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Landesverband Schleswig-Holstein

Aktuelles

Familienplanung - ein Menschenrecht für alle

Resolution - Unterschriftensammlung

Im Kontext der Tagung "Familienplanung - ein Menschenrecht für alle" am 3.12.13 in Kiel wurde eine Resolution mit bundesweiter Unterschriftensammlung verabschiedet. Die "Kieler Erklärung" soll 2014, 20 Jahre nach der Anerkennung des Menschenrechts auf Familienplanung durch die Internationale Konferenz für Bevölkerung und Entwicklung in Kairo, der Bundesregierung übergeben werden.

Bitte unterstützen auch Sie die Forderung an die Politik, "umgehend eine bundeseinheitliche Lösung zur Übernahme der Kosten ärztlich verordneter Verhütungsmittel für Frauen und Männer mit geringem Einkommen zu finden".


Die Resolution und weitere Informationen finden Sie auf der Webseite www.profamilia-sh.de

pro familia Itzehoe startet neues Angebot für den Kreis Steinburg

Für Opfer von sexueller und/oder häuslicher Gewalt im Kreis Steinburg gibt es nun seit 1. Juli eine Beratungsstelle. Diese neue spezialisierte Einrichtung, finanziert zum Großteil vom Kreis, liegt in Trägerschaft von pro familia Schleswig-Holstein und befindet sich in der pro familia-Beratungsstelle in Itzehoe am Berliner Platz 1. Unter der Leitung von Katrin Ufen bietet das speziell qualifizierte Team Kindern, Jugendlichen und Frauen, die von häuslicher und/oder sexueller Gewalt betroffen sind, professionelle Unterstützung und Begleitung an. „Die Arbeit der Fachstelle Gewalt und Frauenberatung zielt darauf ab, das Selbstbewusstsein der Beratenen zu stärken und zu einer Verbesserung ihrer Lebenssituation beizutragen“, berichtet Katrin Ufen.

„Die Opfer werden aufgefangen, unterstützt und bei der Suche nach weiterführenden Hilfemöglichkeiten und der Kontaktaufnahme zu anderen Institutionen begleitet. Grundsätzlich gilt: An den Aussagen der Opfer wird nicht gezweifelt, und es wird Vertraulichkeit zugesichert.“ Außerdem bietet die Fachstelle Eltern, Bezugspersonen und Fachkräften Information, Beratung und Begleitung im Umgang mit Opfern von sexueller und häuslicher Gewalt an.

„Im Bereich der Frauenberatung unterstützen wir Frauen bei Gewalterfahrungen sowie in Lebenskrisen, sozialen und finanziellen Notlagen und psychischen Belastungssituationen. Durch die freie Trägerschaft der Beratungsstelle verringern sich die Hemmungen der Frauen, Hilfe in Anspruch zu nehmen“, betont Katrin Ufen, die zuvor jahrelang in einer Facheinrichtung für Frauen gearbeitet hat. Gemeinsam werden Möglichkeiten der Hilfe besprochen und die Kontaktaufnahme zu Institutionen begleitet. „Nicht selten sind Mütter betroffen, so dass es auch darum geht, ihre Erziehungsfähigkeit zu stärken und entsprechende Unterstützungsangebote zu vermitteln. Wir arbeiten hier eng mit anderen Institutionen vor Ort zusammen, z.B. mit dem Jobcenter, der Erziehungsberatungsstelle, dem Frauenhaus, TherapeutInnen und als Partnerin des Kooperations- und Interventionskonzepts (KIK) gegen häusliche Gewalt.“

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Prävention. Das Team bietet kreisweit sexualpädagogische Projekte für Kinder und Jugendliche an. In den Startlöchern stehen spezielle Präventionsprojekte gegen sexuelle Gewalt, z.B. das neue Projekt „Ziggy zeigt Zähne“. Es wurde für Kinder im Grundschulalter entwickelt und unterstützt auch Eltern und Lehrkräfte im Umgang mit der Vermutung einer Kindeswohlgefährdung. Darüber hinaus werden Elternabende, Informationsveranstaltungen und Fortbildungen für alle, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, durchgeführt.

