Pressemeldung Nr.3/2003
Für ein barrierefreies Internet
Pro familia stellt seine neuen barrierefreien Webseiten für
Menschen mit Behinderungen vor
Menschen mit Behinderungen nutzen das Internet weit häufiger als Nichtbehinderte. Dabei machen ihnen technische Barrieren das Surfen schwer. Der pro familia Bundesverband stellt auf seiner diesjährigen Fachtagung am 10. Mai 2003 in Schwerin seine neuen barrierefreien Internetseiten vor, die im Rahmen des Projektes „pro familia virtuell“ entstanden sind.
Stefan Weiler, blinder Geschäftsführer eines Blindentonstudios, der Beratungen zur barrierefreien Gestaltung von Hard- und Software anbietet, wird vor Ort demonstrieren, dass die neuen Internetseiten der pro familia so gestaltet sind, dass sie auch für sehbehinderte und körperbehinderte Menschen nutzbar sind. Zum Beispiel dürfen Bildschirmtexte nur solche Elemente enthalten, die der „Screenreader“, ein spezielles Programm, das Bildschirminhalte vorlesen kann, erkennt. Eine andere Voraussetzung ist, dass Links zu anderen Seiten nicht zu dicht nebeneinander liegen dürfen, damit sie für Menschen mit Körperbehinderungen einfacher anzuklicken sind.
„Menschen mit Behinderungen dürfen nicht von modernen Kommunikationsmitteln ausgeschlossen werden“, fordert Annemarie Rufer, Vorstandsmitglied des pro familia Bundesverbands und Mitinitiatorin des Projekts pro familia virtuell. „pro familia will allen Frauen und Männern virtuelle Informationen zur Verfügung stellen, die sie zur Wahrnehmung ihrer sexuellen und reproduktiven Rechte benötigen.“
Diesem Anspruch entspricht pro familia durch die schnelle Umsetzung der gesetzlichen Forderung barrierefreier Internetseiten für öffentliche und öffentlich geförderte Einrichtungen. Seit dem 1. August 2002 gilt das Bundesbehindertengleichstellungsgesetz, das Kriterien zur Barrierefreiheit auch für moderne Informationsmedien festgelegt hat. Zur Zeit gilt dieses Gesetz nur für öffentliche Einrichtungen. Pro familia fordert eine Ausweitung auf alle Anbieter.
Zur Präsentation der barrierefreien pro familia-Internetseiten möchten wir die MedienvertreterInnen gerne einladen.
Sie findet statt
am 10. Mai 2003 um 14.00 Uhr im Intercity Hotel Schwerin, Grunthalplatz 5-7 (nahe Hbf)
in Anwesenheit von Stefan Weiler (Berater für die barrierefreie Gestaltung von Webseiten), Annemarie Rufer (Vorstand pro familia), Stefan Evertz (Projektkoordinator pro familia virtuell)
Pressekontakt: Regine Wlassitschau, Tel.: 069/63 90 02, Fax: 069/63 98 52, E-Mail: presse@profamilia.de
Ziel des zweijährigen Modellprojektes „pro familia virtuell“ ist die Entwicklung und Realisierung einer gemeinsamen digitalen Informations- und Kommunikationsplattform rund um die Themen- und Arbeitsschwerpunkte von pro familia. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Bündelung der Online-Aktvitäten unter einem Dach. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).
Seit 1952 setzt sich pro familia für die Interessen von Frauen, Männern, Jugendlichen und Kindern auf dem Gebiet der sexuellen und reproduktiven Rechte ein. Heute gehört der Verband national wie europaweit zu den bedeutendsten nichtstaatlichen Dienstleistern der Sexualpädagogik, Familienplanungs-, Sexual- und Schwangerschaftsberatung. In den 170 Beratungsstellen in Deutschland finden Menschen aller Religionen und Nationalitäten fachlich und menschlich qualifizierten Rat. Ein Schwerpunkt des Arbeitsprogramms ist die besondere Förderung und Unterstützung benachteiligter Gruppen in der Bevölkerung.
pro familia Bundesverband, 6. Mai 2003
|