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Aktuelles

 

pro familia Schleswig-Holstein zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember

Das Recht auf Familienplanung darf nicht eingeschränkt werden

Jeder Mensch hat ein gesetzlich verankertes Recht auf selbstbestimmte Sexualität und Familienplanung und auf Zugang zu Information und Beratung rund um Gesundheit, Sexualität, Verhütung und Schwangerschaft. Darauf weist pro familia Schleswig-Holstein am Internationalen Tag der Menschenrechte hin. Vor 50 Jahren, also erst 20 Jahre nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, hat die Menschenrechtskonferenz der Vereinten Nationen 1968 in Teheran Familienplanung als Menschenrecht anerkannt. „Doch die Realität sieht anders aus“, kritisiert Reiner Johannsen, Geschäftsführer des Landesverbandes.

„Durch die Abschaffung der sogenannten „Hilfe zur Familienplanung“ im Jahr 2004 können sich Frauen und Männer mit geringem Einkommen Verhütung nicht mehr leisten. Damit ist das Menschenrecht auf Verhütung vom Geldbeutel abhängig und nicht mehr für alle gewährleistet“, betont Johannsen. „Seit Jahren steigt bundesweit die Anzahl an Frauen, die aus finanziellen Gründen weniger sicher oder gar nicht verhüten, und damit eine ungewollte Schwangerschaft riskieren. Eine Neuregelung ist längst überfällig.“

pro familia erwartet von der Politik, Voraussetzungen zu schaffen, damit alle Menschen, unabhängig von kultureller und sozialer Herkunft, von Geschlecht und Religion, ihre Grundrechte wahrnehmen können. Dazu gehört auch der uneingeschränkte Zugang zu Verhütung. Der Verband fordert seit langem eine bundesweit einheitliche, gesetzlich verankerte Regelung der Kostenübernahme ärztlich verordneter Verhütungsmittel für Menschen mit geringem Einkommen. 

2014 hat sich Deutschland ausdrücklich zum Aktionsprogramm der Weltbevölkerungskonferenz in Kairo bekannt. Dort hat die Internationale Konferenz für Bevölkerung und Entwicklung 1994 jedem Menschen das Recht auf Zugang zu Aufklärung und Familienplanung, Schutz vor HIV/Aids sowie zu Gesundheitsversorgung rund um Schwangerschaft und Geburt zuerkannt. Demnach haben jede Frau und jeder Mann auch das Recht, unabhängig vom Wohnort und sozialem Status, die Verhütungsmethode zu wählen, die individuell gesundheitlich verträglich ist, größtmögliche Sicherheit bietet und finanziell erschwinglich ist.

pro familia sieht sich der Umsetzung der Menschenrechte verpflichtet und tritt für soziale Gerechtigkeit, Inklusion, Selbstbestimmung, Pluralität, Vielfalt und Toleranz ein. pro familia unterstützt die Kampagne „#unteilbar“ - gegen Diskriminierung, Rassismus, Sexismus, Nationalismus und Verarmung – für eine solidarische und offene Gesellschaft, in der Menschenrechte unteilbar, vielfältige und selbstbestimmte Lebensentwürfe selbstverständlich sind. Infos: www.unteilbar.org

Die Pressemitteilung als PDF: Zum Tag der Menschenrechte

Weitere Informationen:

pro familia Schleswig-Holstein, Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg

Tel. 04 61 – 90 92 620, lv.schleswig-holstein[at]nospamprofamilia.de   

pro familia info

pro familia Schleswig-Holstein veröffentlicht zweimal im Jahr einen Newsletter. "pro familia info" informiert Sie über die Arbeit des Landesverbandes, der Beratungsstellen und der spezialisierten Einrichtungen gegen sexuelle und häusliche Gewalt, über Beratungs- und Fortbildungsangebote, Projekte und Aktionen.

Unser aktueller Newsletter informiert Sie über die Themen:

  • Sexuelle Bildung
  • Mehr Angebote für Institutionen
  • Tandem-Teams - Angebote für Menschen mit Behinderung
  • pro familia Lübeck nun barrierefrei
  • Verhütung - ein Menschenrecht
  • Für Solidarität statt Ausgrenzung - Kampagne #unteilbar
  • Jubiläen, Veränderungen, Neues im Landesverband

Aktueller Newsletter als PDF: pro familia info November 2018

Newsletter Juni 2018: pro familia info Juni 2018

 

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lv.schleswig-holstein[at]nospamprofamilia.de

Nachfrage nach Beratung deutlich gestiegen

pro familia Schleswig-Holstein verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Beratungszahlen. "2017 hat der Landesverband in seinen 18 Einrichtungen über 28.000 Menschen mit Information und Beratung, sexualpädagogischen Projekten und Veranstaltungen und mit der Arbeit gegen sexuelle und häusliche Gewalt geholfen - 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr", berichtet Geschäftsführer Reiner Johannsen.

