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Modellprojekt biko Verhütungsmittel für Frauen mit wenig Geld kostenfrei

Logo biko

Ludwigsfelde ist einer von sieben Standorten des neuen Modellprojekts biko, mit dem pro familia den niedrigschwelligen Zugang zu Verhütungsmitteln erprobt. biko wird vom Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) gefördert.


Ludwigsfelde, Februar 2017. Frauen mit Wohnsitz im Landkreis Teltow-Fläming und Anspruch auf
Sozialleistungen müssen die Kosten für verschreibungspflichtige Verhütungsmittel zukünftig nicht
mehr selbst tragen – auch wenn sie über 20 Jahre alt sind. Ludwigsfelde ist einer von sieben
Standorten, die bis Ende Juni 2019 an dem bundesweiten Modellprojekt „biko – Beratung,
Information und Kostenübernahme bei Verhütung" teilnehmen. Es ermöglicht einen
niedrigschwelligen Zugang zu verschreibungspflichtigen, sicheren und gut verträglichen
Verhütungsmitteln für Frauen, die wenig Geld haben. Das Projekt wird gefördert vom
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Durchführung wird vom BMFSFJ,
dem pro familia Bundesverband e.V. und den beteiligten pro familia Beratungsstellen übernommen.
Ab sofort können sich Frauen in der pro familia Beratungsstelle in Ludwigsfelde, Potsdamer Straße
50, beraten lassen und die Kostenübernahme in Anspruch nehmen. Auch unter der Telefonnummer
03378/874280 oder per E-Mail nicole.violet@profamilia.de können sie sich über biko informieren.

Schwangerschaftskonflikte vermeiden – Recht auf Verhütung garantieren

Mit dem Modellprojekt möchte pro familia Frauen zu ihrem Recht verhelfen, Verhütungsmittel
selbstbestimmt zu wählen. Das entspricht dem Recht auf Verhütung und hilft,
Schwangerschaftskonflikte zur vermeiden. Angesprochen sind Empfängerinnen von Leistungen nach
dem SGB II, SGB XII, § 6a BKGG, von BAföG, Berufsausbildungshilfen BAB, von Wohngeld oder von
Zahlungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Ebenso richtet sich das Angebot an Frauen, deren
Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt. Neben Ludwigsfelde (Landkreis Teltow-Fläming)
wurden als Standorte für das Projekt Erfurt/Artern, Halle (Saale), Lübeck, Recklinghausen/Marl,
Saarbrücken und Wilhelmshaven ausgewählt.
„Frauen verändern ihr Verhütungsverhalten, wenn das Geld knapp ist. Bei der Entscheidung für eine
Methode werden die Kosten zum entscheidenden Kriterium – nicht aber die eigentlich wichtigen
Faktoren Sicherheit oder Verträglichkeit“, sagt Nicole Violet, Projektmitarbeiterin der pro familia
Beratungsstelle in Ludwigsfelde.

Information und Beratung

Frauen brauchen für die Kostenübernahme ein Rezept von ihrer Ärztin oder ihrem Arzt. Zusammen
mit einem Leistungsnachweis legen sie das Rezept in der pro familia-Beratungsstelle vor. Ihnen wird
dann sofort eine Zusage zur Kostenübernahme ausgestellt. Mit dieser Zusage erhalten sie das Mittel
ihrer Wahl in der Apotheke kostenfrei. Die Apotheke rechnet direkt mit pro familia ab. Die Frauen
müssen nichts bezahlen.
Auf Wunsch können sich die Frauen vertraulich über das Thema Verhütung beraten lassen.

Langfristig bundesweite Regelung angestrebt

Das Modellprojekt soll unter anderem zuverlässige Daten für den tatsächlichen Bedarf an einer
Kostenübernahme liefern. Langfristig könnte diese Erhebung die Grundlage für eine bundesweite
Regelung bilden.

Hintergrund

Mit der Einführung von Hartz IV entfiel seit 2004 die sogenannte „Hilfe zur Familienplanung“, mit der
das Sozialamt bis dahin die Kosten für Verhütungsmittel bei anspruchsberechtigten Frauen
übernommen hatte. Seitdem müssen die verschreibungspflichtigen Verhütungsmittel über den
Regelsatz von 17 Euro monatlich finanziert werden, der allerdings auch alle anderen, nichtverschreibungspflichtigen
Medikamente und Mittel abdeckt. In einigen Kommunen gibt es
Ersatzlösungen durch spezielle Fonds, die allerdings nicht flächendeckend zur Verfügung stehen. Der
pro familia Bundesverband hat sich bereits 2015 in einer deutschlandweiten Kampagne für eine
bundesweite, einheitliche Regelung mit Rechtsanspruch auf kostenfreie Verhütungsmittel für
Menschen mit geringem Einkommen stark gemacht.
pro familia ist der führende Verband zu Sexualität und Partnerschaft in Deutschland.
pro familia unterhält ein bundesweites Beratungsnetzwerk und informiert mit einem vielfältigen
Publikationsangebot die Öffentlichkeit. Der pro familia Bundesverband wird durch das
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert.
www.profamilia.de

Rückfragen bitte an:

Nicole Violet nicole.violet[at]nospamprofamilia.de

und Marion Schroeter marion.schroeter[at]nospamprofamilia.de

oder an biko.ludwigsfelde[at]nospamprofamilia.de

pro familia Landesverband Brandenburg

Beratungsstelle Ludwigsfelde
Potsdamer Straße 50
14974 Ludwigsfelde
Tel.: 03378/874280