Persönliche Beratung

Wenn Sie mehr wissen wollen oder Fragen haben, wenden Sie sich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine pro familia-Beratungsstelle.

Hier stehen Ihnen ÄrztInnen, SozialarbeiterInnen, PsychologInnen und PädagogInnen als AnsprechpartnerInnen zur Verfügung.

Informationen

zu soziale und finanzielle Hilfen für werdende Mütter und Eltern

Familienrecht

Ehe oder keine, welcher Name, Unterhalt, Vaterschaft...

Viele Paare leben vor der Geburt des ersten Kindes in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, andere Frauen leben nicht mit dem Vater des Kindes zusammen, andere trennen sich gerade.

Ehe

Wenn Sie sich entscheiden zu heiraten, gilt der rechtliche Rahmen des Familienrechts gemäß BGB. Vaterschaft, Sorgerecht, Vermögensrecht und partnerschaftliche Arbeitsteilung sind die zentralen Punkte. Die Entscheidung, welchen Namen Sie tragen, treffen Sie bei der Eheschließung, ebenso wie die über den so genannten ehelichen Güterstand.

Welcher Name?

Sie können entweder einen gemeinsamen Ehenamen wählen oder Ihre Namen behalten. Hier müssen Sie sich dann aber einigen, welchen Namen die Kinder haben sollen. Wenn Sie sich später für einen gemeinsamen Ehenamen entscheiden, müssen Sie eine öffentlich beglaubigte Erklärung abgeben.

Welches Güterrecht?

Das Ehegüterrecht regelt die rechtlichen Auswirkungen einer Ehe auf das Vermögen der Eheleute und vermögensrechtlichen Beziehungen in der Ehe. Der Normalfall, die Zugewinngemeinschaft, tritt ein, wenn nicht anderes durch einen Ehevertrag geregelt wurde.

Nicht-eheliche Lebensgemeinschaft

In einer nicht-ehelichen Lebensgemeinschaft treffen Sie Entscheidungen über Vaterschaft und Sorgerecht und den Namen des Kindes.

Vaterschaftsanerkennung

Die Vaterschaftsanerkennung ist eine einvernehmliche Erklärung der nicht verheirateten Eltern, die bereit während der Schwangerschaft persönlich beim Jugendamt, Standesamt, Notar oder Amtsgericht abgegeben werden kann. Danach kann auch eine gemeinsame Sorgeerklärung beim Jugendamt abgegeben werden. Diese gemeinsame Sorgerechtserklärung ist nur mit der Zustimmung der Mutter möglich. Ohne die Sorgeerklärung hat die Mutter die alleinige elterliche Sorge. Das Kind bekommt automatisch den Namen der Mutter, sofern Sie sich nicht für den Familiennamen des Vaters entscheiden, dokumentiert durch eine gemeinsame Erklärung beim Standesamt.

Unterhalt

Bezüglich des Unterhalts gibt es für das Kind keinen Unterschied zwischen nichtehelichen und ehelichen Kindern, diese sind in allen Vermögensfragen rechtlich gleichgestellt.

Nichtverheiratete Mütter sind unterhaltsrechtlich ehelichen Müttern nicht gleichgestellt. Ihr Anspruch ist in der Regel begrenzt auf die ersten drei Lebensjahre des Kindes, und sie sind in der Rangfolge derzeit Ehefrauen nachrangig. Darüber muss der Gesetzgeber nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts gerade neu entscheiden.
Die Frage des Unterhalts ist vor allem für Frauen, die nicht mit dem Vater des Kindes zusammenleben, wichtig, gilt aber auch für nicht eheliche Lebensgemeinschaften. Der Vater des Kindes ist im Rahmen seiner Leistungsfähigkeit verpflichtet, Ihnen für die Zeit des Mutterschutzes Unterhalt zu zahlen. Die Unterhaltspflicht beginnt frühestens 4 Monate vor der Geburt des Kindes, wenn Sie aufgrund der Schwangerschaft oder einer durch die Schwangerschaft verursachten Krankheit nicht arbeiten können. Der Vater muss auch die Entbindungskosten übernehmen, wenn die Krankenkasse nicht dafür aufkommt. Nach der Geburt des Kindes haben Sie in der Regel 3 Jahre Anspruch auf Betreuungsunterhalt, wenn Sie wegen der Betreuung des Kindes nicht arbeiten können. Im umgekehrten Sinn kann es natürlich auch sein, dass eine berufstätige Mutter gegenüber einem Vater unterhaltspflichtig ist, wenn dieser wegen der Betreuung des Kindes nicht arbeitet.
In der Realität wird dieser Anspruch oftmals nicht umgesetzt, da er entweder gerichtlich durchgesetzt werden müsste oder aber der Anspruch bei einem Antrag auf ALG II zwar geprüft, dann aber durch die staatliche Leistung ALG II ersetzt wird.