Wenn Sie mehr wissen wollen oder Fragen haben, wenden Sie sich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine pro familia-Beratungsstelle.
Hier stehen Ihnen ÄrztInnen, SozialarbeiterInnen, PsychologInnen und PädagogInnen als AnsprechpartnerInnen zur Verfügung.
Verhütungsgels und Cremes sollten immer zusammen mit einer Barrieremethode (Diaphragma oder Verhütungskappe) benutzt werden. Im Gegensatz zu den meisten Schaumzäpfchen greifen sie Latex nicht an. Verhütungsgels gibt es in verschiedenen Zusammensetzungen:
vermindern die Spermienbeweglichkeit (Zitronensäure) oder machen die Spermien unbeweglich (Milchsäure). Nonoxynol haltige Präparate greifen die Spermienköpfe an und machen sie damit befruchtungsunfähig (spermizid), daher gelten sie als sicherer. Eine aussagekräftige Vergleichsstudie zur Verhütungssicherheit der unterschiedlichen Wirkstoffe liegt leider nicht vor. Ein weiteres Produkt enthält den Wirkstoff Benzalkoniumchlorid. Der Stoff wirkt spermizid und wird in anderen Anwendungsgebieten als Konservierungsstoff verwendet. Über Nebenwirkungen und gesundheitliche Risiken liegen uns derzeit keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vor.
sind nebenwirkungsärmer als Nonoxynol haltige Präparate. Sie können sich bei Frauen mit häufigen Pilzinfektionen positiv auswirken.
Bei Nonoxynol haltigen Produkten (selten bei den anderen Produkten) verspüren einige Frauen nach dem Einführen des Mittels ein Wärmegefühl und/oder ein unangenehmes Brennen, ausgelöst durch eine Schleimhautreizung. Manche Frauen berichten bei häufiger Anwendung über eine erhöhte Reizbarkeit und Verletzungsanfälligkeit der Scheidenschleimhaut. Die eingesetzten Chemikalien können auch allergische Reaktionen auslösen. Das gilt für Frauen und Männer.
Verhütungsgels schützen nicht wirksam vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Laut einer Studie der Vereinten Nationen (UN) infizieren sich Frauen, die chemische Verhütungsmittel mit dem Wirkstoff Nonoxynol-9 benutzen, deutlich häufiger mit HIV.
Die Verfügbarkeit von Verhütungsgels und -cremes in Deutschland unterliegt Schwankungen. Internationale Apotheken und das Internet können eine gute Anlaufadresse sein. Prinzipiell ist es recht aufwändig, eine Quelle für den Bezug von Verhütungsgels und -cremes ausfindig zu machen.
Die Präparate kosten zwischen 10,50 und 12,50 € pro 100g, Produkte mit Benzalkoniumchlorid und Gynol II über 30 € pro 100g.