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Auf dieser Seite finden Sie in diesem Jahr Informationen, Presseerklärungen,  Meinungen etc.. zum Thema  "Schwangerschaftsabbruch".

Wenig Beistand in der Not

In der Medizinstadt Heidelberg bieten nur zwei Ärztinnen Schwangerschaftsabbrüche aus sozialen Gründen an – Paragraph 218 wird 150 Jahre alt.

Ein Artikel der RNZ am 15. Mai. 2021 zu Versorgungslage bei Schwangerschaftsabbrüchen.

https://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-heidelberg-nur-zwei-Aerztinnen-bieten-schwangerschaftsabbrueche-aus-sozialen-gruenden-an-_arid,673378.html

Fragebogen Aktion

Betroffene Personen erleben häufig, dass der Schwangerschaftsabbruch ein tabuisiertes und negativ und stigmatisierend belegtes Thema ist. Gespräche um den Abbruch sind nicht selten moralisch und emotional aufgeladen.

 Wir möchten in diesem Jahr dazu beitragen, dass verstärkt in der Öffentlichkeit über dieses Thema respektvoll gesprochen wird.

Wir möchten möglichst viele Menschen in ihren unterschiedlichen Sichtweisen und Erfahrungen zu diesem Thema zu Wort kommen lassen.

An dieser Stelle veröffentlichen wir im Laufe des Jahres einige Antworten, die uns Personen auf folgende Fragen gegeben haben:

  • Haben Sie schon einmal mit anderen Personen über das Thema "Schwangerschaftsabbruch" gesprochen und wenn ja, an welche Aussagen oder Inhalte erinnern Sie sich aus den Gesprächen?
  • Ist das Thema aus Ihrer Sicht ein Tabu und wenn ja warum?
  • Was könnte für eine Person hilfreich sein, die erfährt, dass sie ungewünscht schwanger geworden ist?
  • Sollte es zukünftig ein Recht auf Beratung statt einer Pflicht zur Beratung geben?

 

Möchten Sie sich beteiligen? Dann nutzen Sie unseren Fragebogen und senden ihn per mail an heidelberg@profamilia.de.

Ihre persönlichen Daten werden vetraulich behandelt. Von Interesse könnte jedoch allgemeine Angaben wie Alter, Geschlecht/ Identität und Tätigkeit/ Beruf  sein.

Fragebogen

 

Antworten

2021 jährt sich das Bestehen des §218 StGB.  

Am 15. Mai 1871 wurde das Gesetz zur strafrechtlichen Regelung des Schwangerschaftsabbruchs im Reichsstrafgesetzbuch fest geschrieben. Damit ist seit 150 Jahren der Schwangerschaftsabbruch im Strafgesetzbuch geregelt. Wer den Eingriff auf eigenen Wunsch durchführen lassen will, dem droht bis heute eine Gefängnis- oder Geldstrafe, so steht es im Gesetz. Dass in der Praxis Schwangerschaftsabbrüche nach der sogenannten Beratungsregelung straffrei bleiben, ändert nichts daran, dass ihnen der Ruf der Illegalität anhaftet. Es wird Zeit, über eine alternative Regelung nachzudenken, die ungewollt Schwangere nicht kriminalisiert.

Was brauchen betroffene Personen bei einer ungeplanten Schwangerschaft?

Sie brauchen den verlässlichen Zugang zu jeglicher Unterstützung ihrer Wahl. Also ein Recht auf umfassende Beratung, Information und medizinische Versorgung. Dafür muss es ein dichtes Netz an Beratungsstellen geben, die jede*r kennt und die zeitnah Termine zur Verfügung stellen können. Sie sollen medizinische, soziale und gegebenenfalls auch psychosoziale Unterstützung erfahren – ob sie sich für das Schwanger sein und Elternwerden entscheiden oder für einen Schwangerschaftsabbruch.Sie brauchen Ärzt*innen in der Nähe, die schonend, sicher und ohne moralische Vorhaltungen Schwangerschaftsabbrüche durchführen und darüber auch öffentlich informieren dürfen. Sie brauchen eine Gesellschaft, die das Recht auf eine selbstbestimmte Entscheidung zur Fortführung oder zum Abbruch einer Schwangerschaft anerkennt und ihnen die erforderliche Unterstützung zukommen lässt. Was sie nicht brauchen: Tabuisierung, Wartezeiten, Hinhalten und lange Anfahrtswege, fehlende oder gar Fehlinformationen.

 

Hier finden sich einige Daten und Informationen zum Thema Schwangerschaftsabbruch.

Acht Fakten zum Schwangerschaftsabbruch