Frau_Beratung

Spendenkonto

Hessische Fördervereinigung e.V.

Frankfurter Sparkasse 1822 BLZ 500 502 01Konto 702 464

Das Recht, selbstverständlich zu sein. Selbstverständlich Inklusion.

Inklusion: ein Menschenrecht, aber immer noch keine SelbstverständlichkeitGleichberechtigt am Leben in unserer Gesellschaft teilnehmen, ein selbstverständlicher Teil der Gemeinschaft sein, und zwar unabhängig von ethnischer wie sozialer Herkunft, Geschlecht und Alter oder von individuellen Fähigkeiten und Einschränkungen. Das ist kein Wunsch, das ist ein Menschen-recht. Für Menschen mit Behinderungen ist dieses Recht in der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen verankert, die seit 2009 auch in Deutschland in Kraft ist.

Wie bei allen anderen Rechten beweist sich im Alltag, ob Inklusion nicht nur befürwortet, sondern tatsächlich gelebt wird. Die Praxis zeigt: Hier gibt es noch viel zu tun.


pro familia Hessen beteiligt sich aktiv an der Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention.


Mit dem auf drei Jahre angelegten Projekt „Inklusion“ engagiert sich pro familia Hessen dafür, die UN Behindertenrechtskonvention in ihren Beratungsstellen und Angeboten konkret umzusetzen und die Forderung nach Inklusion mit Leben zu füllen.


Liebe un(d)behindert: Das Recht auf Partnerschaft, Ehe, Elternschaft

Artikel 23 der Behindertenrechtskonvention weist ausdrücklich auch auf den Bereich hin, in dem pro familia aktiv ist: die Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen in allen Fragen der „Ehe, Familie, Elternschaft und Partnerschaft“. Menschen mit Behinderungen wenden sich schon seit langem zu diesen Themen an pro familia und nutzen unsere Angebote.

Mit dem dreijährigen Projekt will sich pro familia noch sichtbarer und hörbarer für Menschen mit Behinderungen öffnen und die bestehenden Angebote ausweiten und verbessern.

Projekt Inklusion - Zielgruppe und Ziele

Das Projekt richtet sich an

  • Menschen mit körperlichen, geistigen, Sinnes- oder Mehrfach-Behinderungen, die Beratung/ sexualpädagogische Angebote wünschen zu den Themen Liebe, Sexualität, Familienplanung
  • deren Eltern/Angehörige
  • pädagogische Fachkräfte und Leitungskräfte aus Einrichtungen der Behindertenhil

Nach der 3-jährigen Projektlaufzeit

  • ist der Zugang zu den Beratungsleistungen durch weitestgehende Barrierefreiheit gewährleistet. pro familia-Standards für Barrierefreiheit sind definiert. Barrierefreiheit bezieht sich dabei auf

         - Zugang zu Räumen
         - Zugang zu Informationen
         - Zugang zu zusätzlichem Unterstützungsbedarf
         - Zugang zu finanziellen Mitteln für die Beratungsleistungen;

  • finden Menschen mit Behinderungen bei pro familia in Hessen offene, sensible und mit ihren Bedürfnissen vertraute MitarbeiterInnen vor mit Wissen um behindernde Strukturen, "Barrieren" im Kopf und zusätzlichen/anderen Unterstützungsbedarf;

  • ist ein tragfähiges Netzwerk an KooperationspartnerInnen aufgebaut, insbesondere zu Menschen mit Behinderungen und ihren Interessenverbänden, Selbsthilfegruppen, Einrichtungen der Behindertenhilfe, VertreterInnen aus Politik und Verwaltung, Universitäten, Fachhochschulen u.v.a.m. Das Netzwerk dient der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Beratungsqualität für Menschen mit Behinderungen.

Das Projekt Inklusion setzt sich aus sehr viefältigen Bausteinen zusammen:

Weiterqualifizierung der Mitarbeiter_innen aller Berufsgruppen durch

  • Fortbildungen
  • gegenseitige Hospitationen
  • Austausch in Regionalgruppen

Ergänzung und Aktualisierung von Materialien, z.B.

