Grundlagen der Sozial- und Konfliktberatung bei Schwangerschaft

Nach Übereinkunft zwischen dem Bundesverband und den pro familia-Landesverbänden wird für die Beschäftigten, die Schwangerschaftskonfliktberatung durchführen, eine abgeschlossene (Fach-) Hochschulausbildung als SozialarbeiterIn oder PädagogIn oder PsychologIn oder eine vergleichbare Qualifikation oder eine abgeschlossene Ausbildung als Ärztin/Arzt oder Hebamme vorausgesetzt. Ebenfalls vorausgesetzt wird, dass die TeilnehmerInnen psychosoziale Beratungskompetenz bereits mitbringen.

Die Fortbildung soll die bereits erworbenen Qualifikationen und Beratungskompetenzen in den für die Schwangerschaftsberatung und Schwangerschaftskonfliktberatung relevanten Aspekten vertiefen und ergänzen. Die Konzeption der Fortbildung geht davon aus, dass die neuen MitarbeiterInnen an ihrem Arbeitsplatz in ihr Arbeitsgebiet in Form von Hospitationen eingeführt wurden, um im Rahmen der Fortbildung praxisorientiert an Fallbeispielen arbeiten zu können.

Die Fortbildung richtet sich an neu eingestellte Fachkräfte, die die Schwangerschaftsberatung nach dem derzeit geltenden Recht durchführen. Die Teilnahme setzt eine aktive Mitarbeit und die Bereitschaft zur Selbstreflexion voraus.

Die Fortbildung besteht aus drei aufeinander aufbauenden Teilen, die jeweils 4 Tage umfassen.

Ausschreibungen

Eine Auflistung der aktuell ausgeschriebenen Fortbildungen finden Sie hier.

Im ersten Teil werden über Fachreferate aktuelle Informationen und Grundkenntnisse zu juristischen, sozialrechtlichen und medizinischen Fragen vermittelt. So werden wesentliche Voraussetzungen für die gesetzlich vorgeschriebene Beratung geschaffen. Ferner werden organisatorisch-praktische Aspekte der Beratung behandelt.

Im zweiten Teil wird Gelegenheit gegeben, das im ersten Seminar erworbene Wissen zu ergänzen und zu festigen. Fragen, die im Beratungsalltag entstanden sind, können geklärt werden. Besonderes Augenmerk wird in diesem Seminar auf die Vermittlung von sozialrechtlichem Fachwissen im Vordergrund. Sowohl in der Beratung Schwangerer nach § 2 SchKG, als auch bei der Beratung im Schwangerschaftskonflikt nach § 5 SchKG sind Kenntnisse der sozialen Leistungsgesetze unerlässlich. Die Wissensvermittlung durch FachreferentInnen gewährleistet die Vermittlung detaillierter und aktueller Fachkenntnisse. Die rechtlichen Grundlagen und Verfahrensabläufe der Vertraulichen Geburt werden ausführlich vermittelt und eingeübt.

Der dritte Teil soll die Fähigkeit der BeraterInnen fördern, mit den besonderen Bedingungen der gesetzlich vorgeschriebenen Beratung bei ungewollter Schwangerschaft umzugehen. Dies erfordert von den BeraterInnen ein besonderes Maß an Einfühlungsvermögen, Vorurteilsfreiheit und Kompetenz, um die Chance zu einem offenen Gespräch zu ermöglichen sowie vertiefende Kenntnisse in Gesprächsführung. Selbsterfahrungsanteile zur persönlichen Auseinandersetzung mit den eigenen Einstellungen und dem eigenen Beratungsverhalten der TeilnehmerInnen stellen dabei neben Übungen zu konkreten Beratungssituationen den Hauptfokus dar.