Weitere Informationen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.bzga.de) hat einige Broschüren zum Thema Aids veröffentlich und betreibt außerdem eine persönliche Telefonberatung unter 02 21-89 20 31.
Weitere Informationen erhalten Sie auch bei der Deutschen Aidshilfe (www.aidshilfe.de).

HIV / Aids

Das Wort Aids leitet sich von dem Englischen „Acquired Immune Deficiency-Syndrom“ ab, was soviel bedeutet wie „erworbene Abwehrschwäche“. Damit ist das Endstadium einer Infektion mit dem HIV-Virus (Menschliches Immundefekt-Virus) gemeint. Das HI-Virus befällt und zerstört besonders die Abwehrzellen und schädigt so das Immunsystem. Mit dem Fortschreiten der Infektion treten typische Erkrankungen durch den sich entwickelnden schweren Immundefekt auf, vor allem Infektionen mit Krankheitserregern, die einem gesunden Immunsystem nichts anhaben können sowie spezielle Tumorerkrankungen.

Durch hochwirksame Medikamente, welche die Virusvermehrung hemmen (antiretrovirale Therapie), lässt sich zwar die Zerstörung des Immunsystems und damit das Fortschreiten der Erkrankung deutlich verzögern. Diese Medikamente haben aber viele Nebenwirkungen. Dennoch ist bis heute eine einmal bestehende HIV-Infektion nicht mehr rückgängig zu machen und bedeutet eine schwere chronische, in den meisten Fällen zum Tode führende Erkrankung.

Wie kann ich mich anstecken?

Das Virus findet sich vor allem in Samenflüssigkeit, Blut (auch Menstrualblut), Scheiden- und Wundsekret. Aus diesen Körperflüssigkeiten kann das HI-Virus in die Blutbahn der Sexualpartnerin bzw. des Partners gelangen, sofern beim anderen auch nur kleinste Verletzungen vorhanden sind. Der wichtigste Übertragungsweg für HIV ist deswegen der Geschlechtsverkehr.
Die Höhe des Ansteckungsrisikos ist abhängig von der Art der sexuellen Praktiken. Ungeschützter Vaginalverkehr und ganz besonders Analverkehr ohne Kondom sind als sehr risikoreich anzusehen.
Ein weiterer Übertragungsweg mit hohem Ansteckungsrisiko ist der direkte Blut-zu-Blut-Kontakt, insbesondere durch gemeinsam benutzte Injektionsspritzen und -nadeln bei Drogengebrauchern.
Infizierte Schwangere können das Virus während der Schwangerschaft auf das Kind im Mutterleib und unter der Geburt übertragen. Nach der Geburt ist eine Infektion über die Muttermilch möglich.
Im Alltag besteht keine Infektionsgefahr, das heißt wenn Sie mit jemandem zusammen arbeiten oder wohnen: beim Anhusten und Anniesen, bei alltäglichen Körperkontakten, gemeinsamer Zubereitung von Mahlzeiten, gemeinsamem Benutzen von Sanitäreinrichtungen, Besuchen öffentlicher Schwimmbäder etc.
Bei Bluttransfusionen wird das Blut vorab unter anderem auf HIV getestet. Das Risiko einer HIV-Infektion durch Bluttransfusion zwar sehr gering, , es kann aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden, da in den ersten Wochen nach einer Infektion keine Antikörper im Blut nachzuweisen sind. Bei Blutplasmaprodukten besteht in Deutschland kein HIV-Risiko, da diese virusabtötenden Verfahren unterzogen werden.

Wie kann ich mich (vor einer sexuellen Übertragung) schützen?