Die pro familia-Fachstelle Gewalt und Frauenberatung gewährleistet eine persönliche telefonische Erreichbarkeit für den Erstkontakt und Terminvergabe: Tel. 0 48 21/ 88 99 432, montags bis freitags von 9.00 bis 11.00 Uhr, montags und donnerstags auch von 15.00 bis 17.00 Uhr (außer in den Ferien).

Stadt Flensburg übernimmt Kosten ärztlich verordneter Verhütungsmittel

Am 1. April startete die Stadt Flensburg als erste Kommune in Schleswig-Holstein ein Projekt zur Kostenübernahme ärztlich verordneter Verhütungsmittel für ihre Einwohnerinnen und Einwohner ab 20 Jahren, die staatliche Leistungen erhalten oder ein geringes Einkommen (unter-halb einer festgesetzten Grenze) haben. Es ist zunächst auf drei Jahre begrenzt. Für die Umsetzung ist die dortige pro familia-Beratungsstelle zuständig. Sie prüft anhand aktueller Bescheide, ob die notwendigen Voraussetzungen vorliegen, nimmt den Kostenvoranschlag oder das Rezept der Arztpraxis entgegen und stellt im positiven Fall eine Bescheinigung aus. Die Betroffenen legen diese bei der Apotheke oder der Arztpraxis vor und müssen dann das Verhütungsmittel nicht bezahlen.

Wie groß der Bedarf ist, bestätigt die hohe Zahl der Anträge bereits im ersten Monat. 23 Frauen und 2 Männer im Alter von 22 bis 38 Jahren, mit und ohne Kinder, haben von der neuen Regelung Gebrauch gemacht. Nach über zwei Monaten hat sich die Anzahl der Anfragen mehr als verdoppelt. Fast alle AntragstellerInnen beziehen Arbeitslosengeld II und hätten sich vor allem die kostenintensive Verhütung mit Hormonspirale, Implanon oder eine Sterilisation nicht leisten können.

Diese Problematik tauchte auch zunehmend in der Beratung auf. Häufig verwiesen ungewollt Schwangere auf die für sie unerschwinglichen Kosten sicherer Verhütungsmittel. Da entsprechende Anträge im Landtag gescheitert waren, hat sich Simone Hartig, Leiterin der pro familia-Beratungsstelle Flensburg, zusammen mit dem Flensburger Frauenforum mit Nachdruck für eine „neue“ Hilfe zur Familienplanung eingesetzt. „Gemeinsam mit der Politik, der Verwaltung, Verbänden und Beratungsstellen wurde eine Regelung erarbeitet, die wieder allen Frauen und Männern einen uneingeschränkten Zugang zu Verhütungsmitteln ermöglicht“, freut sich die Beraterin.

Ein Faltblatt stellt das neue Projekt ausführlich vor. Neben der Bearbeitung der Anträge steht pro familia den betroffenen Frauen und Männern auf Wunsch mit weiteren Informationen und Beratung zur Seite. „Die meisten Betroffenen sind über das neue Angebot sehr gut informiert und haben die für sie in Frage kommende Verhütung bereits mit ihrem Arzt bzw. ihrer Ärztin besprochen“, sagen Hanna Lindner und Ingrid Miemitz vom Erstkontakt, die auch die Anträge bearbeiten. Es besteht außerdem eine sehr gute Kooperation mit Arztpraxen und Apotheken. Beide bewerten das Projekt äußerst positiv.

Kreisweite Einrichtungen und vor allem betroffene Frauen und Männer, die in der Umgebung von Flensburg wohnen, bedauern die Beschränkung auf das Stadtgebiet. „So ist weiteres Engagement nötig, damit auch andere Kommunen nachziehen“, betont Hartig. pro familia wird sich mit Hintergrundinformationen sowie Beobachtungen und Einschätzungen aus der Beratungs-praxis beharrlich für die Kostenübernahme ärztlich verordneter Verhütungsmittel einsetzten. Dabei sollen die Aspekte „Erhaltung der Gesundheit“, „Prävention gegen ungeplante Schwangerschaften und Schwangerschaftsabbruch“ und „Frühe Hilfen“ noch stärker hervorgehoben werden.

