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pro familia Facsheet: Wirkmechanismus der Pille danach (2013)

Alles rund um die Pille danach

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Hintergrund - zur Situation in Deutschland

Mit der rezeptfreien Abgabe der „Pille danach“ auf Levonorgestrelbasis (LNG) existieren in Europa bereits Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse aus über 12 Jahren.

Die sichere Anwendung und gute Erfahrung haben dazu geführt, dass die „Pille danach“ inzwischen in 28 europäischen Ländern rezeptfrei und damit niedrigschwellig verfügbar ist. Deutschland gehört zu den wenigen europäischen Ländern, die dieser Entwicklung bisher nicht gefolgt sind, obwohl das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bereits im Jahr 2003 die Aufhebung der Rezeptpflicht empfohlen hat.

Die Pille danach mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat (UPA) ist seit 2009 auf dem Markt. Sie wurde damals zentral, d.h. europaweit zugelassen. Im November 2014 hat die Europäische Zulassungsbehörde nach Prüfung der Datenlage die Aufhebung der Rezeptpflicht empfohlen.

Daraufhin hat die EU-Kommission am 7.1.2015 die Rezeptpflicht für UPA (Produktname ellaOne®)aufgehoben.

Diese Regelung gilt für alle EU-Staaten. Das Gesundheitsministerium hat zugesagt, im Rahmen dieser europäischen Vorgabe auch (und endlich) die Pille danach mit dem Wirkstoff LNG aus der Rezeptpflicht zu entlassen (Produktnamen PiDaNa®, Unofem®, Postinor®).

Für Deutschland bedeutet dies, dass in Kürze alle Präparate, die in Deutschland für die Nach- bzw. Notfallverhütung zugelassen sind, rezeptfrei in der Apotheke verfügbar sein werden. Unter welchen Bedingungen und zu welchen Preisen ist bisher nicht bekannt. Das ist Bestandteil des aktuellen Regelungsbedarfs.

Auch wenn die Einschränkung gemacht werden muss, dass die Datenlage für UPA längst nicht so umfangreich ist wie für LNG, folgt diese Änderung insgesamt den zahlreichen Studien, langjährige internationale Erfahrungen und nationalen wie internationalen Stellungnahmen und Empfehlungen..

zuletzt geändert am: 16.01.2015