  • "Julia und Peter" - Aufklärungsbroschüren (Homosexualität, Eltern werden, Gewalt)
  • Kommunikationstraining in Leichter Sprache für Paare

Vernetzung mit relevanten Projektpartnerinnen

  • Behindertenverbänden
  • Initiativen / Selbsthilfegruppen
  • Politik / Verwaltung auf Landes-, Kreis- und kommunaler Ebene
  • Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen
  • Universitäten / Fachhochschulen

Festlegung von Standards für alle hessischen Beratungsstellen zum Thema Barrierefreiheit

  • räumliche Ausstattung
  • zusätzlicher Unterstützungsbedarf (z.B. Gebärdendolmetscher_innen)
  • Internet-Auftritt (z.B. in leichter Sprache, Audio-Dateien)
  • Infoflyer über die Beratungsangebote (z.B. in leichter Sprache, Braille Schrift)

Modellprojekt der pro familia Gießen

  • Kostenübernahme für Beratung von Menschen mit Behinderungen

Fachtagungen (Dokumentation in Schwerer & Leichter Sprache)

  • "... mit Kind? Zukunftsperspektiven selbstbestimmter Elternschaft bei Menschen mit Behinderungen" in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration am 26.06.2014

Projektorganisation

Beteiligt am Projekt sind alle hessischen pro familia Beratungsstellen. Die Projektleitung liegt bei Brigitte Ott, Landesgeschäftsführerin pro familia Hessen e.V.

Eine Steuerungsgruppe begleitet das Projekt.

Sie setzt sich aus folgenden Mitarbeiter_innen zusammen:

  • Sunay Caliskan, Beraterin pro familia Frankfurt
  • Hannelore Sonnleitner-Doll, Ärztin pro familia Frankfurt
  • Christine Karches, Geschäftsführerin pro familia Gießen/ Friedberg
  • Werner Szeimis, Sexualpädagoge pro familia Frankfurt
  • Christiane Zehner, Geschäftsführerin pro familia Schlüchtern
  • Petra Zimmermann, Geschäftsführerin pro familia Kassel
  • Inga Fielenbach, Beraterin pro familia Marburg

Die Projektkoordination liegt bei Nora Eisenbarth
vom pro familia Landesverband Hessen:

nora.eisenbarth[at]profamilia.de

Wir freuen uns sehr über Anregungen, Austausch oder Kritik.

Standards zur Barrierefreiheit

Der Begriff Barrierefreiheit wird sehr unterschiedlich benutzt. Das führt dazu, dass Menschen mit Behinderungen nie sicher sein können, auch bei angeblich barrierefreien Angeboten auf unverhoffte Hürden zu stoßen, die den Zugang erschweren oder unmöglich machen. Deshalb ist Information und Transparenz hinsichtlich der Gegebenheiten sehr wichtig. Je weniger Informationen Menschen mit Behinderungen vor dem Erstkontakt selbst herausfinden müssen, desto niedriger ist die Hürde, Beratung in Anspruch zu nehmen.

Barrierefreiheit bezieht sich auf

  •         Zugang zu Räumen (z.B. Rampen, Aufzüge, taktile Hinweise)
  •         Zugang zu Informationen (z.B. Materialien in Leichter Sprache,
            Audio-Dateien, Braille-Schrift)
  •         Zugang zu zusätzlichem Unterstützungsbedarf (z.B.  
            Gebärdensprachdolmetscher_innen)
  •         Zugang zu finanziellen Mitteln für die Beratungsleistungen (z.B.
            Finanzierung über Eingliederungshilfe/ Sozialhilfe)

Vollkommene Barrierefreiheit ist generell nur schwer zu realisieren. pro familia Hessen hat sich zum Ziel gesetzt, die Zugänglichkeit zu den Beratungsleistungen so barrierefrei wie möglich zu gestalten.

Die hessischen Beratungsstellen haben deshalb gemeinsame Standards – Mindest-Standards und gehobene Standards -  formuliert. Beratend zur Seite standen hierbei Menschen mit Behinderungen und ihre Interessenverbände.

