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Regine Wlassitschau,
Tel.: 069 / 26 95 77 922, presse@profamilia.de
pro familia ist der führende Verband zu Sexualität und Partnerschaft in Deutschland. pro familia unterhält ein bundesweites Beratungsnetzwerk und informiert mit einem vielfältigen Publikationsangebot die Öffentlichkeit.
Der pro familia Bundesverband wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert.
Hier finden Sie die Pressemitteilungen der vergangenen Jahre:
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Regine Wlassitschau,
Tel.: 069 / 26 95 77 922, presse@profamilia.de
pro familia ist der führende Verband zu Sexualität und Partnerschaft in Deutschland. pro familia unterhält ein bundesweites Beratungsnetzwerk und informiert mit einem vielfältigen Publikationsangebot die Öffentlichkeit.
Der pro familia Bundesverband wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert.
Um eine Gesellschaft zu verwirklichen, in der Sexualität und sexuelle Lebensweisen als Bereicherung angesehen werden, müssen sich Institutionen öffnen und ihre Haltung zur Sexualität überdenken. Eine erfüllte Sexualität bedeutet weitaus mehr als ungewollte Schwangerschaften, sexuell übertragbare Krankheiten oder Schutz vor Übergriffen zu verhindern. Diese Aufgaben werden häufig an Institutionen herangetragen. Zum Beispiel lernen Kinder und Jugendliche in der Schule, wie mit Sexualität verbundene Risiken zu vermeiden sind. Dies darf aber nicht dazu führen, dass Kontrollgedanken und der Schutz vor Krankheiten das Thema Sexualität dominieren. Zu dieser Einschätzung kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer pro familia Fachtagung am 4. Mai 2013 in München.
Unter dem Titel „Sexuelle Kulturen – Sexuelle Bildung in Institutionen“ diskutierten VertreterInnen aus der Wissenschaft mit PädagogInnen und BeraterInnen, wie sich sexuelle Kulturen in den verschiedenen Einrichtungen unterscheiden und was das für den Auftrag, sexuelle Bildung zu betreiben, bedeutet. Ihr Fazit: Im Alltag von Institutionen gibt es oft Hindernisse, die der sexuellen Selbstbestimmung entgegenstehen.
Sexualität wird in Institutionen oft erst ein Thema, wenn sie ein Problem darstellt. Zum Beispiel kann in Einrichtungen der Alten- und Krankenpflege Sexualität in der Regel nicht gelebt werden. Sie wird als Störfaktor wahrgenommen, passt nicht in den eng strukturierten Arbeitsalltag und wird nur selten als Bestandteil des Lebens der zu pflegende Person anerkannt. Gleichzeitig werden gerade in der Pflege oft intime Grenzen überschritten. Es ist deshalb wichtig, dieses Thema in die Altenpflegeausbildung aufzunehmen.
Auch Menschen mit Beeinträchtigungen haben Probleme, ihr Recht auf Sexualität zu leben, vor allem, wenn sie in Heimen wohnen. Die Frage, ob bzw. wie sie Sexualität leben können, wird von der Einrichtung oder den BetreuerInnen entschieden. Die TeilnehmerInnen kritisierten diese „Behinderung der Sexualität der Betroffenen“ und forderten einen offeneren Umgang mit sexuellen Wünschen von Menschen mit Behinderung.
„pro familia möchte eine Haltung fördern, in der Sexualität als Bereicherung angesehen wird, und als Lebensbereich, der auf vielfältige Weise gestaltet werden kann“, sagte Prof. Dr. Daphne Hahn, Vorsitzende des pro familia Bundesverbands. „Wir brauchen Sexualkulturen in Institutionen, in denen Differenzen anerkannt und gleichzeitig gegen Diskriminierung vorgegangen wird. Die aktuelle gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Sexualität wird von der Forderung nach Verhinderung von Gewalt dominiert. Dies führt oft dazu, eine Sexualitätspädagogik zu praktizieren, die von Gesundheits- und Kontrollgedanken geprägt ist. Dabei kann die Förderung sexueller Selbstbestimmung gewaltpräventiv wirken. Denn das Wissen über die eigenen Rechte befähigt dazu, diese Rechte wahrnehmen und einfordern zu können“.
6.5.2013