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Neue "Pille danach" auf dem Markt


pro familia begrüßt größeren Anwendungsspielraum und Methodenvielfalt



Frankfurt, 1.10. 2009. Unter dem Namen Ellaone® kommt heute eine neue "Pille danach" auf den deutschen Markt. Ellaone® ist zur Verhütung nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr bis zu fünf Tage bzw. 120 Std. nach dem Geschlechtsverkehr zugelassen. Bisher auf dem Markt verfügbare Präparate wirken nur nach möglichst rascher Einnahme zuverlässig und sind nur bis höchstens 72 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr zugelassen. Die einmalige Einnahme einer Tablette von Ellaone® soll die Reifung der Eizelle und den Eisprung hemmen. Wie bei der bisherigen "Pille danach" wird eine bereits bestehende Schwangerschaft nicht abgebrochen.

pro familia begrüßt prinzipiell, dass mit Ellaone® eine weitere und länger wirksame Möglichkeit der Nachverhütung zur Verfügung steht. Denn durch die in Deutschland bestehende Rezeptpflicht für die "Pille danach" benötigen Frauen im Bedarfsfall häufig zu viel Zeit, um an das Medikament zu kommen, mit der Folge, dass sich die Einnahme verzögert. Außerdem lässt im Gegensatz zu bisherigen Präparaten die Wirksamkeit von Ellaone® in dem Zeitrahmen von 120 Stunden nicht nach, sondern bleibt in gleicher Höhe erhalten.

Ein Nachteil ist der hohe Preis der neuen "Pille danach". Er wird etwa doppelt so hoch sein wie bei den bisherigen Präparaten, deren Preis bei ca. 17 Euro liegt.

Durch die Methoden der Nachverhütung haben Frauen und Paare nach ungeschütztem Verkehr die Möglichkeit, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Leider wird auch die neue "Pille danach" in Deutschland rezeptpflichtig und damit nicht einfach verfügbar sein. Die bisherigen Präparate auf Gestagenbasis sind inzwischen in 18 europäischen Ländern sowie auch in den USA und in Kanada rezeptfrei erhältlich. Aufgrund langjähriger Forschung und Erfahrungen werden sie als sicher und wirksam eingestuft, Kontraindikationen bestehen nicht. Die Sonderregelung in Deutschland ist umso unverständlicher, als sich das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte bereits im Jahr 2003 mit der Datenlage befasst und für die rezeptfreie Abgabe der "Pille danach" ausgesprochen hatte.


Pressekontakt: Regine Wlassitschau, Tel.: 069 / 63 19 87 13, E-Mail: presse@profamilia.de

pro familia ist Gründungsmitglied der IPPF und aktives Mitglied des Europäischen Netzwerks der IPPF. Seit 1952 setzt sich pro familia für die Interessen von Frauen, Männern, Jugendlichen und Kindern auf dem Gebiet der sexuellen und reproduktiven Rechte ein. Heute gehört der Verband national wie europaweit zu den bedeutendsten nichtstaatlichen Dienstleistern der Sexualpädagogik, Familienplanungs-, Sexual- und Schwangerschaftsberatung. In den 180 Beratungsstellen in Deutschland finden Menschen aller Religionen und Nationalitäten fachlich qualifizierte Beratung und sexualpädagogische Unterstützung. Ein Schwerpunkt des Arbeitsprogramms ist die besondere Förderung und Unterstützung sozial benachteiligter Gruppen in der Bevölkerung. Der pro familia-Bundesverband wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert.