Einzigartig und vielfältig – die Arbeit der pro familia in Sachsen

 

pro familia hält seine Mitgliederversammlung 2008 in Dresden ab. Der Landesverband Sachsen stellt fest: Bedarf an psychosozialer Beratung steigt, soziale Notlagen von Familien nehmen zu.

 

Frankfurt, 29. Mai 2008. „Individuen haben ein Recht auf ein befriedigendes Sexualleben und können frei darüber entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen sie (eigene) Kinder haben wollen“. Seit der Weltbevölkerungskonferenz 1994 in Kairo gilt dies als universelles Recht aller Menschen. Was aber, wenn Probleme auftauchen, die einer erfüllten Sexualität im Wege stehen? Was, wenn es Fragen zu Verhütung gibt oder sie versagt hat? Wie umgehen mit kindlicher und jugendlicher Sexualität, wie klärt man Kinder altersgerecht auf? Was tun, wenn die Partnerschaft vor unlösbaren Problemen zu stehen scheint oder wenn die (künftige) Familie unter der finanziellen Last zusammenzubrechen droht?

 

Es sind sehr unterschiedliche Fragestellungen und Probleme, mit denen KlientInnen in die vier pro familia-Beratungsstellen in Sachsen kommen. Sie alle erhalten professionelle Beratung und Hilfe oder werden bei Bedarf an andere Stellen verwiesen. „Pro familia fühlt sich ihren KlientInnen verpflichtet, will dazu beitragen, dass sie ihre Rechte, die die sexuelle und reproduktive Gesundheit betreffen, uneingeschränkt wahrnehmen können“, sagt Oliver Wolf, Vorsitzender des pro familia-Landesverbands Sachsen, der selbst auch als Berater in Chemnitz tätig ist. Ein sperriger Begriff, der ganz konkret zum Beispiel das Recht auf Information, Beratung und Zugang zu sicherer und erschwinglicher Familienplanung meint. Entsprechend bieten die vier Beratungsstellen in Chemnitz, Leipzig, Aue und Wurzen Familienplanungsberatung, Sexualberatung, Sexualpädagogik, Paarberatung sowie Informationen und Beratung zu Sexualität für Menschen mit Behinderungen an. „Einzigartig und vielfältig“ ist dieses Angebot, und so lautet denn auch das Slogan des pro familia-Landesverbands Sachsen.

 

Dass dieses Angebot dringend nötig ist, schlägt sich in steigenden Beratungszahlen nieder. „Vor allem bei der Beratung zur finanziellen Absicherung der Familien, aber auch im Bereich der Beratung bei Paarkonflikten gab es eine deutliche Steigerung in den letzten Jahren“, berichtet Anett Wegertseder, Vorstandsmitglied des pro familia-Landesverbands Sachsen und Beraterin in Chemnitz. Darin zeige sich einerseits der zunehmende soziale Druck in der Gesellschaft, der in den „neuen“ Bundesländern noch deutlicher zu spüren sei, als in den „alten“. Andererseits sei es erfreulich, dass immer mehr Menschen sich Hilfe und Unterstützung suchten, um ihre Probleme zu bearbeiten und zu lösen.

 

„Wir freuen uns, dass wir unsere Mitgliederversammlung in diesem Jahr in Sachsen abhalten und die engagierte Arbeit der vier sächsischen Beratungsstellen vorstellen können. Sie stehen für das Engagement von pro familia, sich für die Rechte ihrer Klientel einzusetzen. Wir wünschen dem Landesverband Sachsen sowohl die politische Anerkennung als auch die finanzielle Förderung seiner Arbeit, die es lohnt, weiter auszubauen, wie der Bedarf zeigt“, sagt Dr. Gisela Notz, Vorsitzende des pro familia-Bundesverbands. Die pro familia-Mitgliederversammlung findet am 31.5. und 1.6. 2008 im Dresdener NH-Hotel statt. Fachthema in diesem Jahr ist die geplante Sexualstrafrechtsreform in Deutschland und die Frage danach, inwieweit sie sich auf die selbstbestimmte Sexualität des Individuums auswirkt. Im Rahmen der Mitgliederversammlung werden außerdem der pro familia-Landesverband Sachsen und die vier Beratungsstellen in Sachsen ihre Angebote und Projekte vorstellen.

 

Pressekontakt: Regine Wlassitschau, Tel.: 069 / 63 90 02, E-Mail: presse@profamilia.de

 

Am Samstag, 31.5.2008, stehen nach Absprache die beiden Vorstandsmitglieder der pro familia Sachsen, Anett Wegertseder und Oliver Wolf sowie die Bundesvorsitzende Dr. Gisela Notz für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

 

pro familia ist Gründungsmitglied der IPPF und aktives Mitglied des Europäischen Netzwerks der IPPF. Seit 1952 setzt sich pro familia für die Interessen von Frauen, Männern, Jugendlichen und Kindern auf dem Gebiet der sexuel-len und reproduktiven Rechte ein. Heute gehört der Verband national wie europaweit zu den bedeutendsten nicht-staatlichen Dienstleistern der Sexualpädagogik, Familienplanungs-, Sexual- und Schwangerschaftsberatung. In den 170 Beratungsstellen in Deutschland finden Menschen aller Religionen und Nationalitäten fachlich qualifizierte Bera-tung und sexualpädagogische Unterstützung. Ein Schwerpunkt des Arbeitsprogramms ist die besondere Förderung und Unterstützung sozial benachteiligter Gruppen in der Bevölkerung. Der pro familia-Bundesverband wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert.