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Einladung zur Ausstellung ONLY HUMAN 12. - 21. Dezember 2017

10 Jahre pro familia Ingolstadt

Die soziale Beratungsstelle Pro Familia feierte gestern ihr zehnjähriges Bestehen. Viele Gäste waren gekommen, darunter auch mehrere Vertreter der Stadtpolitik.

Eingeladen hatte das Team ins Gewerkschaftshaus. Der Grund: Die Büros Am Holzmarkt sind noch nicht barrierefrei, wie Geschäftsführerin und Macherin der ersten Stunde, Evi Tietmann, erklärte. Das solle sich in nächster Zukunft ändern. Man sei auf der Suche nach geeigneten Räumen, so die Chefin. Und das aus gutem Grund. Pro Familia berät seit fünf Jahren auch behinderte Personen und Paare zu Themen rund um Beziehung, Familie und Sexualität. Das sagte Mitbegründerin Angelika Wegener-Hüssen in ihrer Begrüßungsrede.

15 Jahre sei es her, dass eine Handvoll Frauen sich zusammenfand, um die Beratungsstelle in der Schanz zu gründen, so Wegener-Hüssen weiter. Sie berichtete von anfänglichen Schwierigkeiten. "Der Freistaat hat es uns nicht leicht gemacht", sagte sie. Heute jedoch könne sie ihren Dank für die gute Zusammenarbeit an viele Stellen, darunter die Landkreise Pfaffenhofen und Neuburg-Schrobenhausen, die Pro Familia mitfinanzieren, und die Landesstiftung "Mutter und Kind", richten. Von dort flossen bisher fast 400 000 Euro an Unterstützung. Sozialbürgermeister Sepp Mißlbeck zeigte sich in seiner Rede beeindruckt von der Entwicklung der "führenden Beratungsstelle für Themen wie Partnerschaft und Sexualität" und hob deren neue Herausforderungen wie die Beratung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge hervor, die bei Pro Familia mit den Regeln des sozialen Umgangs mit dem anderen Geschlecht vertraut gemacht werden. Mehrere Tausend Menschen hätten in zehn Jahren Rat gesucht, über 700-mal ging es dabei um Themen wie Mutterschutz und Elterngeld. Allein 2015 verzeichnete man fast 1200 Beratungskontakte. Das seien rund 40 Prozent mehr als im Jahr davor gewesen, so der Bürgermeister.

Die Mitarbeiter Elke Scheller, Christian Zech und Eva Sindram gaben anschließend einen Überblick über ihre Beratungsfelder, zu denen unter anderem die selbstbestimmte Geburt, aber auch immer häufiger die Beratung von schwangeren Asylbewerberinnen zähle. Musikalisch begleitet wurde die stimmungsvolle Feier vom Duo blind & lame, das aus der blinden Kika Wilke und ihrer Tochter, der Sängerin Lucy, besteht, die aufgrund ihrer körperlichen Behinderung an den Rollstuhl gebunden ist. Die mittlerweile auch durch das Fernsehen bekannten Frauen trugen, begleitet auf der Gitarre, Eigenkompositionen mit Einflüssen aus Rumba, Pop und Swing vor.

pro familia Ingolstadt steigert Beratungen um 40 Prozent

Ingolstädter Büro von pro familia steigert Beratungen um 40 Prozent.

Mit 1192 Beratungskontakten konnte das Team von pro familia Ingolstadt 2015 eine Steigerung zum Vorjahr um über 40 Prozent verzeichnen. Das geht aus dem neuen Jahresbericht des Büros hervor. 708 Fraue und Männer holten sich demnach kostenlosen Rat zu den Themen Mutterschutz, Elternzeit, Elterngeld und Ähnlichem. Weitere 176 Eltern konnten im vergangenen Jahr nach der Geburt ihres Kindes begleitet und unterstützt werden. Mit der Ausreichung voninsgesamt gut 53 000 Euro finanzieller Unterstützung für junge Familien über die Landesstiftung "Mutter und Kind" unterstützte pro familia Menschen aus der gesamten Region. Pro familia ist der führende Fachverband in Fragen der Sexualität, Partnerschaft und Familienplanung. Prävention und sexuelle Bildung sind ein wichtiges Anligen der Beratungsstelle. Mit 1671 Personen (ein Plus von gut 20 Prozent) konnte in 2015 ebenfalls eine beachtliche Steigerung der Teilnehmerzahlen an Bildungsveranstaltungen verzeichnet werden. Pro familia bietet fachliche Informationen über die kindliche Sexualentwicklung für Eltern, Lehrer und Multiplikatoren. Für Jugendliche in Schulen und offenen Gruppen werden zudem Workshops und Beratungen zu körperlichen Veränderungen und Themen wie Liebe, Freundschaft und Partnerschaft angeboten.

Eine neue Zielgruppe wer im vergangenen Jahr die der unbegleiteten jungen Flüchtlinge. Mit diesem Komplex wird man sich nach Einschätzung des Ingolstädter Büros in den nächsten Jahren och intensiver beschäftigen müssen. Ebenso ist die Beratung von Menschen mit geistiger Behinderung ein Thema - ein bislang kaum beachtete Zielgruppe mit großem Informations- und Beratungsbedarf. Für Fachkräfte in der Jugendarbeit, Eltern und Multiplikatoren sind Vorträge, Beratungen und Fortbildungen abrufbar.

Junge Menschen auf dem Weg zum Erwachsenwerden erhalten Beratung und Informatione, wie sie verantwortlich mit ihrer Sexualität und Partnerschaft umgehen können. In diesem Bereich arbeiten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der sexuellen Bildung und der Schwangerenberatung eng zusammen, zum Beispiel zu Fragen der Verhütung und Familienplanung.

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