Pressemitteilung zum safe abortion day 28.09.2020

Seit 1990 gibt es den internationalen safe abortion day. Frauen in aller Welt fordern an diesem Tag den freien Zugang zu einem sicheren Schwangerschaftsabbruch. In manchen Ländern ist der Schwangerschaftsabbruch generell verboten oder nur bei schweren Erkrankungen der Frau zugelassen. Auch in Deutschland gibt es Hemmnisse für einen freien Zugang. So zeichnet sich ab, dass immer weniger Ärzt*innen bereit sind, Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen.

In Bochum zeigt sich das gleiche Bild wie in NRW und ganz Deutschland. Wenn ältere Ärzt*innen in Rente gehen, finden sie häufig keine Nachfolge, die bereit ist, Frauen in dieser besonderen Situation zu unterstützen. Mit dieser Thematik setzt sich die Arbeitsgruppe zur Versorgungssituation Schwangerschaftsabbruch in Bochum auseinander. In dem Aktionsbündnis engagieren sich Mitarbeitende der Gleichstellungsstelle, des Gesundheitsamtes,  der Schwangerenberatungsstellen des Evangelischen Beratungszentrums, von donum vitae und pro familia sowie interessierte Politiker*innen. Sie haben sich zum Ziel gesetzt auf die besondere Situation aufmerksam zu machen und Ärzt*innen für diese Tätigkeit zu gewinnen.

Erfreut ist die Gruppe über ein Filmdebüt in der laufenden Woche:

Am Montag, den 28.09.2020 läuft im Casablanca Filmtheater im Bermuda3eck, die Vorpremiere „ Niemals, selten, manchmal, immer“ (19.00 Uhr). Der Film zeigt auf schockierende Weise die Situation von Frauen in den USA, in einem Land, in dem viele Frauen weite Wege auf sich nehmen müssen, um einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen und in dem Ärzt*innen kriminalisiert und diffamiert werden und sogar Opfer von Gewalt werden. Er gewann den Silbernen Bären/Internationale Filmfestspiele Berlin und  war Gewinner des Sundance Festivals.

Im Rahmen dieses Special-Preview findet nur am 28.9. nach der Filmvorführung ein hochkarätiges Live-Digital-Panel zum Thema „Fokus Abtreibung – wo stehen wir?“ statt, das live in die teilnehmenden Kinos gestreamt wird.

Die Podiumsteilnehmer*innen sind:
- Prof. Dr. Maria Wersig, Präsidentin Deutscher Juristinnenbund
- Dr. Kristina Hänel, Frauenärztin im Rechtsstreit gegen §219a (angefragt)
- Bärbel Ribbert, GF & Beratung Familienplanungszentrum in Hamburg

Die Arbeitsgruppe zur Versorgungssituation in Bochum hofft darauf, dass viele Interessierte sich den Film anschauen und das Thema weiterführen.Wegen der Corona- Bestimmungen sollten Interessierte ab sofort für die Premiere Karten online oder telefonisch vorbestellen (www.casablanca-bochum.de oder 0234-3259177).