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pro familia Stellungnahmen

 

Stuttgart, 20.11.2019 „Schwangerschaftsabbruch – Menschenrecht und Tabu“ – unter diesem Titel greifen pro familia Baden-Württemberg, pro familia Stuttgart und Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg am 20.11.2019 ein Thema auf, um das es lange still war. Die Entscheidung, eine ungewollte Schwangerschaft abzubrechen, ist eine sehr private Lebensentscheidung, die gleichzeitig in besonderer Weise staatlich reglementiert und gesellschaftlich sanktioniert ist. Die Veranstaltung rückt die gesellschaftliche und politische Verantwortung im Umgang mit betroffenen Frauen und Ärzt*innen, die Abbrüche vornehmen, in den Blick.

 

Hier finden Sie die komplette Pressmitteilung

 

Presseerklärung des pro familia Bundesverbands vom 10. April 2019

pro familia spricht sich dafür aus, den NIPT bei Risikoschwangerschaften aus Gründen der Gleichbehandlung in den Leistungskatalog der GKV aufzunehmen. Ein flächendeckender Einsatz des NIPT als „Screening Methode“ bei allen Schwangeren zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen lehnt pro familia ab. Dies würde dazu führen, dass der NIPT zu einer allgemein verbindlich empfohlenen Untersuchung wird und es dadurch Frauen und Paaren schwer gemacht wird, den Test abzulehnen. Frauen und Paare haben ein Recht auf informierte Entscheidungen im Kontext ihrer sexuellen und reproduktiven Gesundheit. Dazu zählt auch die Entscheidung für oder gegen pränataldiagnostische Maßnahmen (PND) während einer Schwangerschaft. Dies impliziert sowohl eine Recht auf Information, ein Recht auf Nichtwissen und ein Recht auf Teilhabe am medizinischen Fortschritt.

Bei Vorliegen einer individuellen Vorbelastung bzw. bei definiertem Risiko darf die Entscheidung für oder gegen einen als zuverlässig bewerteten nicht invasiven Pränatal Tests (NIPT) nicht von den finanziellen Möglichkeiten einer Schwangeren abhängig sein. Bislang werden für Risikoschwangere bereits invasive und damit gesundheitlich belastendere Methoden wie die Amniozentese oder die Chorionzottenbiopsie durch die Krankenkassen finanziert. Daher befürwortet pro familia die Aufnahmen des NIPT in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen innerhalb enger Grenzen der Anwendung bei definierten Risikoschwangerschaften im Kontext einer freiwilligen, professionellen psychosozialen Schwangerenberatung. Der NIPT stellt ein Testverfahren zur Risikoermittlung bezüglich des Vorliegens einer Chromosomenstörung beim erwarteten Kind dar. Die Möglichkeiten der PND werden immer differenzierter und setzen immer früher im Verlauf der Schwangerschaft an. Deshalb ist aus Sicht von pro familia zentral, Frauen und Paare durch ein niedrigschwelliges und flächendeckendes Angebot an psychosozialer Beratung zu unterstützen, das als freiwilliges und ergänzendes Angebot zur Verfügung gestellt wird. Information und Auseinandersetzung sind zentrale Aspekte, um Entscheidungen für oder gegen PND beziehungsweise für oder gegen bestimmte Methoden treffen zu können. So setzen Schwangere bzw. Paare zumeist auf die Bestätigung durch einen unauffälligen Befund und geraten durch einen auffälligen Befund in tiefe Krisen. Nicht wenige Paare entscheiden sich im Falle des Nachweises einer Chromosomenstörung beim Kind zu einem Schwangerschaftsabbruch im Rahmen der medizinischen Indikation. Ein auffälliger PND-Befund kann aber auch dazu führen, dass sich Paare schon in der Schwangerschaft auf die Geburt ihres „besonderen“ Kindes vorbereiten und einstellen.

Frauen und Paare haben das Recht, sich ohne Stigmatisierung – auch bei einem auffälligen/pathologischen Befund – für das Austragen einer Schwangerschaft zu entscheiden. Dazu benötigen sie eine angemessene Unterstützung. Hierfür müssen die gesellschaftspolitischen Voraussetzungen geschaffen werden gemäß der UN Behindertenkonvention.

10. April 2019

 

Die Geschäftsführerin der pro familia Beratungsstelle Stuttgart Frau Dr. Marion Janke hat am 10.4.2019 in in der SWR-Radio-Sendung Forum die pro familia Position und Haltung differenziert und sehr überzeugend vertreten, nachzuhören unter: https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/swr2-forum/diskussion-sollen-krankenkassen-vorgeburtliche-bluttests-bezahlen/-/id=660214/did=23835848/nid=660214/1kjftqw/index.html

Beiträge der Geschäftsführerin des pro familia Landesverbands Gudrun Christ können sie unter

https://www.swr.de/swraktuell/Bundestag-debattiert-ueber-vorgeburtliche-Bluttests-Trisomie-Erkennung-im-Mutterleib-Gewissheit-auf-Krankenschein,trisomie-21-bundestag-100.html

https://swrmediathek.de/player.htm?show=a2ea1c80-5cf7-11e9-a7ff-005056a12b4c

hören.

 

pro familia fordert in Bundestagspetition kostenfreie Verhütungsmittel für Menschen mit geringem Einkommen.
Lesen Sie hier die ganze Pressemeldung und weitere Informationen zur Petition.

 

Forschungsprojekt entlastet pro familia Bundesverband" Den Link zur Studie „Diskurs um Pädophilie und Pädosexualität im Bundesverband pro familia in den 1970er bis 1990er Jahren“ der Camino-Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung im sozialen Bereich GmbH können Sie hier abrufen.

In der Medienberichterstattung wird seit einigen Monaten Kritik an sexualpädagogischen Angeboten in Schulen geäußert. Als Verband mit dem umfangreichsten sexualpädagogischen Angebot steht pro familia dabei besonders im Fokus. Lesen Sie hier unsere Stellungnahme zu unserer Arbeit:
Sexualpädagogische Angebote von pro familia Baden-Württemberg