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Regine Wlassitschau,
Tel.: 069 / 26 95 77 922, regine.wlassitschau[at]profamilia.de


pro familia ist der führende Verband zu Sexualität und Partnerschaft in Deutschland. pro familia unterhält ein bundesweites Beratungsnetzwerk und informiert mit einem vielfältigen Publikationsangebot die Öffentlichkeit.

Der pro familia Bundesverband wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert.

Die Pille danach ist sicherer als manches rezeptfreie Schmerzmittel

pro familia fordert die sofortige Umsetzung der Empfehlung des BfArM

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat heute erneut die Entlassung der Pille danach auf der Basis von Levonorgestrel aus der Rezeptpflicht empfohlen. Wie bereits im Jahr 2003 sieht der zuständige Ausschuss für Verschreibungspflicht aufgrund der geringen Nebenwirkungen und den fehlenden Kontraindikationen keine Notwendigkeit einer ärztlichen Verschreibung.

Dazu erklärt Prof. Dr. Daphne Hahn, Vorsitzende des pro familia Bundesverbands:

Die Entscheidung des BfArM beruht auf medizinischem Sachverstand. Sie zeigt, dass die Weigerung von CDU und FDP, die Rezeptpflicht aufzuheben, rein ideologischer Natur ist. Seit Jahren weisen wir auf die hohe Sicherheit und Wirksamkeit der Pille danach und die guten Erfahrungen mit der rezeptfreien Vergabe in anderen Ländern hin. Dennoch wird seit Jahren in Deutschland an nachweislich falschen medizinischen Behauptungen festgehalten, um die rezeptfreie Zulassung zu verhindern.

Die Pille danach ist sicherer als die meisten rezeptfreien Schmerzmittel, zum Beispiel Acetylsalicylsäure. Die WHO und der US-amerikanische Gynäkologenverband bezeichnen Levonorgestrel als „extremely safe with no need for a clinical exam or a pregnancy test prior the use”. Die Pille danach verschiebt den Eisprung und wirkt sich nicht auf bestehende Schwangerschaften aus. Seit 15 Jahren wird Levonorgestrel als Pille danach angewendet und in diesem Zeitraum haben zahlreiche Studien bestätigt, dass es keine ernsten Gesundheitsrisiken und nur leichte Nebenwirkungen gibt.

Wir erwarten nun von der SPD, dass sie in der Koalition für eine zügige Umsetzung der Empfehlung des BfArM sorgt. Den CDU-Gesundheitsexperten raten wir, der Expertise von internationalen ExpertInnen und der wissenschaftlichen Datenlage zu vertrauen. Wir sind mit der WHO und vielen medizinischen Fachgesellschaften einig: Es gibt keinen wissenschaftlich nachvollziehbaren Grund für die Beibehaltung der Rezeptpflicht!

14.1.2014

 

Links

WHO Factsheet zur rezeptfreien Vergabe der Pille danach (2010)

ICEC Leitlinien zur Pille danach (2012)

ICEC Factsheet zur rezeptfreien Vergabe der Pille danach (2013)