Silhouette schwangere Frau

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Themen - Infos - Broschüren

In diesem Bereich finden Sie verschiedene pdf-Dokumente oder Hinweise auf Publikationen zu aktuellen Themen, für die sich pro familia stark macht.

Infos und Publikationen

„Die Pille danach soll für Frauen unter 20 auch ohne Rezept kostenfrei bleiben“
Zur bevorstehenden Freigabe der Pille danach aus der Rezeptpflicht

Heute soll der Bundesrat endgültig den Weg zur rezeptfreien Pille danach ebnen. pro familia freut sich über diese Entwicklung, denn langjährige internationale Erfahrungen zeigen, dass die rezeptfreie Vergabe unbedenklich ist – selbst bei minderjährigen Frauen.
Die geplante Regelung sieht für Frauen unter 20 Jahren vor, dass sie die Pille danach kostenfrei erhalten, wenn sie ein ärztliches Rezept vorlegen. pro familia begrüßt, dass der Gesetzgeber eine Kostenbefreiung für junge Frauen vorgesehen hat. Die geplante Vorgehensweise reicht aber nicht aus.

„Der wichtigste Vorteil der rezeptfreien Vergabe der Pille danach ist, möglichst schnell und unkompliziert nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr aktiv zu werden und eine ungewollte Schwangerschaft verhindern zu können. Wenn junge Frauen erst einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen müssen, geht dieser Vorteil verloren. Junge Frauen finanziell zu belasten, die sich die Pille danach rezeptfrei in der Apotheke besorgen wollen, ist der falsche Weg“, sagt Prof. Dr. Daphne Hahn, Bundesvorsitzende von pro familia.
„pro familia hat sich seit über 12 Jahren dafür eingesetzt, Hindernisse im Zugang zur Pille danach zu aus dem Weg zu räumen. Da der Anwendungserfolg am wahrscheinlichsten ist, je früher die Pille danach eingenommen wird, muss sie am besten unverzüglich zur Verfügung stehen. Bis jetzt erhalten junge Frauen die Pille danach umsonst. Dies muss auch für die rezeptfreie Pille danach gelten. Wir brauchen deshalb einen unbürokratischen, direkten Abrechnungsweg zwischen Apotheken und Krankenkassen.“

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Sexualpädagogisches Arbeiten mit Kindern frühestens ab der 4. Klasse

pro familia in Bayern arbeitet mit Kindern und Jugendlichen frühestens ab der 4. Klasse. Das Konzept „Fachkräfte von außen“ ist unseres Erachtens erst ab diesem Alter geeignet. Für Jüngere halten wir es für sinnvoll, dass die ständigen pädagogischen Bezugspersonen (LehrerInnen, SchulsozialpädagogInnen, ErzieherInnen in der Nachmittagsbetreuung etc.) zusätzlich zu den Eltern sexualpädagogisch arbeiten, d. h. wir arbeiten überwiegend ergänzend. Um die oben genannten Bezugspersonen in ihrer Fachlichkeit zu stärken, bieten wir verschiedenste Fortbildungen und Teamberatungen – oft auch zugeschnitten auf die jeweilige Einrichtung – an.

Inhalte unserer Arbeit in den 4. Klassen sind u. a.

  • Über Beziehungen, Liebe und Sexualität sprechen – eine altersangemessene Sprache finden
  • Anatomie der Mädchen- und Jungenkörper, Geschlechtsteile und Körpervorgänge, körperliche und seelische Veränderungen in der Pubertät sowie Veränderungen innerhalb der Familie während der Adoleszenz
  • Wahrnehmung eigener Grenzen und der Grenzen anderer
  • Identitätsbildung, Geschlechterrollen und verschiedene Familien- und Lebensformen
  • Zeugung, Schwangerschaft und Geburt
  • Gute und schlechte Geheimnisse – sich Hilfe holen.

Kinder, die Körperteile und Körpervorgänge benennen können und die gelernt haben, dass man über das Thema Sexualität sprechen darf/kann, sind besser vor Übergriffen geschützt, weil ihnen dann eine bessere sprachliche Ausdrucksfähigkeit zur Verfügung steht und weil thematisiert wurde, dass es sinnvoll ist, sich in schwierigen Situationen Hilfe von Erwachsenen zu holen.

