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Zum Weiterlesen

Umfangreiche Informationen zum Thema finden Sie in der Broschüre Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. HPV-Impfung des Nationalen Netzwerkes für Frauen und Gesundheit (von TKK und Barmer herausgegeben).

HPV = Humanes Papilloma Virus

Die Infektion mit dem Humanen Papilloma Virus (HPV) ist die wahrscheinlich häufigste virusbedingte sexuell übertragbare Krankheit. Es sind mehr als 110 verschiedene HPV-Typen bekannt, von denen viele Erkrankungen im Genitalbereich verursachen können.

Typische Veränderungen sind Feigwarzen (bekannt auch als Genitalwarzen oder spitze Kondylome) bei Mann und Frau. Bestimmte Typen des Humanen Papilloma Virus (Hochrisiko-Typen) können Zellveränderungen hervorrufen, aus denen sich Jahre später Krebserkrankungen, z.B. Gebärmutterhalskrebs, entwickeln können.

Übertragungsweg

Übertragen wird das HP Virus durch Geschlechtsverkehr (oral, vaginal, anal). Sehr unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen ist eine Übertragung durch Küssen, Petting und Schmierinfektionen, durch Körperkontakt bei gemeinsamem Baden und durch Gegenstände, z.B. Sexspielzeug möglich. Die Übertragung der HPV Infektion von der Mutter auf das Neugeborene bei der Geburt kann zu Warzen an Genitalien, After und Kehlkopf (=Larynxpapillome /sehr selten) oder zu einer Lungenbeteiligung führen. Eine HPV Infektion bei Kindern kann (muss aber nicht) auf einen sexuellen Missbrauch hinweisen.

Die Anwendung von Kondomen vermindert das Risiko für eine Infektion erheblich, bietet jedoch keinen absolut sicheren Schutz vor einer Ansteckung. Sexuell aktive Menschen, die ungeschützten Sex praktizieren, sind besonders häufig betroffen. Bei häufig wechselnden Sexualpartnern steigt das Risiko einer Infektion.

Symptome und Behandlung

Meistens verursachen Genitalwarzen keine Beschwerden. Nur selten treten Juckreiz, Brennen, (Kontakt-) Blutungen und Ausfluss auf. Die Infektion kann überall am äußeren Genitale, in der Scheide und am Gebärmutterhals, beim Mann vor allem an Eichel und Vorhaut, seltener an anderen Stellen, sowie bei beiden Geschlechtern rund um den After auftreten. Ein Befall der Harnröhre und des Enddarms ist ebenfalls möglich. Typische Hautveränderungen sind kleine rötliche oder fleischfarbene Hautwucherungen (spitze Feigwarzen), die im Einzelfall erhebliche Ausdehnung und Größe annehmen können. Obwohl Feigwarzen oft wenig Beschwerden machen, kann die Behandlung langwierig und schmerzhaft sein. Genitalwarzen können über lange Zeit infektiös sein. Nach Behandlung kann es zum erneuten Auftreten kommen. Kleine Warzen werden mit speziellen Lösungen lokal behandelt. Großflächige Veränderungen werden häufig mit einer Lasertherapie behandelt.

Bei Infektionen mit den Hochrisiko-Typen finden sich eher unauffällige rötliche oder weiße Flecken, die oft nur mit speziellen diagnostischen Methoden (z.B. der Kolposkopie*) festzustellen sind. Da die Hochrisikotypen meist keine Symptome machen, werden sie häufig nur zufällig bei der normalen gynäkologischen Krebsvorsorgeuntersuchung entdeckt.

Bisher können nur die Folgen einer bestehenden Virusinfektion, z.B. Feigwarzen behandelt werden. Es gibt noch keinen Impfstoff, der eine bestehende Infektion rückgängig machen kann. So ist es meist nur möglich durch regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchungen Gebärmutterhalskrebs oder Krebsvorstufen zu erkennen.

  • *Das Kolposkop ist ein spezielles Untersuchungsmikroskop. Damit ist eine Lupenbetrachtung des Gebärmutterhalses mit sechs- bis 40-facher Vergrößerung unter optimaler Beleuchtung möglich.

Medizinische Zahlen und Fakten

Feigwarzen (Spitze Kondylome) werden in der Regel durch die Typen HPV 6 oder HPV 11 verursacht, selten auch durch andere HPV Typen.
HPV 16 und 18 gehören zu den Risikofaktoren für Gebärmutterhalskrebs. Bei nahezu 100% der Patientinnen mit einem Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) wurden HP-Viren vom sogenannten Hochrisiko Typ gefunden, davon ca. 70% HPV 16 oder 18. Im Umkehrschluss heißt dies aber nicht, dass die Frauen, die eine Hoch-Risiko-HPV Infektion haben, alle ein Zervixkarzinom bekommen. Laut Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe führen weniger als 1% der langfristig bestehenden HPV Infektionen mit Hochrisikotypen zu Gebärmutterhalskrebs.
Auch bei Frauen mit Krebs des äußeren Genitals der Frau (Vulvakarzinom) findet man in 70% der Fälle so genannte Hochrisiko Typen. Beim Peniskarzinom und beim Analkarzinom (Krebs am After) werden sie gehäuft festgestellt. Das Analkarzinom tritt sehr selten auf,. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Eine steigende Tendenz von Neuerkrankungen wird beobachtet. Die Häufigkeit des Analkarzinoms bei homosexuellen Männern ist im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung deutlich erhöht.

Menschen, die unter einer Immunschwäche leiden, haben ein erhöhtes Risiko für HPV und HPV begünstigte Krebserkrankungen.