"Wir ermöglichen allen Menschen, unabhängig von sexueller Orientierung, sozialer und ethnischer Herkunft, Weltanschauung und Religionszugehörigkeit, Zugang zu unseren Angeboten. Es gehört zu den Grundsätzen von pro familia, allen Menschen wertschätzend zu begegnen und mit jedem Anliegen respektvoll und vertraulich umzugehen", betont Johannsen.

 Eine enorme Steigerung der Nachfrage verzeichnet der Landesverband im Bereich der Sexualpädagogik. Mit dem umfangreichen Angebot zur sexuellen Bildung und Prävention haben die Frau-Mann-Teams 16.214 Kinder, Jugendliche, Eltern und Fachkräfte erreicht, 16,3 Prozent mehr als 2016.

Darüber hinaus arbeitet der Landesverband in sechs spezialisierten Einrichtungen gegen sexuelle und häusliche Gewalt. Zu den Angeboten gehören Hilfe und Unterstützung für die Opfer, Prävention und Therapie für Täter. "Mit der Täterarbeit beteiligt sich pro familia an einer wichtigen gesamtgesellschaftlichen Aufgabe und trägt zum Schutz weiterer Opfer bei", erklärt Johannsen.

Umfangreiche Infos über die Arbeit von pro familia Schleswig-Holstein, über neue Angebote und Projekte finden Sie im Jahresbericht 2017 - hier als PDF: Jahresbericht 2017.pdf

 

Weitere Informationen:

pro familia Schleswig-Holstein

Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg, Tel. 04 61 - 90 92 620

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Familienplanung - ein Menschenrecht für alle

pro familia fordert neue Hilfe zur Familienplanung

Zunehmend verweisen ungewollt Schwangere auf die für sie unerschwinglichen Kosten sicherer Verhütungsmittel. Verhütung darf aber nicht am Geld scheitern. Jeder Mensch hat das Recht, unabhängig von seinem sozialen Status, die Verhütungsmethode zu wählen, die zu ihm passt, größtmögliche Sicherheit bietet und für ihn gesundheitlich verträglich ist.

Seit Inkrafttreten des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes 2004 haben Frauen und Männer, die Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld beziehen, keine Möglichkeit mehr, eine Hilfe zur Familienplanung zu beantragen. Und die Krankenkassen übernehmen die Kosten für ärztlich verordnete Verhütungsmittel nur für Jugendliche bis zum vollendeten 20. Lebensjahr.

Auf diesen Missstand hat pro familia immer wieder hingewiesen. Während einige Bundesländer sich ausdrücklich für die Beibehaltung einer Hilfe zur Familienplanung entschieden haben, hat sich in Schleswig-Holstein auf Landesebene bis heute nichts bewegt. Gefordert bleibt der Bund.

Projekte zur Kostenübernahme in Schleswig-Holstein

Mittlerweile gibt es Projekte in Flensburg, in Geesthacht, in Norderstedt, in Neumünster und in den Kreisen Stormarn und Dithmarschen.

Bundesfamilienministerium fördert Modellprojekt in Lübeck

Die Hansestadt ist einer von sieben Standorten, die an dem bundesweiten Modellprojekt "biko – Beratung, Information und Kostenübernahme bei Verhütung" des pro familia Bundesverbandes e.V. teilnehmen.

Das Projekt biko wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Es soll u.a. zuverlässige Daten für den tatsächlichen Bedarf an einer Kostenübernahme liefern. Langfristig könnte diese Erhebung die Grundlage für eine bundesweite Regelung bilden. Neben Lübeck wurden für das Projekt die Standorte Halle (Saale), Recklinghausen, Ludwigsfelde, Saarbrücken, Wilhelmshaven und Erfurt (Altern) ausgewählt. Umfassende Infos zum Modellprojekt "biko": www.biko-verhuetung.de/

Infos und Anträge bei pro familia

In den pro familia-Beratungsstellen vor Ort können sich Betroffene dazu beraten lassen und Anträge stellen:

Projekte zur Kostenübernahme ärztlich verordneter Verhütungsmittel

Als erste Kommune in Schleswig-Holstein hat die Stadt Flensburg ein Projekt zur Kostenübernahme ärztlich verordneter Verhütungsmittel für ihre Einwohnerinnen und Einwohner ab 20 Jahren eingerichtet, die staatliche Leistungen erhalten oder ein geringes Einkommen (unterhalb einer festgesetzten Grenze) haben. Für die Umsetzung ist die pro familia-Beratungsstelle Flensburg zuständig. Sie prüft anhand aktueller Bescheide, ob die notwendigen Voraussetzungen vorliegen, nimmt den Kostenvoranschlag oder das Rezept der Arztpraxis entgegen und stellt im positiven Fall eine Bescheinigung aus. Die Betroffenen legen diese bei der Apotheke oder der Arztpraxis vor und müssen dann das Verhütungsmittel nicht bezahlen.

Wie groß der Bedarf ist, bestätigt die hohe Zahl der Anträge. Fast alle AntragstellerInnen beziehen Arbeitslosengeld II und hätten sich vor allem die kostenintensive Verhütung mit Hormonspirale, Implanon oder eine Sterilisation nicht leisten können.

