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Broschüre Chlamydieninfektion

Chlamydieninfektion

Anlaufstellen

Weitere Anlaufstellen sind Haus- und FachärztInnen, Gesundheitsämter und möglicherweise auch die Aids-Beratungsstellen.

Chlamydieninfektion

Die Chlamydieninfektion gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Die Erkrankung bleibt oft unbemerkt, weil häufig keine oder nur leichte Beschwerden auftreten. Unbehandelt kann eine Clamydieninfektion jedoch zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen wie z.B. Unfruchtbarkeit führen.

Chlamydien (Chlamydia Trachomatis) sind Bakterien, die verschiedene Infektionskrankheiten hervorrufen können. Sie werden durch Geschlechtsverkehr (vaginal oder anal) sowie durch oralen Sex übertragen. Die Bakterien können sich an verschiedenen Stellen ansiedeln: Gebärmutterhals (Eingang zur Gebärmutter), Prostata und Nebenhoden, Harnröhre, Enddarm, After, Rachen und Augen. Um sich anzustecken ist ein direkter Kontakt erforderlich, wie er vor allem bei sexuellen Praktiken mit »Schleimhaut zu Schleimhaut-Kontakt« entsteht. Die Infektion kann aus dem Genitalbereich auf die Augen übertragen werden.

Chlamydien während der Schwangerschaft

Eine Chlamydieninfektion kann in der Schwangerschaft zu vorzeitigen Wehen und eventuell zu einer Fehl- oder Frühgeburt führen. Eine Untersuchung auf Chlamydien gehört zu den Standarduntersuchungen während der Schwangerschaft. Wenn Sie den Verdacht haben, neu infiziert zu sein, sollten Sie Ihren Frauenarzt/-ärztin bitten, eine weitere Untersuchung durchzuführen. Ist eine Chlamydiennfektion bis zur Geburt nicht ausreichend behandelt worden, kann sich das Neugeborene anstecken. Die Infektion bei Neugeborenen kann zu einer Bindehautentzündung am Auge (Konjunktivitis) oder einer Lungenentzündung führen.

Symptome einer Chlamydieninfektion

Symptome können sich ein bis drei Wochen nach dem Kontakt mit Chlamydien zeigen, viele Monate später oder auch überhaupt nicht, bis die Infektion in anderen Körperregionen auftritt. Bei mindestens der Hälfte aller Frauen und Männer verursacht eine Chlamydieninfektion überhaupt keine Symptome.
Folgende Anzeichen können auf eine Infektion hinweisen:

Frauen

  • ungewöhnlicher Ausfluss aus der Scheide
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Zwischenblutungen (auch bei Frauen, die hormonell verhüten)
  • Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen und/oder Blutungen beim Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen und/oder Druckgefühl im Unterbauch

Männer

  • weißer/weißlicher und wässriger Ausfluss aus dem Penis
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • schmerzhafte Schwellung der Hoden

Bei einer Infektion des Enddarms treten selten Symptome auf, doch kann es zu einem dumpfen Schmerz und Ausfluss bei Männern wie bei Frauen kommen. Bei einer Infektion der Augen könnten Sie Schmerzen, Schwellungen, Irritationen und eine vermehrte Bildung von Tränenflüssigkeit (Bindehautentzündung) bemerken. Eine Infektion des Rachens zeigt normalerweise keine Symptome.

Diagnose

Wenn Sie glauben, Sie könnten eine Chlamydieninfektion haben, lassen Sie sich untersuchen. Ermutigen Sie Ihre Partnerin/Ihren Partner, sich ebenfalls untersuchen zu lassen. Eine Chlamydieninfektion kann in frühem Stadium relativ einfach mit Antibiotika behandelt werden. Auch wenn keine Bescherden bestehen:

Für alle Frauen bis einschließlich 24 Jahre wird im Rahmen der so genannten Chlamydienvorsorgeuntersuchung ein jährlicher kostenloser Test auf Chlamydien angeboten. Bei dem Test wird der Morgenurin untersucht. Manchmal wird zusätzlich eine Abstrichuntersuchung durchgeführt, dafür ist eine frauenärztliche Untersuchung notwendig.