Zum Weiterlesen

Umfangreiche Informationen zum Thema finden Sie in der Broschüre Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. HPV-Impfung des Nationalen Netzwerkes für Frauen und Gesundheit (von TKK und Barmer herausgegeben).

HPV-Impfung: Offene Fragen

Gibt es langfristige Erfahrungen mit der Impfung?

Da die ersten Studien mit dem Serienimpfungen erst im Jahr 2002 durchgeführt wurden, bestehen noch keine Langzeiterfahrungen. Wie der Name schon sagt, führt das Humane Papilloma Virus nur beim Menschen zu Erkrankungen. Daher bestehen keine Vorerfahrungen mit der Impfung aus Tierversuchen.

Gibt es Untersuchungen über die Auswirkung der Impfung bei Kindern?

Studien mit Medikamenten dürfen aus ethischen Gründen nur an einwilligungsfähigen Personen durchgeführt werden. Die vorliegenden Studienergebnisse beruhen hauptsächlich auf Impfserien bei Frauen zwischen 16 und 26 Jahren. Die Datenlage für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 15 Jahren ist noch sehr gering. Daher kann noch keine Aussage darüber gemacht werden, ob andere Impfkomplikationen auftreten, wenn früh geimpft wird. Kinder zeigen bei Impfungen zum Teil eine stärkere Reaktion des Immunsystems.

Bei Mädchen und Jungen konnte bisher nachgewiesen werden, dass sie gegen die geimpften HPV Typen immun werden. Ob z.B. Mädchen im weiteren Leben weniger an Gebärmutterhalskrebs erkranken können erst Langzeituntersuchungen zeigen.

Werden auch die erreicht, die ein hohes Risiko für HPV haben?

Unklar ist, wie die sogenannten „Risikogruppen“ für HPV erreicht werden können. Zu ihnen gehören sexuell aktive Mädchen und Frauen mit häufig wechselnden Partnern und seltener Kondombenutzung. Schon bei anderen Impfungen ist der Impfschutz in Deutschland teils zu gering. Trotz Kassenfinanzierung kann es sein, dass die Impfung eher gesundheitsbewusste Frauen und deren Töchter erreicht, die oft weniger gefährdet sind.

Wird durch die Impfung die Krebsvorsorge überflüssig?

Die HPV Typen 16 und 18 werden zwar überdurchschnittlich häufig bei Gebärmutterhalskrebs oder dessen Vorstufen gefunden. Es gibt jedoch noch weitere sogenannte Hochrisiko Typen. Die gynäkologische Krebsvorsorge wird also nicht überflüssig. Bisher steht noch der Beweis aus, dass Frauen durch die Impfung wirklich seltener oder gar nicht an Gebärmutterhalskrebs erkranken. Nachgewiesen wurde bisher lediglich, dass Frauen in den Jahren direkt nach der Impfung deutlich weniger auffällige PAP Abstriche haben.