Grundsätzlich gilt: Bevor wir in einer 4. Klasse arbeiten, findet zwingend ein Elternabend im Vorfeld statt. Dabei wird das geplante Programm und die Materialien, mit welchen wir arbeiten, vorgestellt. Die Eltern werden über veränderte Rahmenbedingungen des Aufwachsens heute informiert und erhalten die Möglichkeit zu – gerne auch kritischen! –Rückfragen. Durch das Abhalten des Elternabends im Vorfeld erhalten Eltern auch die Möglichkeit, ihre Kinder vorzubereiten und ihnen z. B. auch im Vorfeld spezifische Werte zu vermitteln (Erziehungsrecht der Eltern!)

Es gibt eher wenige kritische Rückfragen, denn oft sind Eltern, die sich selbst schwer tun, mit ihren Kindern offen über bestimmte Themen der Sexualität zu sprechen, sogar erleichtert, dass ihnen ein Teil der Erziehungsaufgabe abgenommen wird. Darüber hinaus sind Eltern oft erleichtert, wenn sich herausstellt, dass wir nicht etwa den Kindern die „verschiedenen Stellungen“ beibringen, sondern sie über Pubertät informieren und ihre Fragen altersangemessen und sensibel beantworten. Eltern sind auch froh darüber und halten es für sinnvoll, dass bei besonders sensiblen Themenbereichen, wie z. B. der „Körperaufklärung“ die Klasse in eine Mädchen- und Jungengruppe aufgeteilt wird. Deswegen kommen die SexualpädagogInnen von pro familia immer zu zweit und arbeiten geschlechtsspezifisch.

Selten gibt es Rückfragen, ob das Thema nicht viel zu früh behandelt werde und ob man dadurch nicht „schlafende Hunde wecke“. Aber Kinder sind neugierig und wollen z. B. wissen, wie Babys entstehen oder warum Erwachsene – anders als Kinder – Knutschen toll finden. Dazu kommt, dass Kinder in einer Welt leben, in der ihnen ständig das Thema Sexualität begegnet. Nicht nur im Internet oder im nachmittäglichen Fernsehprogramm, sondern auch auf Plakatwänden, in Illustrierten oder in Schaufensterdekorationen.

Eine altersangemessene Sexualpädagogik kann ihnen helfen, das Gesehene einzuordnen und korrekte, einfühlsame Antworten zu bekommen. Das ist keine Frühsexualisierung. Die Alternative wäre, die Antworten den Medien zu überlassen und anderen Kindern, die vielleicht noch etwas mehr mitbekommen haben. Aber ob dann diese Antworten immer richtig sind, mag dahingestellt bleiben.

Bei unserer Arbeit in weiterführenden Schulen kommen u. a. folgende Inhalte dazu:

  • Kritisches Hinterfragen von Geschlechterrollen und einengenden Rollenzuschreibungen
  • Diskussion von Werten und Normen
  • Kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede
  • Verschiedene Lebensformen und sexuelle Orientierungen
  • Auseinandersetzung mit medial vermittelten Bildern über Beziehungen und Sexualität
  • Schönheitsideale, Körpermodifikation
  • Prävention von ungewollten Schwangerschaften
  • Prävention von sexuell übertragbaren Krankheiten und sexueller Gewalt
  • Verhütung
  • Auseinandersetzung auch mit „dunklen Seiten“ von Sexualität
  • Rechtliche Informationen, z.B. über Altersgrenzen und Schutzalter


Bei allen Themen und vor allem bei den angewandten Methoden ist uns ganz besonders wichtig, keine Schamgrenzen zu verletzen. In unseren Veranstaltungen muss niemand über seine intimen Erfahrungen berichten oder peinliche Dinge malen und vorspielen. Im Gegenteil: Wenn unser Eindruck ist, dass ein Kind oder ein Jugendlicher zu persönliche Informationen preisgibt, stoppen wir das, um sie oder ihn vor Bemerkungen oder Mobbing anderer zu schützen. Auch das gehört zu unserem Verständnis von sexueller Selbstbestimmung. Und wenn jemand an unserer Veranstaltung nicht teilnehmen möchte, kann sie oder er auch das Klassenzimmer verlassen (mit den Lehrkräften wird im Vorfeld abgesprochen, bei wem sich SchülerInnen dann melden müssen, um die Aufsichtspflicht zu gewährleisten). 