Die Mindest-Standards werden sukzessive bis Ende April 2017 in allen Beratungsstellen umgesetzt. Ein Drittel der Beratungsstellen hat sich darüber hinaus verpflichtet, bis dahin auch gehobene Standards umzusetzen.

Die Umsetzung der Standards kostet Geld. Dafür wirbt der pro familia Landesverband Hessen zentral für alle Beratungsstellen Spendenmittel ein. Wir freuen uns über jede Spende

zur Fachtagung „…mit Kind? Zukunftsperspektiven selbstbestimmter Elternschaft bei Menschen mit Behinderungen“, 26.6.2014, Frankfurt am Main 

Pressemitteilung

Fachvortrag Kadidja Rohmann, Universität Bremen: „Besondere Familien – Welche Unterstützung brauchen Eltern mit Lernschwierigkeiten und ihre Kinder? Ergebnisse eines Forschungsprojektes“

Pressemitteilung

Pressemitteilung zur Pressekonferenz "Selbstverständlich Inklusion" 21.05.2014

Fotos zur Pressekonferenz "Selbstverständlich Inklusion" 21.05.2014

Frankfurter Rundschau, 21. Mai (online, 22. Mai 2014 (Print), Seite R 4

Berührungsängste kennen die zwei nicht. Foto: Rolf Oeser

Inklusion: Gleichberechtigte Liebe und Sex

Von Peter Hanack

Pro Familia verbessert sein Beratungsangebot für Behinderte. Der Grund: Behinderte werden immer interessierter und selbstbewusster, wenn es um Liebe und Sexualität geht. Die Praunheimer Werkstätten lassen sich deshalb von Pro Familia beraten.

Dürfen Behinderte in der Werkstatt knutschen? Oder sich für ein Schäferstündchen in eine Ecke verdrücken? Und was, wenn der Bewohner einer Behinderten-WG den Betreuer auffordert, ihn ins Bordell zu fahren? Keine leichten Fragen für die Mitarbeiter der Praunheimer Werkstätten (PW). Deshalb haben sich die Werkstätten von Pro Familia beraten lassen. „Jetzt gibt es einen Leitfaden, der uns Klarheit und Sicherheit gibt, wenn es um Liebe, Partnerschaft und Sexualität unserer Klientel geht“, sagt Andreas Schadt, zuständig für Wohnen und ambulante Dienste.

Menschen mit Behinderungen, berichtet Schadt, seien in den vergangenen Jahren immer selbstbewusster und interessierter geworden, wenn es um Liebe und Sexualität geht. Pro Familia, mit 26 Geschäftsstellen in ganz Hessen vertreten, will deshalb in den nächsten drei Jahren seine eigenen Angebote für diese Zielgruppe verbessern.

„Wir wollen dazu beitragen, die Behindertenrechts-Konvention der Vereinten Nationen umzusetzen“, sagt Geschäftsführerin Brigitte Ott. Dort ist unter anderem geregelt, dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt sein sollen bei Ehe, Familie und Partnerschaft. Dazu sollen zunächst die Geschäftsstellen barrierefrei werden. Jeder, ob blind oder gehbehindert, geistig oder körperlich eingeschränkt, soll einfach den Weg zu den Beraterinnen finden können. Bisher tun dies nur sehr wenige Menschen. Auch soll es mehr geeignetes Info-Material geben. Einladungen beispielsweise sollen in leichter Sprache verfasst und damit gut zu lesen und zu verstehen sein.

 

Berührungsängste verlieren

„Besonders wichtig ist uns, dass unsere Mitarbeiter ihre Berührungsängste im Umgang mit behinderten Menschen verlieren“, sagt Ott. Zudem will Pro Familia erreichen, dass die Beratungen etwa zu Ehe und Kindern als Eingliederungshilfe anerkannt und die Kosten dafür von den Sozialämtern übernommen werden. „Viele Menschen mit Behinderungen haben ein recht kleines Einkommen, in einer Werkstatt verdienen sie durchschnittlich 220 Euro“, berichtet Christine Karches von der Pro Familia-Beratungsstelle in Gießen. Da wird die Beratungsgebühr von 50 Euro leicht zur Barriere. Knutschen in der Werkstatt übrigens ist erlaubt – „wenn es nicht so heftig wird, dass es andere vom Arbeiten abhält“, sagt Andreas Schadt. Schäferstündchen aber gibt es ebenso wenig wie an anderen Arbeitsplätzen. Den Weg ins Bordell aber dürfen die PW-Mitarbeiter ebnen.    

                    


dpa (lhe). 21. Mai 2014, 16.30 Uhr

Pro familia will sich für Rechte Behinderter stark machen
von dpa

Frankfurt/Main.  Pro familia Hessen will Behinderte in ihrem Recht auf Liebe, Sexualität, Partner- und Elternschaft viel stärker unterstützen. «Barrierefreiheit beginnt im Kopf», sagte die Landesgeschäftsführerin Brigitte Ott am Mittwoch in Frankfurt und kündigte einen Mentalitätswechsel an. Bis Herbst 2016 will die Gesellschaft für Familienplanung und Sexualpädagogik einen «unbehinderten» Zugang zu Räumen, Informationen, Hilfe und Geld für die Beratung Behinderter sicherstellen. Zudem sollen Standards für Barrierefreiheit entwickelt und umgesetzt werden.

Ziel des Landesverbands sei es, das eigene Angebot Blinden, Gehörlosen sowie Menschen mit Lernschwierigkeiten und körperlichen Behinderungen möglichst einfach zugänglich zu machen. Um dies zu gewährleisten arbeitet pro familia mit Interessensverbänden zusammen. Mit den Praunheimer Werkstätten, einem Arbeitgeber für Menschen mit geistiger Behinderung, wurde zudem ein sexualpädagogische Konzept erarbeitet, das auch Verhaltensstandards für die Mitarbeiter umfasst. Das Motto der Projekte: «Selbstverständlich Inklusion».

Pro Familia zu Selbstverständlich Inklusion

(dpa)

Artikel vom 21.05.2014, 16:29 Uhr (letzte Änderung 21.05.2014, 16:30 Uhr)

Artikel: www.fnp.de/rhein-main/Pro-familia-will-sich-fuer-Rechte-Behinderter-stark-machen;art1491,864927

© 2014 Frankfurter Neue Presse


 

Frankfurter neue Presse, 21. Mai 2014 (online), 22. Mai 2014 (Print), S. 16

Pro familia will die Integration vorantreiben. Foto: Maurizio Gambarini/Symbol

Pro familia will sich für Rechte Behinderter stark machen

Frankfurt/Main. 

Pro familia Hessen will Behinderte in ihrem Recht auf Liebe, Sexualität, Partner- und Elternschaft viel stärker unterstützen. «Barrierefreiheit beginnt im Kopf», sagte die Landesgeschäftsführerin Brigitte Ott am Mittwoch in Frankfurt und kündigte einen Mentalitätswechsel an. Bis Herbst 2016 will die Gesellschaft für Familienplanung und Sexualpädagogik einen «unbehinderten» Zugang zu Räumen, Informationen, Hilfe und Geld für die Beratung Behinderter sicherstellen. Zudem sollen Standards für Barrierefreiheit entwickelt und umgesetzt werden.

Ziel des Landesverbands sei es, das eigene Angebot Blinden, Gehörlosen sowie Menschen mit Lernschwierigkeiten und körperlichen Behinderungen möglichst einfach zugänglich zu machen. Um dies zu gewährleisten arbeitet pro familia mit Interessensverbänden zusammen. Mit den Praunheimer Werkstätten, einem Arbeitgeber für Menschen mit geistiger Behinderung, wurde zudem ein sexualpädagogische Konzept erarbeitet, das auch Verhaltensstandards für die Mitarbeiter umfasst. Das Motto der Projekte: «Selbstverständlich Inklusion».

Pro Familia zu Selbstverständlich Inklusion

21-Mai 2014, 16.29 (dpa) 

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