Zum Weiterlesen

Umfangreiche Informationen zum Thema finden Sie in der Broschüre Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. HPV-Impfung des Nationalen Netzwerkes für Frauen und Gesundheit (von TKK und Barmer herausgegeben).

Der HPV-Test

Der HPV-Test wird in vielen Praxen als sogenannte IGEL Leistung (individuelle gesundheitliche Eigenleistung) angeboten. Er kostet ca. 50 bis 80€ je nach Praxis. In folgenden Situationen ist die Untersuchung auf HPV eine Kassenleistung:

  • Bei mäßigen bis starken Veränderungen, die bei einem Abstrich im Rahmen der jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchung auffallen.
  • Als Kontrolle bei nachgewiesenen Veränderungen in der Schleimhaut des Gebärmutterhalses.

Bisher wurde die HPV Testung nicht in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen, da der Nutzen des Tests nicht wirklich nachgewiesen ist. Dagegen spricht:

  • Die Laboruntersuchung auf HPV als Suchtest ist nicht sehr genau, z.B. finden sich viele falsch positive Befunde, obwohl keine Infektion vorliegt.
  • Infektionen mit HPV sind häufig; 80 % aller Frauen sind im Laufe ihres Lebens damit infiziert, aber nur bestimmte HPV-Typen sind krebsauslösend. Diese finden sich lediglich bei 10 % der Frauen
  • Laut Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe führen weniger als 1% der langfristig bestehenden HPV Infektionen mit Hochrisikotypen nach einem Zeitraum von 15 Jahren zu Gebärmutterhalskrebs.
  • Die Infektion selbst ist nicht, nur die Symptome sind behandelbar.
  • Bei 80-90 % aller Infektionen kommt es zu einer spontanen Rückbildung
  • Die Diagnose „Hochrisikoinfektion mit krebsauslösenden Viren“ kann sehr belastend sein. Oft kommt es bei gesunden Frauen zu einer psychischen Belastung und Verunsicherung. Die Diagnose führt oft zu weiteren Untersuchungen und häufigen Kontrollen.

Derzeit ist die Methode als Suchtest nicht geeignet. Der HPV-Test kann den Gebärmutterhalsabstrich mit zytologischer Untersuchung (Beurteilung der Zellen) im Rahmen der Krebsvorsorgeuntersuchung nicht ersetzen. Für die Frauen, die im späteren Leben Gebärmutterhalskrebs entwickeln würden, kann die frühzeitige Feststellung von HPV Vorteile bringen. Frauen können gynäkologische Krebsvorsorgeuntersuchungen regelmäßiger in Anspruch nehmen. So können Veränderungen am Gebärmutterhals, Krebsvorstufen oder Krebs früher erkannt und behandelt werden. Einige ExpertInnen empfehlen den HPV Test, wenn überhaupt, erst ab 30 als Suchtest , da in dieser Altersgruppe etwas weniger Frauen „positiv“ getestet werden. In den USA und Großbritannien werden teilweise HPV Tests bei jeder Krebsvorsorge der Frau durchgeführt. Fällt der Test negativ aus, wird der nächste PAP Abstrich erst nach 5 Jahren empfohlen.