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13. Juni 2013

 

Liebe Leserinnen und Leser,

im Fall Pille danach hat leider nicht die wissenschaftliche Evidenz gesiegt, sondern der Lobbyismus: Am 15. Mai 2013 beschloss der Gesundheitsausschuss des Bundestages mit den Stimmen der CDU und FDP, dass die Pille danach auf Levonorgestrelbasis rezeptpflichtig bleiben soll. Damit setzten sich Ärzteverbände vorläufig durch, die die Aufhebung der Rezeptpflicht – allen internationalen Empfehlungen zum Trotz – verhindern wollen.

Die Entscheidung ist ein herber Rückschlag für alle, die sich für einen vereinfachten Zugang zur Notfallverhütung eingesetzt haben. Erfreulich ist aber, dass die öffentliche Diskussion weitergeht und vor allem viele Frauen den fadenscheinigen Argumenten der Rezeptpflicht-BefürworterInnen widersprechen. Unter dem Hashtag #wiesmarties persiflieren sie auf Twitter eine Äußerung des CDU-Gesundheitspolitikers Jens Spahn über Levornorgestrel, „Solche Pillen sind schließlich keine Smarties".

pro familia wird sich weiterhin für die Freigabe einsetzen und öffentlich Stellung beziehen. Am 25. Mai 2013 wandten wir uns mit dem Nationalen Netzwerk Frauen und Gesundheit an den Bundesgesundheitsminister sowie an die familien- und gesundheitspolitischen SprecherInnen der Fraktionen und forderten, dass auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnis und nicht nach wirtschaftlichen Interessen von ÄrztInnen gehandelt werden soll.

Vor der Bundestagswahl am 22. September 2013 ist kaum mit einer neuen politischen Initiative zu rechnen. Wir werden aber jede Gelegenheit nutzen, das Thema in der Öffentlichkeit wach zu halten. Es ist uns wichtig, klarzustellen, dass die Beibehaltung der Rezeptpflicht der Pille danach nicht wissenschaftlich gerechtfertigt, sondern politisch motiviert ist. PolitikerInnen, die gewählt werden wollen, täten gut daran, die Forderung des rezeptfreien Zugangs als reproduktives Recht ernst zu nehmen.

Prof. Dr. Daphne Hahn
Bundesvorsitzende

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