Weitere Informationen und das Faltblatt:

 

pro familia Flensburg
Marienstr. 29-31,
24937 Flensburg
Tel. 04 61 – 90 92 640, Fax 04 61 – 90 92 649
flensburg@profamlia.de
www.profamlia-sh.de

Die Imagekampagne von pro familia Schleswig-Holstein

pro familia ist bekannt. Und dennoch: "Viele Menschen kennen uns nicht genau. Immer wieder ist es nur die Schwangerschaftskonfliktberatung, mit der wir in der Öffentlichkeit verbunden werden", sagt Reiner Johannsen, Geschäftsführer des Landesverbandes. "Dieser Arbeitsbereich ist ein wichtiger Schwerpunkt und soll es auch bleiben. Aber er ist bei weitem nicht der einzige. pro familia hat viel mehr zu bieten." Seit der Gründung sind die Beratung zu Partnerschaft, Sexualität und Schwangerschaft und die Sexualpädagogik tragende Säulen des Verbandes. Doch die stets in der Diskussion stehende Schwangerschaftskonfliktberatung hat die anderen Bereiche in der Öffentlichkeit verblassen lassen. Das soll sich nun ändern.  

Auf Plakaten und Postkarten präsentiert pro familia seine ganze Palette an Beratungsangeboten in neuem Design und mit dem Slogan "Mit uns können Sie reden". Schwangerschaft und Geburt, Krise in der Partnerschaft, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Homosexualität, Liebe und Sexualität im Alter, Sexualpädagogik, sexueller Missbrauch - das sind die The-men, die das Image erneuern sollen. Die Motive werden in vielen Verkehrsmitteln Schleswig-Holsteins, wie der Autokraft, Stadtverkehr Lübeck, Stadtwerke Neumünster, der Kieler Verkehrsgesellschaft, der AFAG Flensburg, Aktiv Bus Flensburg, und in öffentlichen Gebäuden, wie Stadtbücherei, zu sehen sein. Für 800 Großflächen ist das Motiv eines Paares gewählt, das mit professioneller Hilfe eine Krise bewältigt hat. Und mit einer neuen Broschüre will die Beratungsinstitution ihre verschiedenen Arbeitsbereiche vorstellen.

"pro familia stellt sich immer wieder den Herausforderungen der Zeit und reagiert mit neuen Beratungsangeboten, wie zur "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" oder zur "Pränataldiagnostik", auf grundlegende Veränderungen in der Gesellschaft und neue Technologien in Medizin und Biowissenschaften. Auch das soll die von der Kieler Agentur "boy | planning + advertising" entwickelte Kampagne deutlich machen", berichtet die Vorsitzende des Landes-verbandes, Christa Wanzeck-Sielert.

"pro familia steht heute für die Familie in ihren verschiedensten Lebensformen in der moder-nen Gesellschaft. Neben der „traditionellen“ Familie - noch in der Mehrheit - gibt es die nicht ehelichen Partnerschaften mit und ohne Kinder, eheähnliche Beziehungen mit zwei Haushalten, allein erziehende Mütter und Väter, homosexuelle Paare mit und ohne Kinder, Wohngemeinschaften mit verschiedenen Generationen zusammenlebend." Bei pro familia findet jede Generation in jeder Beziehung und Lebenslage ein passendes Beratungsangebot: Frauen und Männer, Junge und Alte, Mädchen und Jungen, Menschen mit und ohne Behinderungen, Menschen verschiedener Kulturen, homo- hetero- oder bisexuell Lebende, Singles, Familien und Partnerschaften. Noch mehr als bisher will pro familia die Männer erreichen, denn Fragen der Familienplanung und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf könnten tragfähig nur gemeinsam und partnerschaftlich gelöst werden.

