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Broschüre Die Pille

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Minipille

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Die Pille

© pro familia Bundesverband

Die Pille ist ein hormonelles Verhütungsmittel in Tablettenform. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Zusammensetzungen. In Deutschland sind über 50 verschiedene Pillenpräparate auf dem Markt. Die Verträglichkeit kann je nach Zusammensetzung besser oder schlechter sein, da Frauen sehr unterschiedlich auf die verschiedenen Stoffe reagieren. Die meisten Frauen in Deutschland nehmen Präparate, bei denen jede Tablette der Packung die gleiche Hormonmenge Östrogen und Gestagen enthält (so genannte Einphasen-Kombinationspräparate). Dabei nimmt die Frau an 21 Tagen jeweils eine Pille, dann folgt eine Einnahmepause von sieben Tagen. Auch während dieser Pause ist der Empfängnisschutz gewährleistet. Nach der Einnahmepause beginnt ein neuer Einnahmezyklus. Der Empfängnisschutz besteht nicht mehr, sobald die Pille abgesetzt wird.

Aktuell: Pille und Thromboserisiko

Zu den bekannten Risiken bei der Einnahme der Pille gehört eine erhöhte Neigung zu Thrombosen oder Embolien (Blutgerinnsel, Gefäßverschluss). Insgesamt wird dieses Risiko aber als gering eingestuft. Allerdings ist auch bekannt, dass sich das Thromboserisiko je nach Wirkstoffkombination unterscheidet. Einige neuere Pillenpräparate, sogenannte Pillen der 3. und 4. Generation, weisen im  Vergleich ein etwa doppelt so hohes Risiko für ein Blutgerinnsel oder einen Gefäßverschluss auf als länger verfügbare Pillen. Zu dieser Bewertung kommt der zuständige Ausschuss der Europäischen Zulassungsbehörde EMA und auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte informiert darüber.

Dennoch zeigen die aktuellen Verordnungszahlen, dass diese Produkte sehr häufig verordnet werden.
Kombinierte Pillenpräparate mit den Wirkstoffen Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron sind mit dem geringsten Risiko für eine Thrombose/Embolie verbunden. Soll eine Pille verschrieben werden, die nicht zu denen mit dem geringsten Thrombose-Risiko gehört, darf dies nur nach individueller Aufklärung erfolgen, das bedeutet wenn die Frau von ihrem Arzt /Ärztin über die unterschiedlichen Wirkungsweisen und Risiken informiert wurde.

Eine 31-jährige Frau hat nach Einnahme von Yasminelle® (Drospirenon-haltige Pillen gehören zu den Pillen der 3. und 4. Generation) eine Lungenembolie erlitten und führt dies auf die Einnahme der Pille zurück. Eine Klage gegen den Arzneimittelkonzern Bayer wurde im Dez. 2015 eingereicht.

Absetzen der Pille wegen Thromboserisiko?

Abbruch der Pille ist nicht empfehlenswert. Wenn bisher keine Probleme bei der Anwendung des Pillenpräparats aufgetreten sind, besteht keine Notwendigkeit, das Präparat abzusetzen. Dagegen riskieren Frauen dadurch ihre sichere Verhütung. Bei Unsicherheit oder Sorge, sollten sich Frauen an ihre Frauenärztin oder ihren Frauenarzt wenden.

Im Vergleich mit einer Schwangerschaft und der Zeit nach der Geburt ist das Thrombose-Risiko bei Pillenanwendung niedriger.

Das Thrombose-Risiko ist im ersten Jahr der Pillenanwendung bzw. nach Wiedereinnahme nach einer Anwendungspause von mindestens 4 Wochen am höchsten.

 

Weitere Informationen und Quellen

 

 

zuletzt geändert am:  18.12.2015