Schönheitsideale: Bin ich schön?

Ist meine Nase zu groß? Mein Hintern zu dick? Mein Busen zu klein?

Stellst du dir auch manchmal diese oder ähnliche Fragen? Damit bist du nicht allein: Viele Jugendliche sind unzufrieden mit ihrem Körper. Auf Werbeplakaten, in TV-Sendungen oder im Internet wird ein Bild von Schönheit vermittelt. So prägen die Medien unser Empfinden dafür, was schön ist. Viele junge Menschen versuchen diesen Idealen nachzueifern. Bekommst auch du schlechte Laune beim Blick in den Spiegel, weil du nie wie die Models in der Werbung aussehen wirst? So geht es vielen. Jungen und Mädchen fühlen sich durch Schönheitsideale unter Druck gesetzt und würden für ein gutes Aussehen viel in Kauf nehmen. Viele denken sogar über Schönheitsoperationen nach, um so auszusehen wie die Stars. Selbstbewusst zu sein und zu seinem Körper zu stehen fällt schwer, wenn man den ganzen Tag regelrecht „bombardiert wird“ mit Bildern von makellosen Menschen.

Dazu solltest du wissen: Nicht mal die Stars sind so perfekt wie es scheint! Für Foto- oder Filmaufnahmen werden Models und Prominente oft stundenlang geschminkt und frisiert. Anschließend werden die Aufnahmen meist mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop nachbearbeitet. Den Effekt sollte man nicht unterschätzen! Um die Bilder zu schönen, können diese Programme nicht nur Pickel oder Orangenhaut kaschieren. Mittlerweile ist es sogar möglich, die Proportionen des Körpers zu verändern. Zum Beispiel kann die Oberweite einer Frau vergrößert werden oder ihre Beine verlängert. In Wirklichkeit sehen die Models gar nicht so aus wie auf den Fotos. Sie haben auch ihre Makel, die nur aufwändig versteckt wurden. Niemand ist perfekt - und das ist auch gut so! Wie langweilig wäre es denn, wenn alle Menschen gleich aussehen würden? Schließlich gefällt auch jedem etwas anderes. Und Besonderheiten machen interessant.

Schönheitsideale im Wandel der Zeit

Wann ist man überhaupt schön? Diese Frage lässt sich nicht leicht beantworten, denn der Begriff bedeutet für jeden etwas anderes. Zum Beispiel sind Schönheitsideale in verschiedenen Kulturen sehr unterschiedlich und wandeln sich im Laufe der Zeiten. Heute denkt man bei Schönheit vielleicht eher an ein Unterwäsche-Model mit einem schlanken durchtrainierten Körper. Früher war das Schönheitsideal aber ganz anders: Lange Zeit galten üppige Formen als attraktiv. Zum Beispiel im 16. Jahrhundert n.Chr. empfand man in Europa runde Körper als besonders schön, weil sie als ein Zeichen für Fruchtbarkeit gesehen wurden (das heißt, dass die Frau viele Kinder zur Welt bringen könnte). Das änderte sich ungefähr ab dem 19.Jahrhundert. Damals waren blasse Haut und eine besonders schlanke Taille das Schönheitsideal für Frauen. Dafür griffen die Damen zu drastischen Mitteln: Sie schnürten ihren Körper in enge Korsetts, die oft sogar Organe und Knochen schädigten. Auch wenn diese Vorstellung von Schönheit heute nicht mehr präsent ist, sehen wir doch ein ziemlich festgelegtes Ideal in den Medien: Schlanke durchtrainierte Körper und makellose Gesichter sind gerade für beide Geschlechter im Trend. Dabei ist die Auffassung von Schönheit sehr subjektiv. Auch wer nicht dem Ideal entspricht, kann schön sein. Wenn Du zu stark auf dein Aussehen fixiert bist, siehst du immer nur, was dir fehlt. Aber es sind gerade deine außergewöhnlichen Merkmale, die dich einzigartig machen.

Schlank = Schön? - Vorsicht vor Essstörungen!

Die Pubertät geht mit vielen Veränderungen einher. Körperliche Veränderungen bei Mädchen sind zum Beispiel das Einsetzen der Regelblutung oder das Brustwachstum. Dabei ist es ganz normal, dass man sich mit anderen vergleicht. Man sieht schließlich wie sich die Freunde und Freundinnen entwickeln. Wenn es dort große Unterschiede gibt, kann das frustrierend sein und man schämt sich. Hier ist wichtig, dass du im Auge behältst, dass jeder sein eigenes Tempo hat. Manche wachsen und entwickeln sich einfach schneller als andere. Zum Beispiel ist es ganz normal als Teenager keine ausgeprägte Oberweite oder noch etwas „Babyspeck“ zu haben. Du solltest dich fragen: Bin ich wirklich zu dick? Natürlich ist es wichtig, dass du dich gesund ernährst und Sport treibst, um nicht über- oder untergewichtig zu werden. Aber Finger weg von Diäten! Der Spielraum für normales Gewicht ist größer, als du vielleicht denkst. Um dein Körpergewicht zu überprüfen, kannst du dich zum Beispiel über den BMI (Body Mass Index) informieren. Frag am besten eine Ärztin oder einen Arzt, wenn du dir unsicher bist.

Wenn sich alles nur noch um die Figur und das Gewicht dreht, kann das ein Anzeichen für eine Essstörung sein. Essstörungen sind schwere seelische Krankheiten, die dem Köper sehr stark schaden können. Die Betroffenen sind regelrecht davon besessen, jeden Bissen zu kontrollieren. Dabei gibt es nicht nur Magersucht, sondern zahlreiche andere Formen wie Anorexie oder Bulimie. Wenn du den Verdacht hast, dass ein Freund, eine Freundin oder du selbst unter einer solchen Krankheit leidet, solltest du dringend Hilfe holen! Wende dich zum Beispiel an Eltern, Lehrer oder spezielle Hotlines. Weitere Informationen zu Essstörungen von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung findest du hier.