gesundheitliche Komplikationen. Sie sind am geringsten zwischen der 7. und 9. Schwangerschaftswoche (gerechnet vom ersten Tag der letzten Periodenblutung). In seltenen Fällen kommt es zu Nachblutungen oder Entzündungen, die im Allgemeinen gut behandelt werden können. Falls |starke Blutungen, Schmerzen, Fieber über 38.5° C oder schlecht riechender Ausfluss| auftreten sollten Sie einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Wenn eine Entzündung nicht schnell und vollständig auskuriert wird, kann es zu Verklebungen der Eileiter kommen. Dies könnte die spätere Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Sehr selten kommt es zu einer Verletzung der Gebärmutter. In Einzelfällen kann die Schwangerschaft fortbestehen, was einen weiteren Eingriff erforderlich machen kann.

Zurück nach oben

Nach dem Abbruch



Schonen Sie sich nach dem Abbruch, unabhängig von der Behandlungsmethode, da Sie bei Erschöpfung anfälliger für Entzündungen sind. Viele ÄrztInnen empfehlen, dass während der ersten Tage nichts in Ihre Scheide gelangen sollte, um Entzündungen vorzubeugen. Wenn Sie also vorsichtig sein möchten:

  • Benutzen Sie keine Tampons sondern Binden
  • Verzichten Sie auf Geschlechtsverkehr
  • Verzichten Sie darauf, zu baden und zu schwimmen. Duschen und waschen ist erlaubt.
Erleichterung oder Traurigkeit sind normale Gefühle nach einem Schwangerschaftsabbruch. Auch müssen Sie die hormonellen Umstellungen verarbeiten. Psychische Komplikationen sind dagegen sehr selten. Gespräche mit Beraterinnen können hilfreich sein. In den pro familia Beratungsstellen gibt es hierzu Gesprächsangebote.

Zurück nach oben


Was Sie für den Schwangerschaftsabbruch benötigen



Wenn Sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden haben, kommen viele Termine auf Sie zu. Damit Sie nicht unnötige Wege gehen müssen, hier die Formalitäten, die die Praxis benötigt:

  • Bescheinigung über die gesetzlich vorgeschriebene Beratung
  • Blutgruppennachweis falls vorhanden (z.B. alter Mutterpass/ Blutspendeausweis)
  • Krankenkassenkarte und Überweisung / oder 10 € Praxisgebühr
  • Arzthonorar in bar (bei Anmeldung erfragen) oder bei geringem Einkommen Kostenübernahmebescheinigung der Krankenkasse (vorher besorgen)
Ausführliche Informationen finden Sie auch in der pro familia Broschüre „Schwangerschaftsabbruch, die Sie kostenlos bestellen oder als pdf-Dokument herunterladen können.
Zurück nach oben


Den Flyer "Medizinische Kurzinformation zum Schwangerschaftsabbruch" des pro familia Landesverbandes Nordrhein-Westfalen in verschiedenen Sprachen finden Sie hier:
Zurück nach oben