Pressemitteilung

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Pressekontakt

Regine Wlassitschau,
Tel.: 069 / 26 95 77 922, regine.wlassitschau@profamilia.de


pro familia ist der führende Verband zu Sexualität und Partnerschaft in Deutschland. pro familia unterhält ein bundesweites Beratungsnetzwerk und informiert mit einem vielfältigen Publikationsangebot die Öffentlichkeit.

Der pro familia Bundesverband wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert.

Verhütungsmittel sind für viele Menschen zu teuer

Wer wenig Geld hat, braucht eine Kostenerstattung, fordert pro familia

Am 26. September ist Weltverhütungstag. pro familia weist aus diesem Anlass darauf hin, dass sich in Deutschland Menschen mit geringem Einkommen Verhütung oft nicht leisten können.

Moderne Verhütungsmittel ermöglichen Sex ohne unerwünschte Folgen. In Deutschland steht eine breite Palette an Methoden bereit, aus denen Frauen die für ihre Gesundheit und ihre Lebenssituation geeignetste auswählen können. Manche Frauen vertragen die Pille nicht, andere nehmen Medikamente ein, die deren Wirkung beeinträchtigt. Vielleicht ist auch die Familienplanung abgeschlossen, so dass ein andauernder sicherer Verhütungsschutz gewünscht ist.

Für Menschen mit geringem Einkommen gibt es diese Wahl der geeignetsten Verhütungsmethode nicht. Sie leben von Hartz IV oder beziehen finanzielle Unterstützung, weil sie zu den sozial benachteiligten Personengruppen in Deutschland zählen. Für Frauen, die die billigsten Pillenpräparate nicht vertragen oder für die eine Spirale die beste Lösung darstellt, ist Verhütung ein Luxus geworden, den sie sich oft nicht mehr leisten können. Studien haben in den letzten Jahren mehrfach belegt, dass immer mehr Frauen auf unsichere Methoden ausweichen oder gar nicht verhüten, weil das Geld für Pille & Co. nicht reicht.

„Ungewollte Schwangerschaften zu verhüten ist ein Recht, das allen Menschen zusteht“, sagte Prof. Dr. Daphne Hahn, Bundesvorsitzende von pro familia. „Menschen, die die Kosten für Verhütung nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können, brauchen eine Erstattung, und zwar bundesweit. Es reicht nicht aus, wenn einzelne Kommunen, die das Problem erkannt haben, befristete Projekte zur Kostenerstattung ins Leben rufen, die bei schlechter Haushaltslage sofort wieder vom Tisch sind. Gleiches Recht muss für alle gelten, ob in Flensburg oder in Kempten“.

Eine bundesweite Lösung gab es bis 2004 durch die im Sozialgesetzbuch festgeschriebene Hilfe zur Familienplanung. Durch die Abschaffung dieser Hilfe entstand für viele Menschen mit geringem Einkommen eine prekäre Situation. pro familia fordert die Bundesregierung auf, eine neue Lösung zu finden.

24.9.2014

Weitere Informationen zum Thema:
pro familia Kampagne Kostenlose Verhütungsmittel

Der Weltverhütungstag am 26. September ist eine internationale Initiative, für die sich auch die Dachorganisation von pro familia, IPPF (International Planned Parenthood Federation), engagiert.