Durch Kondome und Sexualpraktiken, die einen Kontakt der empfindlichen Schleimhäute mit Samen- oder Scheidenflüssigkeit vermeiden (Safer Sex) wird die Ansteckungsgefahr bei sexuellen Kontakten entscheidend herabgesetzt. Für Frauen sind inzwischen Frauenkondome in der Apotheke erhältlich.
Bei Oralverkehr kann die Aufnahme von Samen bzw. Scheidenflüssigkeit vermieden werden, indem Kondome oder Dental Dams (Latextücher) verwendet werden. Kommt es doch zum Samenerguss im Mund, sollte sofort ausgespuckt werden und der Mund ausgespült werden, am besten mit (mindestens 40%igen) Alkohol.
Analverkehr – egal ob mit oder ohne Samenerguss – sollte nur mit Kondom durchgeführt werden. Falls es, zum Beispiel wegen einer Kondompanne doch zu (vaginaler oder analer) Aufnahme von Sperma kommt, kann das Risiko durch äußerliches Abbrausen vermindert werden (keine innere Spülungen wie Scheidenspülung, da sie das Risiko vergrößern). Bei aktivem Vaginal- oder Analverkehr kann in einem solchen Fall das Infektionsrisiko durch Urinieren und Abbrausen des Gliedes vermindern werden.

Postexpositionsprophylaxe

Das Risiko einer Ansteckung mit HIV nach einem sexuellen Kontakt mit möglicher Übertragung lässt sich durch eine hochdosierte Behandlung mit antiretroviral wirksamen Medikamenten vermindern. Diese sogenannte „Postexpositionsprophylaxe“ (PEP; Post=nach, Exposition=hier:Kontakt, Prophylaxe=Infektionsvermeidung) sollte so schnell wie möglich nach dem risikoreichen sexuellen Kontakt und innerhalb von 24 Stunden begonnen werden. Sie muss dann vier Wochen lang nach einem festgelegten Schema durchgeführt werden. Die Einnahme dieser Medikamente ist sehr belastend, teuer und häufig mit schweren Nebenwirkungen verbunden. Durch die „Postexpositionsprophylaxe“ kann das Infektionsrisiko deutlich vermindert, aber nicht gänzlich aufgehoben werden. Die Behandlung kann deshalb Maßnahmen zu Safer Sex nicht ersetzen.

Empfohlen wird die PEP

  • bei Verletzungen durch eine HIV-kontaminierte Nadel oder Skalpell
  • Ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit HIV-positiver Person
  • Verhütungspanne bei Geschlechtsverkehr mit HIV-positiver Person (geplatztes Kondom),
  • Kontakt von Sperma eines HIV-positiven in den Mund der HIV-negativen Person (Oralverkehr)

HIV-Antikörpertest

Auf die Ansteckung mit dem HI-Virus reagiert der menschliche Organismus mit der Bildung von Antikörpern, die zwölf Wochen nach einer Ansteckung sicher im Blut nachweisbar sind. Außer in Ausnahmefällen ist auch dann erst eine Blutuntersuchung (HIV-Antikörpertest, umgangssprachlich oft als „Aids-Test“ bezeichnet) sinnvoll, um eine Ansteckung nachzuweisen oder auszuschließen. Ein infizierter Mensch kann in dieser Zeit jedoch bereits andere anstecken, denn gerade in den ersten Wochen nach der Ansteckung ist die Virusvermehrung sehr stark.

Wir können hier keine Aussagen zu möglichen Ansteckungsrisiken machen. Ein einmaliger sexueller Kontakt bedeutet aber nicht, dass Sie sich angesteckt haben müssen. Die Angst vor AIDS überschattet im Nachhinein oftmals ein sexuelles Erlebnis und führt zu starken Ängsten, auch aus einem schlechten Gewissen und Schamgefühlen heraus.

Die Auseinandersetzung mit einer möglichen HIV-Infektion ist für die meisten Menschen eine erhebliche seelische Belastung- Ein Test sollte immer nur freiwillig und mit einer ausführlichen Beratung erfolgen. Die meisten Gesundheitsämter und einige andere Aids-Beratungsstellen bieten die Möglichkeit, einen HIV-Antikörpertest anonym durchführen zu lassen. Entsprechende Adressen finden sich im örtlichen Telefonbuch oder im Internet unter www.aidsberatung.de. Auch bei niedergelassenen Ärzten kann der HIV-Antikörpertest durchgeführt werden.