Die Kampagne zielt aber auch auf Zukunftssicherung. "Bei immer knapper werdenden öffentlichen Mitteln müssen wir unsere Arbeit auf breitere Beine stellen, um weiterhin professionelle Beratung und Information anbieten, bzw. dem steigenden Bedarf anpassen zu können", betont Reiner Johannsen. "Neben der Unterstützung von Privatpersonen brauchen wir Partnerschaften mit Unternehmen." Dies könne aber nur dann gelingen, wenn wir öffentlich machen, dass wir mit unseren vielfältigen Angeboten einen wichtigen Beitrag zum partnerschaftlichen Zusammenleben in unserer Gesellschaft leisten. "Bereits bei der Realisierung dieser Kampagne haben wir großzügige Unterstützung von Verkehrsbetrieben, Anbietern von Werbeflächen, Druckereien und vom Fotografen Andre Reinke erfahren, ohne die diese nicht möglich gewesen wäre."

Neue Broschüre für Jungen von pro familia Lübeck

Der kleine Kumpel packt aus. Nackte Tatsachen für Jungs"

Was passiert eigentlich in der Pubertät? Wie ist das mit dem Penis? Was kann so ein Kondom?

Antworten auf diese und weitere Fragen finden Jungen in der neuen pro familia-Broschüre mit dem Titel „Der kleine Kumpel packt aus! Nackte Tatsachen für Jungs”. Die Comicfigur der kleine Kumpel begleitet interessierte Jungs in einfacher Sprache und mit ansprechenden Zeichnungen.

Auf 36 Seiten finden Jungen auch bei wenig Lesebegeisterung Wissenswertes zu körperlichen Veränderungen in der Pubertät, zu Verhütung ungewollter Vaterschaft und HIV. Die Broschüre enthält auch Adressen von Beratungsstellen und Internetseiten, die Jugendlichen zuverlässige Informationen zu den Themen Liebe, Freundschaft und Sexualität anbieten.

Die Aufklärungsbroschüre entstand im Rahmen der sexualpädagogischen Arbeit von pro familia Lübeck aus den häufigsten Fragen der Jungen zwischen 10 und 16 Jahren. Für das Konzept und die Inhalte ist das sexualpädagogische Team der pro familia Lübeck verantwortlich. Gestaltung und Illustration stammen von Dennis Lorenz. Die pro familia dankt der Michael-Haukohl-Stiftung, Förderung von Jugendlichen in Bildung, Erziehung und Sport. Sie ermöglichte in Lübeck die Jungenarbeit und die Erstellung dieser Broschüre. Sie können die Broschüre bestellen unter www.jungenbroschüre.de

Sehr gute Bewertung

Die Broschüre 'Der kleine Kumpel packt aus! – Nackte Tatsachen für Jungs' wurde im Mai 2009 von jeweils 30 Hauptschülern und Gymnasiasten im Alter von 12 bis 16 Jahren mit einem ausführlichen Frageprogramm in persönlichen Gesprächen bewertet. Die bundesweit durchgeführte Untersuchung fand bei den Jugendlichen zu Hause statt.

Insgesamt erfährt die Broschüre eine hohe Akzeptanz: 67% der Hauptschüler und 70% der Gymnasiasten urteilen in der Gesamtbewertung mit 'sehr gut' bzw. 'gut'.

Die Ergebnisse zeigen, dass mit dem 'kleinen Kumpel' eine Aufklärungsbroschüre entwickelt wurde, die nicht nur bildungsferne Jungen, sondern auch Gymnasiasten im Alter von 12 bis 16 Jahren kurz und verständlich, trotzdem umfangreich und auf eine angenehm lockere Art und Weise über das Thema Sexualität informiert.

Die Untersuchung wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt. Die Projektleitung wurde dem Alpha-Institut aus Mainz übertragen.

Die ausführliche Bewertung der Broschüre finden Sie hier als pdf

pro familia Beratungsstelle Lübeck

Aegidienstrasse 77,

23552 Lübeck

Tel. 04 51 – 62 33 09

luebeck[at]profamilia.de

www.profamilia-sh.de