Zu unserem sexualpädagogischen Alltag gehört es aber auch, zum xten Mal klarzustellen, warum wir es nicht für gut halten, dass schwule Jugendliche aus der Familie oder der Klassengemeinschaft ausgestoßen werden sollen. Auch übelste sexistische Sprüche gegenüber Mädchen sind eben noch lange nicht in der patriarchalen Mottenkiste untergegangen, sondern immer noch präsent – und erfordern eine pädagogische Reaktion.

Die Fragen nach Taschenmuschi, Lederpeitsche und Vaginalkugeln (die oft in Medienberichten erwähnt werden) bringen nicht wir in Gruppen ein. Solche und noch deutlich krassere Fragen stellen die 14-jährigen oft schon selbst. Das liegt an einer sexualisierten Umwelt, die ihnen alltäglich von Erwachsenen präsentiert wird und mit der sie meistens alleine gelassen werden. Unser Eindruck ist, dass wir oft die ersten sind, die auf diese Fragen und Irritationen der Jugendlichen ernsthaft antworten und deswegen ist Sexualpädagogik nach wie vor wichtig.

Darüber hinaus ist uns wichtig in dieser Stellungnahme klarzustellen, dass die verschiedensten sexualpädagogischen Methoden individuell auf diverse Kinder- und Jugendgruppen abgestimmt sowie gut vor- und nachbereitet werden. Unsere fachliche Kompetenz lässt uns entscheiden, welche Methoden wir für geeignet halten.

Das Ziel der pro familia-Sexualpädagogik insgesamt ist, Jugendliche zu unterstützen, eine selbstbestimmte sexuelle Identität zu entwickeln, die getragen ist von Selbstvertrauen, Verantwortlichkeit, partnerschaftlichem Verhalten und Respekt.

Und wir wollen tatsächlich etwas mehr, als zu vermitteln, „dass Homosexuelle Achtung erfahren müssen“. Wir wollen Akzeptanz für verschiedene Lebensformen fördern und ein besseres Verständnis dafür, dass nicht alle Menschen in ein eindeutiges Mann-Frau-Schema passen. Aber diese Zielvorstellung hat für uns nichts mit Verwirrung oder bewusster Verunsicherung zu tun. Sondern mit einem schönen altmodischen Wort, dessen Doppeldeutigkeit hier gerade besonders angebracht ist: Aufklärung.

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Porno – alleine das Wort polarisiert. Für die einen ist Porno Pop, andere sehen die totale Pornografisierung unserer Gesellschaft. Sicher ist nur, dass das Internet es heute für jeden möglich macht, unkompliziert und praktisch unbeschränkt an Pornos heranzukommen. Ganz unaufgeregt lässt sich feststellen: Die sexuelle Entwicklung Jugendlicher findet heute unter ganz anderen Bedingungen statt wie noch vor zehn Jahren. Medien sind allgegenwärtig und Medien und Sexualentwicklung sind enger verknüpft denn je. Und zwar in doppelter Hinsicht. Zum einen nimmt die zunehmende Sexualisierung unserer (Medien-) Welt Einfluss auf die sexuelle Entwicklung junger Menschen. In der Werbung, der Popmusik oder auf Porno-Portalen im Internet sind sie einer expliziten, leistungsorientierten Darstellung von Sexualität mit fragwürdigen Rollenvorstellungen ausgesetzt. Zum anderen geschieht Sexualaufklärung heute mehr noch wie früher über die Medien, vor allem über das omnipräsente Internet.

Jugendliche nutzen die neuen Medien massiv bzw. haben starken Kontakt zu Pornografie. Denn es ist problemlos möglich, anonym und kostenlos auf Pornografie zuzugreifen. Aber: Jugendliche arbeiten sowohl die Medien als auch die Pornografie sehr viel kompetenter in ihre Biografie ein, als es besorgte Pädagogen/innen, Hirnforscher und Politiker/innen annehmen möchten.

