Auffällige Befunde nach vorgeburtlicher Untersuchung

Den allermeisten Frauen kann nach der Durchführung vorgeburtlicher Untersuchungen ein unauffälliger Befund mitgeteilt werden.

Die Wartezeit auf den Befund kann aber selbst in diesem Fall sehr belastend sein. Auch in dieser Zeit können Sie sich durch eine Schwangerschaftsberatungsstelle unterstützen lassen. Beratung kann Ihren Wege aufzeigen, mit der Situation umzugehen.

Diagnoseschock

Es besteht jedoch immer die Möglichkeit, dass sich bei  in der Untersuchung Auffälligkeiten beim Kind zeigen, selbst wenn vorab keine besonderen Risiken vorlagen.

Das Basisrisiko für jegliche Art von Krankheiten, Fehlbildungen und oder Behinderungen Chromosomenstörungen liegt bei zwei bis vier 3 – 5  Prozent, die Chromosomenstörungen machen davon nur einen kleinen Teil aus.

Ein auffälliger Befund ist für die schwangere Frau und ihren Partner ein Schock. Es fällt ihnen schwer, überhaupt Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten.

Beratung durch den Arzt oder die Ärztin

Nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz steht einer schwangere Frauen (und ihrem Partner) nach einem Befund eine fachübergreifende ärtzliche Beratung zu.

Außerdem muss die Ärztin oder der Arzt auch auf das Angebot der ergänzenden psychosozialen Beratung hinweisen und Sie auf Ihren Wunsch zu einer Beratungsstelle, Selbsthilfegruppe oder zu einem Behindertenverband vermitteln, und Sie erhalten schriftliches Informationsmaterial, das zu Ihrer Unterstützung von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung entwickelt wurde.

Beratung in der Beratungsstelle

Für die schwangere Frau und ihren Partner gilt es in dieser Situation Antwort auf viele Fragen zu finden:

  • Wollen wir weitere Untersuchungen durchführen lassen?
  • Können wir uns vorstellen, ein Kind mit Behinderung zu bekommen?
  • Welche Therapien gibt es, wo erhalten wir Information zu der Erkrankung?
  • Wie würde sich unser Lebensentwurf verändern, wo könnten wir Unterstützung erhalten?
  • Kommt für uns ein Schwangerschaftsabbruch in Frage?

Bei der Klärung dieser und vieler anderen Fragen kann die psychosoziale Beratung in einer Schwangerschaftsberatung hilfreiche Unterstützung leisten.

Die Beratung ist nicht verpflichtend, sie kann aber in dieser schwierigen Situation helfen, den Schock zu verarbeiten und die nächsten Schritte zu planen.

zuletzt geändert am:  23.06.2016