Diese Problematik tauchte auch zunehmend in der Beratung auf. Häufig verwiesen ungewollt Schwangere auf die für sie unerschwinglichen Kosten sicherer Verhütungsmittel. Da entsprechende Anträge im Landtag gescheitert waren, hat sich Simone Hartig, Leiterin der pro familia-Beratungsstelle Flensburg, zusammen mit dem Flensburger Frauenforum mit Nachdruck für eine "neue" Hilfe zur Familienplanung eingesetzt. "Gemeinsam mit der Politik, der Verwaltung, Verbänden und Beratungsstellen wurde eine Regelung erarbeitet, die wieder allen Frauen und Männern einen uneingeschränkten Zugang zu Verhütungsmitteln ermöglicht", freut sich die Beraterin.

Neben der Bearbeitung der Anträge steht pro familia den betroffenen Frauen und Männern auf Wunsch mit weiteren Informationen und Beratung zur Seite.

"Weiteres Engagement ist nötig, damit auch andere Kommunen nachziehen", betont Hartig. pro familia wird sich mit Hintergrundinformationen sowie Beobachtungen und Einschätzungen aus der Beratungspraxis beharrlich für die Kostenübernahme ärztlich verordneter Verhütungsmittel einsetzten. Dabei sollen die Aspekte "Erhaltung der Gesundheit", "Prävention gegen ungeplante Schwangerschaften und Schwangerschaftsabbruch" und "Frühe Hilfen" noch stärker hervorgehoben werden.

Projekte zur Kostenübernahme in Schleswig-Holstein

Außer in Flensburg gibt es mittlerweile Projekte in Geesthacht, in Norderstedt, in Neumünster und in den Kreisen Stormarn und Dithmarschen.

Weitere Informationen zum Flensburger Projekt:

pro familia Flensburg, Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg
Tel. 04 61 – 90 92 640, Fax 04 61 – 90 92 649

flensburg[at]nospamprofamilia.de

Broschüre für Jungen

"Der kleine Kumpel packt aus. Nackte Tatsachen für Jungs"

Was passiert eigentlich in der Pubertät? Wie ist das mit dem Penis? Was kann so ein Kondom?

Antworten auf diese und weitere Fragen finden Jungen in der pro familia-Broschüre mit dem Titel „Der kleine Kumpel packt aus! Nackte Tatsachen für Jungs”. Die Comicfigur der kleine Kumpel begleitet interessierte Jungs in einfacher Sprache und mit ansprechenden Zeichnungen.

Auf 36 Seiten finden Jungen auch bei wenig Lesebegeisterung Wissenswertes zu körperlichen Veränderungen in der Pubertät, zu Verhütung ungewollter Vaterschaft und HIV. Die Broschüre enthält auch Adressen von Beratungsstellen und Internetseiten, die Jugendlichen zuverlässige Informationen zu den Themen Liebe, Freundschaft und Sexualität anbieten.

Die Aufklärungsbroschüre entstand im Rahmen der sexualpädagogischen Arbeit von pro familia Lübeck aus den häufigsten Fragen der Jungen zwischen 10 und 16 Jahren. Für das Konzept und die Inhalte ist das sexualpädagogische Team der pro familia Lübeck verantwortlich. Gestaltung und Illustration stammen von Dennis Lorenz. Die pro familia dankt der Michael-Haukohl-Stiftung, Förderung von Jugendlichen in Bildung, Erziehung und Sport. Sie ermöglichte in Lübeck die Jungenarbeit und die Erstellung dieser Broschüre. 

Sehr gute Bewertung

Die Broschüre 'Der kleine Kumpel packt aus! – Nackte Tatsachen für Jungs' wurde im Mai 2009 von jeweils 30 Hauptschülern und Gymnasiasten im Alter von 12 bis 16 Jahren mit einem ausführlichen Frageprogramm in persönlichen Gesprächen bewertet. Die bundesweit durchgeführte Untersuchung fand bei den Jugendlichen zu Hause statt.

Insgesamt erfährt die Broschüre eine hohe Akzeptanz: 67% der Hauptschüler und 70% der Gymnasiasten urteilen in der Gesamtbewertung mit 'sehr gut' bzw. 'gut'.

Die Ergebnisse zeigen, dass mit dem 'kleinen Kumpel' eine Aufklärungsbroschüre entwickelt wurde, die nicht nur bildungsferne Jungen, sondern auch Gymnasiasten im Alter von 12 bis 16 Jahren kurz und verständlich, trotzdem umfangreich und auf eine angenehm lockere Art und Weise über das Thema Sexualität informiert.

Die Untersuchung wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt. Die Projektleitung wurde dem Alpha-Institut aus Mainz übertragen.

Weitere Infos:

pro familia-Beratungsstelle Lübeck, Tel. 04 51 – 62 33 09, luebeck@profamilia.de

Bestellung

Die Broschüre kann bestellt werden unter jungenbroschuere.de und der-kleine-kumpel-packt-aus.de