Dennoch bleibt für Medienpädagogen ebenso wie für Sexualpädagogen ein weites Betätigungsfeld. Denn je nach psychischem und sozialem Hintergrund der Jugendlichen nimmt die Sexualisierung von Werbung und Popkultur und die mechanische, leistungsorientierte, sexistische Sexualität in Pornos einen mehr oder minder negativen Einfluss auf die Sexualentwicklung. Nicht zuletzt, weil die Diskrepanz zwischen dem Gesehenen und dem selbst Erlebten gewaltig ist, muss all diese – freiwillig oder unfreiwillig konsumierte – Nacktheit, Erotik und Pornografie verarbeitet werden. Gesprächsangebote sind notwendiger denn je.

Es liegt also nahe, Sexualpädagogik mit Medienpädagogik zu verknüpfen. Zumindest theoretisch. Rein praktisch fehlt Medienpädagogen oftmals das Handwerkszeug, um über ein so „heikles“ Thema wie Sexualität mit Jugendlichen zu sprechen, und Sexualpädagogen haben meist Mediennutzung und -verhalten nicht im Fokus. Die längst fällige Verknüpfung leistet dieses Heft, das sowohl Hintergrundinformationen für Lehrer, Sozialpädagogen und Jugendarbeiter als auch konkrete Module für den Unterricht oder die Jugendarbeit bietet.

Über Sex zu sprechen fällt den meisten von uns nicht leicht – trotz der Aufgeklärtheit unserer Gesellschaft und der Allgegenwart von Sexuellem. Mit Jugendlichen über Sex zu reden ist noch viel schwieriger. Wie spreche ich das Thema an, ohne sie zu verschrecken? Wie viel von meiner eigenen Sexualität muss ich offenbaren? Welche Einstellung habe ich eigentlich selbst zu Pornos? Was sagen die Kolleginnen und die Kollegen, wenn ich Pornos im Unterricht behandele? Was darf ich 15jährigen überhaupt zeigen, ohne mich strafbar zu machen? In diesem Heft finden sich auch Hinweise dazu, wie man sich als Erwachsener auf Gespräche über Sexualität vorbereitet (siehe dazu: „Selbsterkundung für Lehrer zum Thema Pornografie“). Denn darum geht es letztlich: Wir, die Erwachsenen, müssen mit Jugendlichen reden. Wir müssen mit Ihnen über Pornografie reden, damit Pornos nicht zu „heimlichen Aufklärern“ werden. Und wir müssen über Sexualität reden, über Medien, über das Leben. Wenn dieses Heft dabei hilft, dann hat es seinen Zweck erfüllt.

 

Arbeitsmaterialien für Schulen und Jugendarbeit

In Kooperation mit der EU-Initiative klicksafe.de und dem Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) entstand das Handbuch "Let´s talk about Porno"; Arbeitsmaterialien für Schule und Jugendarbeit.

Download Handbuch (ca. 5 MB)

Handbuch bestellen (Schutzgebühr € 4,--, Sie werden weitergeleitet zum pro familia Bundesverband. Bitte wählen Sie den linken Menüpunkt "Fachpublikationen)

Ob als Informationsquelle, Spielplattform, zum Meinungsaustausch oder als virtueller Treffpunkt im Chat - das Internet eröffnet ein unüberschaubares Feld an Kommunikation- und Konsummöglichkeiten und bereichert unseren Alltag zweifellos.

Gezielt haben wir uns daher im Jahr 2009 mit dem Thema Neue Medien bayernweit an die Öffentlichkeit gewendet.

InfoFlyer der pro familia Bayern zu Sexualpädagogik und Neue Medien

Siehe auch unter "Veranstaltungen"

Tagung "Sexualität ist nicht behindert", 12.11.2012 in München

Tagungsdokumentation (pdf, öffnet sich im selben Fenster)

Tagungsdokumentation in Leichter Sprache (pdf, öffnet sich im selben Fenster)