Wahlprüfsteine

Die Fragen an die Parteien als PDF-Dokument

Die Antworten der Parteien

(in alphabetischer Reihenfolge)

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Sexuelle Selbstbestimmung

Mit Beratungen und sexualpädagogischen Angeboten erreicht pro familia jährlich 500.000 Menschen in direkter Begegnung. Etwa die Hälfte sind Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren. Homophobie ist in Form von verbaler Diskriminierung, Mobbing und Stigmatisierung von Homosexuellen in Schulen verbreitet. Schulen, Eltern, Sportvereine und Jugendarbeit haben nach Meinung von pro familia die Aufgabe, im Sinne der sexuellen Selbstbestimmung zu handeln, die entsprechenden Haltungen zu vermitteln und den Respekt vor Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung vorzuleben und zu lehren.

pro familia hat die Parteien gefragt:

Wie setzen Sie sich dafür ein, dass sexuelle Selbstbestimmung ein grundlegender Wert für das Handeln von LehrerInnen ist und Schulen sie im Rahmen ihres Auftrages fördern?

Zusammenfassung:

  • Alle Parteien sehen sich der Förderung der Selbstbestimmung und Toleranz der unterschiedlichen Lebensweisen verpflichtet und haben sich gegen verbale Diskriminierung, Mobbing und Stigmatisierung von Homosexualität in Schulen ausgesprochen. FDP und SPD treten explizit für das Recht „Selbstbestimmung“ gegen Diskriminierung ein, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke vertreten ein Konzept der Respektierung der „Vielfalt“ unterschiedlicher Lebensweisen. SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke sind dafür, dass das Thema im Unterricht behandelt wird. Die SPD sieht diese Aufgabe von den Bundesländern bereits als erfüllt an.
  • Die FDP sieht die Zuständigkeiten des Bundes durch das Kooperationsverbot der Föderalismusreform begrenzt, verweist aber auf die „Exzellenzinitiative Lehrerausbildung“, wofür der Bundestag 500 Mio. Euro zur Verfügung stellen soll.
  • Die SPD will eine Ergänzung des Grundgesetzes Artikel 3, in dem der Schutz der „sexuellen Identität“ aufgenommen werden soll.
  • Bündnis 90/Die Grünen plädieren für die Umsetzung ihres „Aktionsplans für Vielfalt“.
  • Die Linke verweist auf ein Programm des Berliner Senats „Selbstbestimmung und Akzeptanz der sexuellen Vielfalt“ von 2009 als Vorbild.

pro familia hat die Parteien außerdem gefragt:

Setzen Sie sich dafür ein, dass Sportvereine die sexuelle Selbstbestimmung von Homosexuellen unterstützen und der Stigmatisierung homosexueller SportlerInnen aktiv entgegen wirken?

Zusammenfassung:

  • Alle Parteien wenden sich gegen die Tabuisierung von Homophobie im Sport. Die einzelnen Parteien setzen sich für folgende konkrete Maßnahmen ein.
  • Die FDP verweist auf die Förderung der Magnus-Hirschfeld-Stiftung „zu Bildung und Forschung der Diskriminierung von Schwulen und Lesben. Zur Finanzierung des Projekts hat der Bundestag, beschlossen, die Stiftung mit 10 Mio. Euro zu fördern.
  • Die SPD verweist auf ihr 6-Punkte-Programm ihrer Bundestags-Drucksache 17/7955 „Förderung eines offenen Umgangs mit Homosexualität im Sport“, in der sie Maßnahmen zur Förderung der Toleranz im Sport zusammengestellt hat.
  • Bündnis 90/Die Grünen treten insbesondere dafür ein, dass die Sportvereine sogenannte Antidiskriminierungsparagraphen in ihren Satzungen aufnehmen und die Trainerinnen und Trainer zu dem Thema sensibilisieren.
  • Die Linke sieht das „lobenswerte Engagement des DFB“ als beispielhaft für alle Sportvereine.