Pressemitteilung

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Pressekontakt

Regine Wlassitschau,
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pro familia ist der führende Verband zu Sexualität und Partnerschaft in Deutschland. pro familia unterhält ein bundesweites Beratungsnetzwerk und informiert mit einem vielfältigen Publikationsangebot die Öffentlichkeit.

Der pro familia Bundesverband wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert.

Pille danach: Rezeptfreie Vergabe in Sicht!

pro familia begrüßt Aktion des Bundesgesundheitsministeriums

Die Aufhebung der Rezeptpflicht der Pille danach ist nur noch eine Frage der Zeit. Das Bundesgesundheitsministerium hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) angewiesen, sich im Januar 2014 mit der Pille danach zu befassen und eine Einschätzung abzugeben, ob sie aus der Rezeptpflicht entlassen werden kann. pro familia begrüßt diesen Schritt, mit dem endlich auch der schnelle Zugang zur Pille danach von Frauen in Deutschland in greifbare Nähe rückt.

Zwar hatte sich das BfArM schon 2003 für die Entlassung des Wirkstoffs Levonorgestrel aus der Rezeptpflicht ausgesprochen, allerdings unterscheidet sich die damals erhältliche Pille danach in der Einnahmeweise. Damals bestand die Pille danach aus zwei Dosen à 0,75 mg Levonorgestrel, die mit einem Zeitabstand von 12 Stunden eingenommen werden mussten. Seit 2005 ist die Einmalgabe mit der Gesamtdosis von 1,5 mg internationaler Standard und wird seit 2006 in Deutschland auch in dieser Form vertrieben. Laut Bundesgesundheitsministerium ist deshalb eine Neubewertung durch das BfArM notwendig.

pro familia ist davon überzeugt, dass das BfArM zur gleichen Einschätzung kommen wird wie 2003. Schließlich zeigen die wissenschaftliche Datenlage und die internationalen Erfahrungen, dass die Pille danach wirksam und sicher ist, egal ob sie als Einmalgabe oder auf zwei Dosen verteilt eingenommen wird. Alle internationalen Fachorganisationen bewerten die Einmaldosis Levonorgestrel als medizinisch unbedenklich, gleich gut wirksam und verträglich.

„Dass das Bundesgesundheitsministerium nun vom BfArM bestätigt haben möchte, was international längst anerkannt ist, mag überraschen“, betont Prof. Dr. Daphne Hahn, Vorsitzende des pro familia Bundesverbands. „Entscheidend ist aber, dass wir auf dem richtigen Weg sind und der Hindernislauf zur Pille danach bald in die Geschichte eingehen wird – als unnötige Barriere für verantwortungsbewusste Frauen, die eine ungewollte Schwangerschaft vermeiden wollen.“

Frankfurt am Main, 11. September 2013

pro familia Kampagne Pannenhilfe nach 6. Pille danach muss rezeptfrei sein!