Pille danach

Eigentlich war das ja ein Traumabend. Super Club, super Sound. Und sie war auch da, wie abgemacht. Ziemlich schnell war klar: Heute mehr als nur unterhalten. Später im Bus, ihre Augen, ihr Lachen, rumknutschen. Wir gingen zu mir. Und dann ging es ganz schnell zur Sache. Ziemlich aufregend, ein Wahnsinn. Aber so ein Mist, war er nun richtig drauf oder nicht? Dieser blöde Gummi. Nachher, am Schluss, war er irgendwie verrutscht. Ob sie die Pille nimmt, weiß ich gar nicht. Hoffentlich wird sie nicht schwanger. Verdammt, was soll ich machen?

So oder so ähnlich ist es vielen Jugendlichen schon mal ergangen. Typische Verhütungspannen sind zum Beispiel, wenn ein Kondom gerissen ist, die Pille vergessen oder erbrochen wurde und ungeschützter Geschlechtsverkehr stattgefunden hat. Um jetzt eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern, sollte die Pille danach als erste Hilfe bei Fehlern bei der Verhütung eingenommen werden.

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Auf Nummer sicher mit der Pille danach

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Wenn ein Mädchen nicht oder nicht richtig hormonell verhütet, reift ungefähr einmal im Monat ein Ei heran. Am Tag des sogenannten Eisprungs kann eine Schwangerschaft entstehen, wenn Samenzellen des Jungen im Körper des Mädchens auf ein Ei treffen. Das passiert nicht, wenn ihr richtig verhütet. Bei einer Verhütungspanne - zum Beispiel  wenn das Kondom gerissen ist - gelangen Samen in den weiblichen Körper. Samenzellen können im Körper des Mädchens bis zu fünf Tage überleben und man kann nicht genau sagen, wann ein Eisprung stattfindet oder stattfinden wird. Deshalb weiß man nie, wie groß das Risiko ist, schwanger zu werden. Ungeschützter Sex ist immer gefährlich! Wenn es doch mal passiert ist, kann die Pille danach helfen.

Da die Einnahme der Pille danach mit wenigen Nebenwirkungen und Risiken verbunden ist, ist es auf jeden Fall sicherer, sie einzunehmen, als zu hoffen, dass nichts passiert ist. Trotzdem ist zu beachten, dass die Pille danach sich auf keinen Fall für den Dauergebrauch eignet. Sie ist nicht zur regelmäßigen und langfristigen Verhütung vorgesehen!

Die Pille danach verzögert oder verhindert den Eisprung und verhindert so die Befruchtung einer Eizelle. Das heißt also im Optimalfall: Die Samen, die wegen der Verhütungspanne auf die Befruchtung warten, kriegen keine Chance mehr.

Wichtig: Die Pille danach ist kein Schwangerschaftsabbruch. Wenn sich eine befruchtete Eizelle bereits in die Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat, wirkt sie nicht mehr.

Grundsätzlich gibt es die Pille danach in zwei unterschiedlichen Wirkungsweisen. Zum einen ist ein Präparat auf Basis von Levonorgestrel erhältlich. Dieser Wirkstoff wirkt umso sicherer, je früher die Tablette eingenommen wird. Ihre Wirksamkeit nimmt innerhalb von 72 Stunden von circa 95% auf 60% ab. Die andere Ausführung der Pille danach basiert auf dem Wirkstoff Ulipristalacetat. Hier nimmt man an, dass die Wirksamkeit in den ersten 120 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr gleich ist. Allerdings hat man derzeit noch zu wenige Daten über dieses Präparat. Es gibt Hinweise darauf, dass die Pille mit Ulipristalacetat nicht so sicher wirkt, wenn Frauen die Pille nehmen. In diesem Fall ist die Pille mit Levonorgestrel vorzuziehen.

Wichtig: Die Pille danach wirkt nur NACH dem ungeschützten Geschlechtsverkehr. Wenn du sie davor einnimmst, hast du nicht die gewünschte verhütende Wirkung!

Damit die Pille danach wirken kann, braucht sie eine bestimmte Dosierung ihrer Inhaltsstoffe. Nur so kann sie verhindern, dass es zu einer Schwangerschaft kommt. In ihren Nebenwirkungen unterscheiden sich die beiden Präparate-Typen (Pille danach mit Levonorgestrel und Pille danach mit Ulipristalacetat) nicht wesentlich. Schlimme Gesundheitsrisiken sind bei keiner der beiden bekannt. Etwa jede vierte Frau leidet unter vorübergehender Übelkeit nach der Einnahme. Manchmal kommt es zu Erbrechen. Hast du dich innerhalb der ersten drei Stunden nach Einnahme der Pille danach übergeben, musst du sie dir so schnell wie möglich noch einmal besorgen und sie erneut einnehmen. Gelegentlich stellen sich Kopfschmerzen, Schwindel, Brustspannen oder Müdigkeit ein. Sie gehen jedoch auch rasch wieder vorbei. Häufig gibt es Zwischenblutungen in den Tagen nach der Einnahme. Die nächste Monatsblutung kann etwas früher oder etwas später als erwartet eintreten. Wenn du innerhalb von drei Wochen nach der Einnahme der Pille danach noch immer keine oder nur eine schwache Blutung hast, solltest du zur Sicherheit einen Schwangerschaftstest durchführen beziehungsweise deine Frauenärztin oder deinen Frauenarzt oder eine Beratungsstelle aufsuchen. Es empfiehlt sich, damit nicht lange zu zögern.

Die Pille danach erhältst du in der Apotheke - ohne Rezept. Das heißt, du musst dich davor nicht bei deiner Frauenärztin bzw. deinem Frauenarzt untersuchen lassen. Du musst auch nicht volljährig sein, um die Pille danach zu kaufen. Wenn du jünger als 14 Jahre alt bist, brauchst du allerdings in der Regel die Erlaubnis deiner Eltern.

Sag in der Apotheke unbedingt dazu, wenn du normalerweise mit der Pille verhütest oder in dem Zyklus schon mal eine Pille danach genommen hast. Das ist wichtig, damit du die richtige Pille danach bekommst.

Es gibt drei verschiedene Präparate auf Basis von Levonorgestrel von unterschiedlichen Herstellern. Sie kosten zwischen 16 und 18,50 Euro. Auf Basis von Ulipristalacetat gibt es nur ein Präparat, das circa 35 Euro kostet.

Diese Kosten musst du allerdings nur selbst zahlen, wenn du bereits 20 Jahre und älter bist oder wenn du privat versichert bist. Für jüngere Frauen und Mädchen werden die Kosten übernommen, wenn sie in der gesetzliche Krankenkasse sind. Damit die Kosten übernommen werden, musst du dir allerdings ein Rezept von einer Ärztin oder einem Arzt besorgen. Ab 18 Jahren fällt bei der Einlösung des Rezepts in der Apotheke eine Rezeptgebühr von 5 Euro an.

Wie der Name schon sagt, hilft die Pille danach nur rückwirkend. Sie kann zwar nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr eine ungewollte Schwangerschaft verhindern, aber sie stellt überhaupt keinen Schutz dar, wenn es danach noch mal zum Geschlechtsverkehr kommt. Das bedeutet: Habt ihr wieder Sex, müsst ihr sicher verhüten, zum Beispiel mit Kondomen!