Zum Weiterlesen

Umfangreiche Informationen zum Thema finden Sie in der Broschüre Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. HPV-Impfung des Nationalen Netzwerkes für Frauen und Gesundheit (von TKK und Barmer herausgegeben).

Die HPV-Impfung

Impfstoffe

In Deutschland gibt es zwei Impfstoffe: Gardasil® ist ein Impfstoff gegen die HPV Typen 6 und 11 (Feigwarzen) sowie 16 und 18. Cervarix® ist ein Impfstoff gegen die HPV Typen 16 und 18. Die HPV Impfung ist keine Impfung gegen Krebs, sondern führt zur Antikörperbildung gegen die HPV Typen 16 und 18, die Mitverursacher für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs sind.
Um einen ausreichenden Impfschutz aufzubauen, muss dreimal in den Muskel, meist am Oberarm, geimpft werden. Die drei Impfungen mit jeweils 0,5 ml Impfstoff erfolgen innerhalb eines halben Jahres (Cervarix®: 0,1 und 6 Monate, Gardasil®: 0,2 und 6 Monate).

An wen richtet sich die Impfung?

Die Impfung wird empfohlen für Mädchen und junge Frauen zwischen 12 und 17 Jahren (STIKO - Ständige Impfkommission am Robert-Koch Institut). Nach Meinung der Wissenschaftler/innen sollte sie vor den ersten sexuellen Kontakten und damit vor einem möglichen HPV Kontakt durchgeführt werden. Besteht die Möglichkeit, dass ein Mädchen schon vor dem 12.Lebensjahr sexuelle Kontakte aufnimmt, kann eine Impfung durchaus auch früher angeboten werden.

Der Impfstoff Gardasil® ist in Europa zugelassen für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 15 Jahren und für junge Frauen zwischen 16 und 26 Jahren. Es darf also auch prinzipiell vor dem 12.Lebensjahr und von 18 bis 26 geimpft werden.

Die ständige Impfkommission am Robert-Koch Institut empfiehlt die Impfung. Andere Verbände und Fachleute kritisieren, dass noch kein ausreichendes Wissen über die Qualität des Impfschutzes oder mögliche Spätfolgen vorliegen, da größere Studien noch nicht abgeschlossen sind.

HPV Test vor einer Impfung

Ob eine Frau vor der Impfung einen HPV Test durchführen lässt, muss sie selbst entscheiden. Der Nutzen der Impfung ist sicher geringer, wenn Sie bereits eine Infektion hat. Eventuell kann Sie jedoch trotzdem profitieren (siehe oben).

Die Durchführung von HPV Tests bedeutet, dass viele Frauen „positiv“ getestet werden, obwohl keine Erkrankung vorliegt. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass viele Frauen (leider auch einige GynäkologInnen) das Risiko, nach positivem HPV Test an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, fälschlicherweise sehr hoch einschätzen. Oft kommt es zu einer latenten Krebsangst. Auch die Aufklärung über tatsächliche statische Zahlen hilft da wenig. (Nur 1% aller langfristig bestehenden Infektionen mit Hochrisikotypen führen zu Gebärmutterhalskrebs) Die Folge sind engmaschige Abstrichuntersuchungen mit den damit verbundenen Ängsten, wiederholte HPV Tests und weiterführende Untersuchungen.

Risiken der Impfung

Häufig entsteht an der Impfstelle eine kleine Rötung oder ein Knubbel, der unter der Haut zu spüren ist. Das kann etwas schmerzhaft sein, geht aber wieder vorbei. Es kann Fieber auftreten, selten kommt es zu Atemnot, Nesselsucht oder Gelenkentzündungen. In den USA wurden Verdachtsfälle von schweren Impfkomplikationen gemeldet. In Deutschland und Österreich wurden 2007 zwei Todesfälle bei jungen Frauen gemeldet. Weiterhin gab es Meldungen von Mädchen und Frauen, bei denen Gefühls- und Gleichgewichtsstörungen, Gleichgewichtsprobleme und Lähmungserscheinungen nach der Impfung auftraten. Die deutsche Impfkommission sieht keinen bewiesenen Zusammenhang und empfiehlt die Impfung weiterhin. Andere führende Experten und Expertinnen fordern eine gründliche Untersuchung der gemeldeten und zukünftiger Fälle und schließen einen Zusammenhang nicht aus.

Kosten der Impfung

Die Kosten für die Impfung in Deutschland betragen 155,05 € (Österreich 208 €). Drei Injektionen (abgeschlossene Grundimmunisierung) kosten 465€. Im Vergleich dazu kostet die Grundimmunisierung in den USA nur 275 €.
In Deutschland werden die Kosten für die Impfung für Mädchen und junge Frauen zwischen 12 und 17 Jahren von der Krankenkasse übernommen. In den meisten Bundesländern muss das Geld für den Impfstoff vorgestreckt werden. Später bekommt man es dann von der Krankenkasse zurück. In Berlin ist es seit Mitte April möglich, die Impfung ganz normal über die Krankenkassenkarte zu bezahlen.Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten auch für Frauen zwischen 18 und 26 Jahren, einige Betriebskrankenkassen auch für Jungen. Es lohnt sich also auf jeden Fall, bei der Krankenkasse nachzufragen.

Und die Jungen?

In den USA ist die Zulassung auf Mädchen und Frauen begrenzt, in Europa darf der Impfstoff auch bei Jungen zwischen 9 und 15 Jahren angewendet werden. Bis auf die Verhinderung von Feigwarzen und die sehr seltenen durch HPV mitverursachten Krebserkrankungen des Mannes, haben heterosexuelle Jungen und Männer keinen eigenen gesundheitlichen Vorteil durch die Impfung. Bisher wurde noch nicht nachgewiesen, dass die Impfung der Jungen zu einer deutlichen Abnahme von HPV Infektionen bei Mädchen und Frauen führt. Es laufen entsprechende Studien. Ob homosexuelle Jugendliche und Männer von der Impfung profitieren, indem das Risiko für die Erkrankung an einem Analkarzinom (Krebs des Afters) gesenkt wird, ist wissenschaftlich noch nicht belegt.

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