pro familia verurteilt Mord an amerikanischem Arzt

 

Frankfurt, 2. Juni 2009. pro familia ist über den feigen Mord an einem Arzt in den USA, der seit Jahren auch späte Schwangerschaftsabbrüche durchführte, entsetzt und drückt den Angehörigen aus der Ferne ihr tiefes Mitgefühl aus.

Am Pfingstsonntag wurde der Arzt Dr. Georg Tiller im amerikanischen Bundesstaat Kansas von einem fanatischen religiösen Abtreibungsgegner erschossen. Dr. Tiller war einer der Ärzte, der einen Schwangerschaftsabbruch auch nach der 12. Schwangerschaftswoche nach den geltenden gesetzlichen Vorschriften durchführte, wenn eine Frau darauf angewiesen war.

pro familia hat sich auch in der Bundesrepublik immer wieder mit den Vorgehensweisen selbsternannter Lebensschützer auseinander zu setzen. Sie ignorieren die grundgesetzlich verbriefte Würde der Frau, ihr Recht auf reproduktive Autonomie, auf Selbstbestimmung im Bereich von Sexualität und Familienplanung, auf Kontrolle über ihren eigenen Körper und ihre Rolle als Frau.

Mit dieser Position tragen die "Lebensschützer" zu einem Klima bei, das zu Hass, Verachtung und Gewalt gegen Frauen oder gegen ÄrztInnen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen, führen kann. Dies wurde am Sonntagmorgen am Mord an Dr. Tiller durch einen Fanatiker in den USA erneut deutlich.

pro familia tritt mit aller Konsequenz für sexuelle und reproduktive Rechte von Frauen und Männern ein. pro familia fordert erneut politisch Verantwortliche aller Parteien auf, sich für diese Rechte uneingeschränkt und mutiger als bisher einzusetzen und wahrzunehmen, wie gefährdet die ÄrztInnen sind, die Frauen bei der Umsetzung ihrer Rechte unterstützen. Pro familia appelliert an die PolitikerInnen, den Versuchen, sexuelle und reproduktive Rechte zu unterlaufen oder zu diskreditieren entschieden entgegenzutreten.

 

UnterstützerInnen der Pressemitteilung:

Familienplanungszentrum Berlin - BALANCE

 

Pressekontakt: Regine Wlassitschau, Tel.: 069 / 63 19 87 13, E-Mail: presse@profamilia.de

pro familia ist Gründungsmitglied der IPPF und aktives Mitglied des Europäischen Netzwerks der IPPF. Seit 1952 setzt sich pro familia für die Interessen von Frauen, Männern, Jugendlichen und Kindern auf dem Gebiet der sexuellen und reproduktiven Rechte ein. Heute gehört der Verband national wie europaweit zu den bedeutendsten nichtstaatlichen Dienstleistern der Sexualpädagogik, Familienplanungs-, Sexual- und Schwangerschaftsberatung. In den 180 Beratungsstellen in Deutschland finden Menschen aller Religionen und Nationalitäten fachlich qualifizierte Beratung und sexualpädagogische Unterstützung. Ein Schwerpunkt des Arbeitsprogramms ist die besondere Förderung und Unterstützung sozial benachteiligter Gruppen in der Bevölkerung. Der pro familia-Bundesverband wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert.