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Die Pille



Die Pille ist ein hormonelles Verhütungsmittel in Tablettenform. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Zusammensetzungen. In Deutschland sind über 50 verschiedene Pillenpräparate auf dem Markt. Die Verträglichkeit kann je nach Zusammensetzung besser oder schlechter sein, da Frauen sehr unterschiedlich auf die verschiedenen Stoffe reagieren. Die meisten Frauen in Deutschland nehmen Präparate, bei denen jede Tablette der Packung die gleiche Hormonmenge Östrogen und Gestagen enthält (so genannte Einphasen-Kombinationspräparate). Dabei nimmt die Frau an 21 Tagen jeweils eine Pille, dann folgt eine Einnahmepause von sieben Tagen. Auch während dieser Pause ist der Empfängnisschutz gewährleistet. Nach der Einnahmepause beginnt ein neuer Einnahmezyklus. Der Empfängnisschutz besteht nicht mehr, sobald die Pille abgesetzt wird. Hier eine Übersicht über die verschiedenen Begriffe und Zusammensetzungen:

Kombinationspräparate mit den Hormonen Östrogen und Gestagen


  • Einphasenpräparat: Alle Tabletten einer Packung haben die gleiche Zusammensetzung
  • Zweiphasenpräparat: Die ersten Tabletten einer Packung enthalten Östrogen, die Tabletten in der zweiten Packungshälfte enthalten Östrogen und Gestagen.
  • Zwei oder Dreistufenpräparat: Die Tabletten einer Packung enthalten Östrogen und Gestagen. Die Hormondosierungen wechseln stufenweise innerhalb eines Monats
Der Begriff Mikropille bezeichnet ein Kombinationspräparat, das niedrig dosiert ist.
Die Hormone der Kombinationspräparate verhindern den Eissprung, bilden einen Schleimpfropf vor dem Muttermund, so dass er für Spermien undurchlässig wird und führen dazu, dass die Gebärmutterschleimhaut deutlich geringer aufgebaut wird als in einem normalen Zyklus. In der Regel nimmt die Frau an 21 Tagen jeweils eine Pille, dann folgt eine Einnahmepause von sieben Tagen.

Die „neue Pille“ YAZ®

Im September 2008 kam in Deutschland eine neue Pille mit dem Namen YAZ® auf den Markt. Es gibt bereits zwei Pillenpräparate mit der gleichen hormonellen Zusammensetzung. Neu ist jedoch das Einnahmeschema mit 24 rosa hormonhaltigen und 4 weißen Tabletten, die keine Wirkstoffe enthalten. Für die Frau bedeutet dies, dass sie die Tabletten durchgehend nimmt und keine Pause macht. Ob die neue Pille die Verhütungssicherheit steigert und Einnahmefehler vermeidet, ist bisher nicht eindeutig belegt.

Weitere Infos zu YAZ® finden Sie im Familienplanungsrundbrief Ausgabe 03/ 2008auf Seite 17.


Die Minipille mit dem Hormon Gestagen



Das Hormon der Minipille bildet einen Schleimpfropf vor dem Muttermund und führt dazu, dass die Gebärmutterschleimhaut deutlich geringer aufgebaut wird als in einem normalen Zyklus. Teilweise wird auch der Eisprung unterdrückt. Die Tabletten werden durchgehend ohne Pause eingenommen. Mehr dazu: Siehe Minipille

Die nachfolgenden Informationen beziehen sich auf Kombinationspräparate mit Östrogen und Gestagen:





Vorteile


Die Pille gehört zu den sichersten Verhütungsmethoden und ist einfach anzuwenden. Wenn Sie Geschlechtsverkehr haben möchten, brauchen Sie an die Empfängnisverhütung nicht mehr zu denken. Periodenschmerzen und Blutungsstärke werden fast immer geringer. Akne kann sich verbessern. .

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Nachteile


Sie müssen jeden Tag daran denken, die Pille einzunehmen. Die Hormone greifen in den Zyklus der Frau ein und können unerwünschte Nebenwirkungen verursachen wie z.B. Übelkeit, Erbrechen, Gewichtszunahme, Zwischenblutungen, Spannungsgefühl in den Brüsten, Stimmungsveränderungen und sexuelle Unlust.. In seltenen Fällen können auch schwere Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, Thrombose (Blutpfropfbildung) und Störungen der Leberfunktion auftreten.

Frauen, die folgende Erkrankungen haben oder hatten, sollten keine Pille nehmen:

Vorausgegangene oder bestehende thromboembolische Erkrankungen (Blutpfropfbildung mit Verschluss der Gefäße) wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Venenthrombosen, akute und schwere chronische Lebererkrankungen, schwer behandelbarer Bluthochdruck, schwere Zuckerkrankheit mit Blutgefäßveränderungen etc.

Bei Frauen, die rauchen und/oder über 35 Jahre alt sind, sowie bei langjähriger Einnahme der Pille erhöht sich das Risiko unerwünschter gesundheitlicher Nebenwirkungen.. Die Einnahme der Pille sollte daher sorgfältig erwogen werden.

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Zuverlässigkeit


Die Pille gehört zu den sichersten Verhütungsmethoden, siehe Pearl Index, Voraussetzung ist, dass sie regelmäßig und nach den angegebenen Einnahmevorschriften eingenommen wird. Einige Medikamente wie z. B. Antibiotika, Schmerz-, Beruhigungs- und Kreislaufmittel sowie entzündungshemmende und fiebersenkende Medikamente setzen die Verhütungswirkung der Pille herab. Vermindert ist die Wirksamkeit auch bei Erbrechen oder Durchfall, da die Wirkstoffe vom Körper nicht ausreichend aufgenommen oder zu schnell ausgeschieden werden.

Wenn Sie Medikamente nehmen, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darüber, dass Sie die Pille nehmen. Wenn Sie die Einnahme der Pille vergessen haben, besteht kein ausreichender Schutz vor Empfängnis. Auch nach Absetzen der Pille kann es schon im ersten Monat wieder zu einer Schwangerschaft kommen.

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Zugänglichkeit


Die Pille ist ein Medikament und muss nach gründlicher Untersuchung von einer Ärztin oder einem Arzt verschrieben werden. Gegen Rezept ist sie dann in allen Apotheken erhältlich.

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Kosten


Die Kosten für die Pille werden bei gesetzlich krankenversicherten Frauen bis zum vollendeten 20. Lebensjahr oder, wenn die Pille zur Behandlung einer Krankheit verschrieben wird, von der Krankenkasse übernommen. Die Beratung, nötige Voruntersuchungen und spätere Kontrolluntersuchungen sind kostenlos.

Die Pille kostet zwischen 5 und 17 € pro Monat, je nachdem welches Präparat und welche Packungsgröße verordnet wird. Dabei sind Pillen in der 6-Monatspackung deutlich günstiger. Je nach Alter entstehen zusätzliche Kosten wie Rezept- und Praxisgebühr:

Unter 18 Jahre:
  • Kassenrezept: Kostenlos – keine weiteren Gebühren
  • Privatrezept: Außer den Kosten des Medikaments keine weiteren Gebühren
Unter 20:
Kassenrezept:
  • Medikament kostenlos
  • 5€ Rezeptgebühr, ab Medikamentenpreis über 50 € - 10 € Rezeptgebühr
  • 10 € Praxisgebühr
Privatrezept:
  • Außer den Kosten des Medikaments keine weiteren Gebühren
Ab 20:
  • Außer bei medizinischer Begründung keine Kassenleistung
  • Medikamentenkosten
  • Keine Rezeptgebühr
  • 10 € Praxisgebühr
Sozialhilfeempfängerinnen und Bezieherinnen von Arbeitslosengeld II müssen alle Kosten der Verhütung selbst tragen. In einigen Gemeinden und Städten bestehen jedoch Ausnahmeregelungen. Es lohnt sich also vor Ort zu klären, ob nicht doch eine Kostenübernahme möglich ist.

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Weiterführende Informationen


Siehe auch: Mini-Pille

Weitere Informationen zur Pille finden Sie in der pro familia Broschüre Die Pille entnehmen, die Sie kostenlos bestellen und auch direkt herunterladen können.

Wenn Sie mehr wissen wollen oder Fragen haben, wenden Sie sich an eine Ärztin, einen Arzt oder an eine pro familia Beratungsstelle in Ihrer Nähe.

Die pro familia Beratungsstellen können Sie darüber hinaus auch in allen Fragen über Sexualität, Partnerschaft und Schwangerschaft beraten. Hier stehen Ihnen beispielsweise ÄrztInnen, SozialarbeiterInnen, PsychologInnen und PädagogInnen als AnsprechpartnerInnen zur Verfügung.

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