Kurvenblatt

Dieses Kurvenblatt findet Anwendung bei der Symptothermalen Methode.

Möglichkeiten der Fruchtbarkeitswahrnehmung

Bestimmen von fruchtbaren und unfruchtbaren Tagen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus der Frau zu bestimmen.

Die Temperatur-Methode

Jeden Morgen, immer zur gleichen Uhrzeit, misst die Frau ihre Körpertemperatur und trägt den Wert auf einem Kurvenblatt ein. Aus dem Verlauf der Kurve kann sie im nachhinein ihren Eisprung ersehen und auf ihre unfruchtbaren Tage schließen.

Die Schleim-Methode (auch Mucus- oder Billings-Methode genannt)

Die Beschaffenheit des Gebärmutterhalsschleimes verändert sich im Laufe des Zyklus: Der Schleimpfropf im Gebärmutterkanal wird immer dünnflüssiger. Es entsteht eine zunehmend feuchte Empfindung am Scheidenausgang, die den nahenden Eisprung ankündigt. Durch die tägliche Untersuchung des Schleims (das Ergebnis wird ebenfalls auf ein Kurvenblatt eingetragen) kann die Frau ihre fruchtbaren Tage bestimmen.

Die Kombinations-Methode (auch Symptothermale Methode genannt)

Temperatur-Methode und Schleim-Methode werden miteinander kombiniert. Auf diese Weise lässt sich der nahende Eisprung voraussehen und feststellen, wann er vorüber ist.

Die Selbstuntersuchung des Muttermundes

Die Frau untersucht ihren Muttermund, der sich im Laufe des Zyklus verändert und zum Zeitpunkt des Eisprungs öffnet. Der klare Eisprungschleim ist dann gut sichtbar.

Die Beobachtungen können die Temperatur- und Schleim-Methode gut ergänzen und sollten mit ins Kurvenblatt geschrieben werden. Die Selbstuntersuchung ist am Anfang etwas schwierig zu erlernen. In Frauenzentren und einigen pro familia-Beratungsstellen werden hierzu spezielle Kurse angeboten.

Die Knaus-Ogino-Methode

Die Frau muss ein Jahr lang die Tage von einer Monatsblutung zur nächsten zählen und aufschreiben. Anhand dieser 12 Zyklen wird ein Durchschnittswert für die wahrscheinlich fruchtbaren Tage ermittelt. Diese Methode ist als Verhütungsmethode sehr unsicher.

Vorteile

Die Möglichkeiten der Fruchtbarkeitswahrnehmung können sowohl für die Verhütung als auch zum Schwangerwerden genutzt werden. Das Wissen um Vorgänge im weiblichen Körper wird erweitert.

Nachteile

Regelmäßige genaue Körperbeobachtung und deren Aufzeichnung sind notwendig. Sie müssen lernen, wie Sie Ihre Körperzeichen auswerten können.

Für Frauen und junge Mädchen mit unregelmäßigem Monatszyklus weniger geeignet. Ebenso für Frauen mit unregelmäßigem Tagesrhythmus (beispielsweise Schichtarbeit) und für Frauen in speziellen Situationen (beispielsweise nach Absetzen der Pille, in der Stillzeit nach einer Schwangerschaft).

Bei Nutzung zur Verhütung müssen entweder in der fruchtbaren Phase Verhütungsmethoden, beispielsweise Kondom, angewandt, oder es muss auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden.

Zuverlässigkeit

Das mit der Fruchtbarkeitswahrnehmung gewonnene Wissen und die richtige und genaue Anwendung dieses Wissens für Ihre Empfängnisverhütung entscheiden darüber, wie sicher Sie letztlich eine Empfängnis vermeiden. Unterstützend wirken eine regelmäßige Lebens- und Arbeitsweise, die Übereinstimmung mit Ihrem Partner in Fragen der Sexualität und Verhütung und eine positive Einstellung zu den Methoden der Fruchtbarkeitswahrnehmung sowie Erfahrung im Umgang mit ihnen.

Inzwischen gibt es zur Wahrnehmung von Fruchtbarkeitszeichen mehrere Hilfsmittel auf dem Markt. Es handelt sich hierbei um Computer, diskettengespeicherte Computerprogramme und Minimikroskope. Diese Hilfsgeräte beruhen in der Regel auf der Basaltemperatur-Methode und der Schleimstrukturmethode. Sie erleichtern im wesentlichen die Ermittlung der "gefährlichen und ungefährlichen" Tage. Einzelne Geräte bestimmen zusätzlich Hormonwerte im Urin.

Wenn Sie in der fruchtbaren Phase Verhütungsmittel (z. B. Diaphragma oder Kondom) benutzen, so entspricht die erreichbare Sicherheit immer der des verwendeten Mittels.

Geschlechtsverkehr während der sicher unfruchtbaren Tage bringt dagegen praktisch kein Risiko einer Schwangerschaft mit sich.

Kosten

Für Quecksilber-Schnellthermometer ca. Euro 3,- bis 4,-; für Digitalthermometer ca. Euro 8,- bis 15,-); Temperatur-Computer gibt es ab Euro 90,- bis 500,-; Hormon-Computer kosten ca. Euro 90,- inkl. 16 Teststäbchen; zusätzlich fallen pro Monat Euro 13,- für 8 Teststäbchen an.

Die Beratungskosten werden bei Kassenpatienten von der Krankenkasse übernommen.

zuletzt geändert am: 11.02.2011