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Alltagschemikalien schädigen Spermien und verstärken sich gegenseitig

© Ramona Heim - fotolia.com

Dass hormonell wirksame Chemikalien für Fruchtbarkeitsstörungen beim Mann mitverantwortlich sein können, ist bekannt. Nun hat ein Forscherteam festgestellt: Kombiniert man die Chemikalien, addieren sich die Einzelwirkungen nicht nur, sondern sie verstärken sich gegenseitig beträchtlich.

Die sogenannten endokrinen Disruptoren (EDC) sind in Lebensmitteln, im Haushalt und in Körperpflegeprodukten zu finden. Diese Substanzen können negative Effekten auf die Fortpflanzung haben und bis zur Unfruchtbarkeit führen. Bereits 2014 hatte das deutsch-dänische Forscherteam die Wirkung von 96 EDC auf menschliche Spermien untersucht. Sie konnten zeigen, dass sich durch diese Stoffe das Schwimmverhalten der Spermien ändert und dazu führt, dass ihre Navigation hin zur Eizelle gestört wird oder die Spermien daran gehindert werden, die Eihülle zu durchdringen. In der aktuellen Studie untersuchten die Wissenschaftler*innen, wie ein sich Cocktail verschiedener EDC auswirkt.

Bis jetzt werden die Grenzwerte für die Verwendung hormonell wirksamer Chemikalien in Alltagsprodukten für jede Chemikalie einzeln bestimmt. Angesichts des beobachteten Synergie-Effekts werde das Gefahrenpotenzial dieser Substanzen vermutlich unterschätzt, so die Forscher. Sie hoffen, dass ihre Studienergebnisse künftig bei den Grenzwerten berücksichtigt werden.




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