Pressemitteilung

als PDF-Dokument

Pressekontakt

Regine Wlassitschau,
Tel.: 069 / 26 95 77 922, presse@profamilia.de


pro familia ist der führende Verband zu Sexualität und Partnerschaft in Deutschland. pro familia unterhält ein bundesweites Beratungsnetzwerk und informiert mit einem vielfältigen Publikationsangebot die Öffentlichkeit.

Der pro familia Bundesverband wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert.

Tausend Mal diskutiert, tausend Mal ist nichts passiert

Bundesratsinitiative zur rezeptfreien Pille danach – geht es jetzt voran?

pro familia begrüßt und unterstützt die Bundesratsinitiative der Bundesländer Baden-Württemberg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen zur rezeptfreien Pille danach. Heute stimmt der Bundesrat über den Antrag zur Rezeptfreiheit der Pille danach ab. Der Antrag macht deutlich, dass sich LandespolitikerInnen nicht mit der Haltung der Bundes-CDU und -FDP abfinden, die ausschließlich politisch motiviert ist.

Seit zehn Jahren fordert pro familia, die Rezeptpflicht aufzuheben. Seit dieser Zeit liegen zuverlässige wissenschaftliche Bewertungen von internationalen und nationalen ExpertInnen und Organisationen zu allen wichtigen Fragen der Arzneimittelsicherheit und zum Verhütungsverhalten vor. Immer wieder wurden von den GegnerInnen neue Argumente gegen die Rezeptfreiheit aufgeführt und immer wieder konnten diese mit der sehr guten Studienlage entkräftet werden.

Eines hat dieser lange Prozess deutlich gemacht: Bei der Pille danach geht es nicht um medizinische Fakten, es geht um Gesundheitspolitik. Manche PolitikerInnen und ÄrztInnen trauen Frauen einfach nicht zu, selbst entscheiden zu können, ob sie die Pille danach benötigen. Sie wollen offenbar nicht, dass Frauen und Paare eigenverantwortlich und schnell handeln, wenn eine Verhütungspanne offensichtlich ist. Dabei ist dies die Praxis in inzwischen ca. 90 Ländern, das heißt, sie gilt für etwa 4,8 Milliarden Menschen! In allen diesen Ländern funktioniert die rezeptfreie Vergabe ohne Zwischenfälle oder Komplikationen. In grenznahen Regionen Deutschlands gehen Frauen schon lange in die Apotheke im Nachbarland, um die Pille danach zu kaufen und ersparen sich damit den mühsamen, oft demütigenden und nicht selten auch vergeblichen Weg zu einem Rezept.

„pro familia hofft, dass sich bald auch Frauen in Deutschland die Pille danach niedrigschwellig in der Apotheke besorgen können“, erklärt Daphne Hahn, Vorsitzende des pro familia Bundesverbands. „Die Bundesländer können ihren Teil dazu beitragen, dass die Empfehlung von internationalen ExpertInnen endlich auch in Deutschland umgesetzt wird!“

5.7.2013

Link zur pro familia Kampagnenseite Pannenhilfe nach 6