Sexualität(en)

V.l.n.r.: Moderatorin Cornelia Benninghoven, Preisträgerinnen Heinke Schröder und Kim Trau, Jurymitglieder Waltraud Schwab und Susanne Krieg.

pro familia zeichnet Journalistinnen auf Jubiläumsfeier aus

„Se(chs)x Dekaden mit Höhepunkten“ – unter diesem Titel feierte pro familia am Samstag, den 5. Mai 2012  sein 60-jähriges Bestehen in Berlin.

Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurden die drei Gewinnerinnen des JournalistInnen-Wettbewerbs zum Thema „Sexualität(en)“ und ihre preisgekrönten Beiträge vorgestellt. Die fünfköpfige Jury wählte die journalistischen Arbeiten unter knapp 40 Einsendungen aus. Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutsche Journalisten-Verbands, GEO-Reporterin Susanne Krieg, Waltraud Schwab von der tageszeitung, die freie WDR-Redakteurin Christina Zühlke und die Vorsitzende des pro familia Bundesverbands Prof. Dr. Daphne Hahn zeigten sich von der anspruchsvollen Themenwahl vieler Beiträge beeindruckt. In der Sparte Hörfunk konnte kein Beitrag prämiert werden, dafür vergab die Jury einen Sonderpreis.

In der Sparte Print ging der Preis an Ann-Kathrin Eckardt für ihren Beitrag Zwischendrin, der in der Zeitschrift NEON erschienen ist. Der Journalistin gelingt es, den Leserinnen und Lesern drei Menschen nahezubringen, die zwar unterschiedliche Lebensgeschichten, aber eine Gemeinsamkeit haben – sie sind intersexuell. Unterstützt durch die sensiblen Porträts der Fotografin Anne Ackermann entstehen authentische, exemplarische Bilder von Menschen, die ganz eigenen Lösungsweg gefunden haben, um die Probleme, die die Intersexualität aufwirft, zu bewältigen. Zum Beitrag

In der Sparte Video überzeugte der frau TV-Beitrag Dirty Talk von Heinke Schröder. Darin geht es um die Erfahrungen einer jungen Frau, die bei einer Sex-Hotline gearbeitet hat. Der Film beschreibt humorvoll, aber ohne zu beschönigen, die widersprüchlichen Gefühle, die der Job bei der jungen Frau auslöst und welche Spuren er hinterlässt. Die Jury hob die Gelassenheit hervor, mit der die Autorin das Thema vermittelt und dabei Banales und Doppeldeutiges vermeidet. Als besonders lobenswert erachtete die Jury, dass die persönliche Erfahrung der Protagonistin im Beitrag nicht durch Kommentare moralisch bewertet wird. Zum Beitrag

Ein Sonderpreis ging an Kim Trau für die monatliche Kolumne „Politik von unten“ der tageszeitung in Berlin. In der Kolumne geht es um den Alltag einer jungen Frau, die–  eigentlich als Junge zur Welt gekommen – erst seit einer geschlechtsangleichenden Operation im richtigen Körper lebt. Die Jury lobte den Mut, eine solche Kolumne zu schreiben und die Fähigkeit Kim Traus, ihre Erlebnisse und Gedanken auf subtile Weise mit Gesellschaftskritik zu verbinden.  Zum Beitrag

Der pro familia Bundesverband hatte den JournalistInnenwettbewerb ausgelobt, um herausragende Arbeiten von Journalistinnen und Journalisten zu würdigen, die Sexualität in ihrer Vielfalt zum Thema haben. Jeweils 500 Euro Preisgeld standen für die besten Beiträge in den Kategorien Print, Hörfunk und Video zur Verfügung.

Weitere Informationen:
Regine Wlassitschau, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, pro familia Bundesverband, Tel.: 069 / 26 95 77 9-22, regine.wlassitschau@profamilia.de