Statement pro familia Bochum – Frauen in Coronazeiten

Wir haben es hautnah erlebt, wie sich Frauenleben in Zeiten von Corona verändern. Homeoffice und homeschooling, geschlossene Kitas, das war nicht nur für unsere Klient*innen ein Problem. Auch unsere Mitarbeiter*innen mussten einen gewaltigen Balanceakt leisten. Dabei war es für viele unserer Ratsuchenden bedeutend existentieller. Studierende, die durch Corona ihre Jobs verloren. Frauen, die es nicht schafften Job und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Geflüchtete Frauen mit Kindern, die in kleinen Wohnungen oder einer Containerwohnung ohne Balkon oder Garten den wochen- und monatelangen Lock down  überstehen mussten, deren Sprachkurse gestoppt wurden etc. Junge Mädchen, die zu Hause Probleme haben und nun nicht auf die Unterstützung von Lehrpersonen und Freundinnen zurückgreifen konnten. Wie privilegiert wir doch eigentlich sind, mussten wir in den Beratungen demütig feststellen.

Schwierig war es auch für Frauen, die in einem Schwangerschaftskonflikt waren oder dringend Verhütungsmittel brauchten, die Anträge bei Behörden stellen mussten etc. Es war schwierig Termine in Praxen zu bekommen, die Kundencenter der Krankenkassen und  Jobcenter waren geschlossen. Alle Beteiligten haben sich bemüht, wir boten face-to-face Beratungen für die, die über Telefon oder Videoberatung keinen Zugang finden, die Praxen versorgten weiterhin ihre Patient*innen, wenn auch unter erschwerten Bedingungen. Wir hoffen, dass alle es so einigermaßen geschafft haben. Es wird aber gerade jetzt deutlich, dass die Schere in Deutschland stärker auseinanderklafft. Ausbildungssuchende, Frauen in kleinen Beschäftigungsverhältnissen, Frauen mit Fluchthintergrund, junge Frauen, für die es schon im Regelbetrieb nicht einfach ist, die Schule zu schaffen. Für sie Alle besteht eine große Gefahr, abgehängt zu werden Sie verdienen unbedingt unsere und die Solidarität der gesamten Gesellschaft.