Zum Weiterlesen

Broschüre Mutterschutzgesetz - Leitfaden zum Mutterschutz

des Familienministeriums

Anlaufstellen

in den Bundesländern finden Sie auf der Webseite des Familienministeriums

Wichtige Adresse

Bundesversicherungsamt
Mutterschaftsstelle
Friedrich-Ebert-Allee
53113 Bonn

www.mutterschaftsgeld.de

Das Mutterschutzgesetz

Das Mutterschutzgesetz regelt die Rechte und Pflichten für Arbeitnehmerinnen (auch für Heimarbeiterinnen), die schwanger sind, sowie für deren Arbeitgeber. Während der Schwangerschaft und ebenso kurz nach der Geburt, besteht für Sie grundsätzlich ein Schutz vor Kündigung und in den meisten Fällen auch vor vorübergehender Minderung des Einkommens. Es schützt darüber hinaus Ihre Gesundheit während der Schwangerschaft und die Ihres Kindes vor Gefahren am Arbeitsplatz.

Im Einzelnen regelt es die Gestaltung des Arbeitsplatzes bei stehenden Tätigkeiten, mögliche Beschäftigungsverbote bei Arbeit mit Lasten, Strahlenbelastung oder gesundheitsschädlichen Emissionen, bei Akkord- oder Fließbandarbeit, bei ständig stehenden Tätigkeiten und bei erhöhten Unfallgefahren. Auch die Nacht-, Wochenend- und Mehrarbeit unterliegt bestimmten Regelungen und Beschäftigungsverboten.

Im Falle eines Beschäftigungsverbotes erhält die werdende Mutter ihren bisherigen Durchschnittsverdienst (Mutterschutzlohn) unter Berücksichtigung von eventuellen Verdiensterhöhungen und Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Die Beschäftigungsverbote gelten auch für die Stillzeit.

Allen schwangeren Arbeitnehmerinnen, auch den nicht in der gesetzlichen Krankenkasse Versicherten, muss ohne Kürzung des Arbeitsentgelts die Freizeit für notwendige ärztliche Vorsorgeuntersuchungen, die nur während der Arbeitszeit möglich sind, gewährt werden.

Der Arbeitgeber soll von der Schwangerschaft benachrichtigt werden, sobald die Schwangerschaft bekannt ist. Sie sind jedoch nicht gesetzlich verpflichtet, dem Arbeitgeber die Schwangerschaft mitzuteilen, sobald Sie davon wissen. Ob Sie dies beispielsweise schon in der 6. Schwangerschaftswoche oder erst in der 12. Woche tun, entscheiden Sie selbst. Ihre Entscheidung sollten Sie auch davon abhängig machen, ob Sie einer Arbeit nachgehen, die Ihre Gesundheit und dies des Kindes beeinträchtigen könnte, oder ob es Ihnen in den ersten Wochen Ihrer Schwangerschaft gesundheitlich schlecht geht.

Die Mutterschutzfrist beginnt grundsätzlich sechs Wochen vor dem berechneten Geburtstermin und endet regulär acht Wochen nach der Geburt. Bei medizinischen Frühgeburten, also in der Regel bei einem Geburtsgewicht von unter 2.500 Gramm und auch bei sonstigen vorzeitigen Entbindungen verlängert sich die Mutterschutzfrist nach der Geburt um die Tage, die vor der Entbindung nicht in Anspruch genommen werden konnten. Somit haben alle Arbeitnehmerinnen einen Anspruch auf eine Mutterschutzfrist von insgesamt mindestens 14 Wochen. Wie lange Sie die Mutterschutzfrist vor der Geburt in Anspruch nehmen, können Sie selbst entscheiden. Damit verkürzt sich aber dementsprechend die Gesamtzeit von 14 Wochen.

Während der Mutterschutzfrist erhalten Sie Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse und einen Arbeitgeberzuschuss in der Höhe des Nettolohns, wenn Sie in der gesetzlichen Krankenkasse versichert sind. Dazu stellen Sie spätestens 7 Wochen vor dem Termin der Geburt einen Antrag bei Ihrer Krankenkasse. Andere Arbeitnehmerinnen erhalten bis zu 210 Euro. Der Antrag wird beim Bundesversicherungsamt gestellt. Bei der Berechnung des Arbeitgeberzuschusses zum Mutterschaftsgeld sind Verdiensterhöhungen, die während der Mutterschutzfristen wirksam werden, zu berücksichtigen. Kleinbetriebe erhalten von der gesetzlichen Krankenkasse 100% der wesentlichen Arbeitgeberkosten im Mutterschaftsfall erstattet.