Pressemitteilung

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Pressekontakt

Regine Wlassitschau,
Tel.: 069 / 26 95 77 922, presse@profamilia.de


pro familia ist der führende Verband zu Sexualität und Partnerschaft in Deutschland. pro familia unterhält ein bundesweites Beratungsnetzwerk und informiert mit einem vielfältigen Publikationsangebot die Öffentlichkeit.

Der pro familia Bundesverband wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert.

Erklärung der Bundesvorsitzenden zu den aktuellen Vorwürfen gegen pro familia

In der Presse werden derzeit Artikel in Ausgaben des pro familia magazins, die vor Jahrzehnten erschienen sind, kritisch auf pädophile Tendenzen und Inhalte geprüft. pro familia wird in diesem Zusammenhang vorgeworfen, in den 1980er und 1990er Jahren pädophilenfreundliche Ansichten veröffentlicht und sogar Sex mit Kindern gebilligt zu haben.

Der Bundesvorstand von pro familia nimmt diese Vorwürfe sehr ernst. Er nimmt sie zum Anlass, umfassend und genau zu untersuchen, ob und inwieweit damals Pädosexuelle die Publikationen oder Verbandsstrukturen von pro familia dazu benutzt haben, um ihre Ansichten zu verbreiten und dafür zu werben. Eine ausführliche Bewertung und Stellungnahme dazu ist in Bearbeitung.

Unabhängig vom Ergebnis der Prüfung stellen wir klar: „Pädosexualität ist Machtmissbrauch und Gewalt an Kindern. Sie führt zu gravierenden Verletzungen und unendlichem Leid bei den Opfern. Mit Entschiedenheit lehnen wir eine Verharmlosung oder Relativierung der Folgen von Pädosexualität ab, welche die Betroffenen erleiden müssen“, so die Vorsitzende des Bundesverbands Professorin Dr. Daphne Hahn.

In den Ausgaben des pro familia magazins, aus denen in Medienbeiträgen zitiert wurde, diskutierten verschiedene AutorInnen Gewalt in der Sexualität, Therapie, Prävention und sexualwissenschaftliche Erkenntnisse. Es kamen darüber hinaus damalige sogenannte „opinion leaders“ zu Wort, die zum Thema stark divergierende Positionen einnahmen. Diese waren Ausdruck der damals in der Gesellschaft herrschenden Diskussionen um die sogenannte „sexuelle Befreiung“. Einzelne Autoren vertraten ohne Zweifel Positionen, die aus heutiger Sicht völlig unvertretbar sowie verharmlosend sind und die Verletzungen der Opfer ignorieren.

„Seit Jahrzehnten setzen wir uns praktisch und politisch für die Rechte von Kindern und Jugendlichen auf Selbstbestimmung und Schutz vor sexualisierter Gewalt ein. Die Schutzrechte von Kindern in der Sexualität sind nicht verhandelbar. Wir werden entschieden prüfen, ob es blinde Flecken gegeben hat, wie es uns aktuell vorgeworfen wird“, so Daphne Hahn.

pro familia hat bundesweit 180 Beratungsstellen und langjährige professionelle Erfahrung im Umgang mit sexualisierter Gewalt, sei es in der Arbeit mit Opfern sexualisierter Gewalt, sei es in der Arbeit mit Sexualstraftätern im Sinne des Opferschutzgesetzes oder der Prävention von Gewalt in der Sexualpädagogik. In vielen Orten Deutschlands gibt es spezialisierte pro familia Beratungsstellen und Notrufe gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Jungen. Projekte der pro familia tragen erfolgreich zur Gewaltprävention und zum Schutz bei: zum Beispiel  „Ziggy zeigt Zähne“ für Grundschulkinder. Es wurde vom Land Brandenburg als vorbildhaftes Projekt zur Stärkung von Kindern ausgezeichnet.

In dem Grundlagenpapier „Sexualisierte Gewalt im Kontext sexueller Menschenrechte. Für sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte“ ist die Haltung der pro familia und ihrer Fachkräfte dargelegt.

11. Oktober 2013