BERATUNG bei Kinderwunsch und Sterilität

Wenn Männer und Frauen feststellen, dass Sie nicht oder nur schwer und mit medizinischer Unterstützung (assistierter Reproduktion) schwanger werden können, bricht häufig die eigene Welt zusammen, das Selbstbild und Selbstverständnis als Frau und Mann, die individuelle Lebensplanung und Orientierung als Paar wird infrage gestellt.

Kinderwunschpaare unterscheiden sich laut mehrfacher Studien nicht hinsichtlich psychosozialer Merkmale von anderen Paaren in der Allgemeinbevölkerung. Bei nur einigen wenigen kann die Kinderlosigkeit als psychisch bedingt eingestuft werden. Dazu gehören extreme Stressbelastungen, Essstörungen mit starkem Unter- oder Übergewicht oder sexuelle Störungen, die eine Befruchtung unmöglich machen (z.B. Vaginismus oder Erektionsstörung).

In der Folge eines (noch) unerfüllten Kinderwunsches können Themen aufgeworfen werden, die psychisch und für die Frauen auch physisch belastend sind. Hier kann Beratung unter anderem helfen:

  • die Unterschiede der Partner*innen im Umgang mit der Situation anzuschauen und stehen lassen oder gar wertschätzen zu lernen.
  • einen für sich passenden Behandlungsweg zu finden, sich mithilfe eine*r Berater*in die persönliche Geschichte des Kinderwunsches und die bisherige Diagnostik und Behandlung aus einem – auch kritischen – Abstand anzuschauen oder mithilfe einer Berater*in deren Abschluss zu finden. 
  • Bewältigungsstrategien für die zeitlich-organisatorisch enge Einbindung in Behandlungstermine und das begleitende „Hoffen und Bangen“ zu finden und zu lernen.
  • über die gemeinsame Sexualität (wieder) ins Gespräch zu kommen, da den meisten „Sex nach Plan“ früher oder später Probleme macht.
  • indem ein Raum für Austausch und Abwägen im noch immer tabuisierten Thema eröffnet wird. Gerade wenn im Umfeld viele schwanger werden und Kinder bekommen und der „Rechtfertigungsdruck“ steigt.
  • sich über Schuldgefühle oder Schuldzuweisungen auszutauschen.