Bundesweites Modellprojekt zum Schutz von Kindern mit Behinderung

BeSt (Beraten & Stärken) gestartet

pro familia Rüsselsheim ist einer von zehn Standorten

Kinder mit Behinderung sind doppelt so oft Opfer von Gewalt wie Nicht-Behinderte. Die Gewaltstudie 2011 ergab erschreckend hohe Zahlen: jede dritte Frau mit Behinderung berichtet, dass sie in ihrer Kindheit (sexualisierte) Gewalt erlebt hat. Insbesondere Behinderte, die in Einrichtungen und Internaten aufwachsen, sind von Übergriffen betroffen.

Das Projekt „BeSt - Beraten & Stärken“ wird von der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und –vernachlässigung e.V. (DGfPI) federführend geleitet. Das Bundesfamilienministeriums finanziert auf 3 Jahre Maßnahmen, um den Schutz von Mädchen und Jungen mit Behinderung vor sexualisierter Gewalt zu verbessern. Dazu setzen rund 100 Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche mit Behinderung leben und betreut werden, folgende Inhalte um:

• Qualifizierung von Leitungskräften und Mitarbeitenden,

• Optimierung von Kinderschutzkonzepten,

• Präventionsveranstaltungen für dort lebende Mädchen und Jungen.

pro familia Rüsselsheim ist eine von nur zehn Stellen in ganz Deutschland, die sich an diesem Projekt beteiligen.

Der unabhängige Beauftragte der Bundesregierung gegen sexuellen Kindesmissbrauch Rörig begrüßte, dass das Modellprojekt die Expertise aus Fachberatung und Behindertenhilfe zusammenführe. Mädchen und Jungen mit Behinderungen können sich oft schwerer mitteilen und ihr Missbrauch bleibt häufiger unerkannt. Sie sind besonders gefährdet, Opfer sexualisierter Gewalt zu werden und brauchen daher einen besonderen Schutz und gut fortgebildete Fachkräfte, die entsprechende Signale erkennen und zeitnah und passgenau reagieren können.

pro familia Rüsselheim berät Menschen unabhängig von der Art ihrer Behinderung rund um die Themen Sexualität, Familienplanung und Eltern werden mit Behinderung. Seit 2 Jahren erarbeiten MitarbeiterInnen der pro familia mit Einrichtungen der Behindertenhilfe im Kreis Groß Gerau Module zur Prävention sexueller Gewalt. Außerdem ist pro familia Rüsselsheim im Arbeitskreis „Sexualität und Behinderung“ vertreten, in dem sich Fachkräfte zum Umgang mit sexuellem Verhalten der betreuten Menschen austauschen.

Die Geschäftsführerin Andrea Gürke betont:

„Wir sind stolz darauf, als Modellstandort ausgewählt worden sein und uns unserer Verantwortung bewusst. Wir werden in den nächsten drei Jahren intensiv mit zehn Einrichtungen der Behindertenhilfe zusammenarbeiten. In den Internaten oder Heimen werden sowohl Führungskräfte als auch BetreuerInnen, LehrerInnen und SchülerInnen beraten und begleitet.“

 

Kontakt:

Matthias Belikan

0176 - 513 55 544

Stefanie Michel-Schulze

0176 - 650 45 454

BeSt-Flyer

Best-Kurzkonzept

Interessierte Institutionen können sich auch der homepage der DGfPI weitere Informationen herunterladen.

Hier finden Sie den ersten BeSt-Newsletter.

Andrea Gürke, Stefanie Michel-Schulze, Matthias Belikan,